Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Jonas Alaska
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

If Only As A Ghost
(2013, Sony Music 88765477192)

Vielleicht fühlt sich Jungsein genau so an: Ein bisschen übermütig, ein bisschen nachdenklich, ein bisschen traurig. Ein bisschen hingebungsvoll und ein wenig selbstironisch. Und das im Minutentakt. Der junge norwegische Singer-Songwriter Jonas Alaska kommt äußerlich so ungelenk daher wie ein dreiviertel ausgewachsener Windhund, der nicht so recht weiß, in welche Richtung er seine langen Gliedmaßen schlenkern soll. Aber dieser Eindruck täuscht. Mit »ONLY AS A GHOST« legt die Nachwuchskraft aus Oslo bereits ihr zweites Album vor, das mit feiner Zurückhaltung zwischen 60ies-Pop und Americana-Klängen seiltanzt. Den Altmeistern Simon And Garfunkel dabei mitunter fröhlich zuzwinkert. Ein Album, das trotz aller zwischenzeitlichen Melancholie funkelt wie einer dieser ersten Sterne am mittelblauen Abendhimmel.

Alaska, dessen großes musikalisches Vorbild übrigens Bob Dylan ist, beherrscht die leisen, die balladigen Töne bestens. Aber hüpft mit Tracks wie der flotten Verlierer-Hymne »I Saw You Kid« ausgelassen über Großstadtgassen, die verdächtig an die Carnaby Street im Swinging London erinnern. Setzt bei aller Verspieltheit auf ehrliche Gefühle und erzählt Geschichten mit mitunter bösem Ausgang, die uns aber nicht übermäßig deprimieren, sondern eher auf merkwürdige Art wärmen. Und irgendwie wünscht man sich diesen Nerd mit den tellergroßen Augen zum besten Freund, aber subito.

Solche souveräne Gelassenheit beim Songwriting hätte man dem blondgelockten Jungspund, der am Liverpool Institute Of Performing Arts studiert hat, gar nicht zugetraut. Jonas Alaska flirtet in Tracks wie dem putzmunteren »Come On And Dance« ausgelassen mit dem Piano und bugsiert uns unmissverständlich in Richtung Tanzfläche. Noch so ein ansteckend fröhlicher kleiner Gassenhauer also, der aber bestens zu den reduzierteren Songs wie dem Titelstück passt. In denen der Norweger zu Klampfenbegleitung wortreich einer verstorbenen Liebe nachtrauert. Das wäre zum Heulen, wenn es nicht so herzzerreißend schön wäre. (emv)

Jonas Alaska: If Only As A Ghost

Offizielle Website

Die CD »If Only As A Ghost« war »CD des Monats« im Monat 8 / 2013.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Alaska bedient sich der halben Musikgeschichte, Cash und Barrelhouse-Klimperklavier. Mir gefällt er am besten, wenn er die Songs nur so hinschlurft, »I don't think I love you anymore« ist ein feines Bespiel. Außerdem hat der Kerl ein sicheres Gespür für Zwischentöne und nimmt wohl nicht alles todernst. Macht Spaß!
Tim Jonathan Kleinecke

Alaskas Songs wirken auf mich manchmal nicht ganz zu Ende gedacht, und seiner Stimme würde ein wenig Feuer ab und an gut tun. Dennoch: Seine Musik macht zweifellos Laune, wildert gekonnt im Terrain der Beatles, und sein Name ist schon sehr cool.
Peter Bickel

Eigentlich kann man mich mit diesen ganzen Liedermachern (die heute Singer-Songwriter heißen) ja verjagen. Beim kleinen Herrn Alaska würd' ich allerdings noch ein bisschen dableiben.
Sebastian Pantel

Ja Sebastian, du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Dem kann ich nur noch hinzufügen, dass Jonas Alaskas Lieder mir dann am besten gefallen, wenn sie diese zeitlose Beatles-Frische ausstahlen. Als wären sie bereits 40 Jährchen alte Fundstücke.
Ingo J. Biermann

Offizielle Website      www.jonasalaska.com

   

Younger
(2016, popup-records/Cargo PR341)

Dem Regenbogen oder den Mädchen hinterherjagen: Gleichermaßen aussichtslose Unternehmungen! Jonas Alaska präsentiert sich auf seinem zweiten Longplayer »YOUNGER« einmal mehr als gelungene Mischung aus Schelm und Träumer. Mit unerwartet spitzer Zunge. Somit straft der spindeldürre, blondgelockte Norweger all jene Lügen, die glauben, dass Singer-Songwriter grundsätzlich liebe und brave Klampfer sind. Und er lässt in feinen Tracks wie »I M Sorry« die Gitarren laut krachen. Ach, ein heimlicher Rocker also! Der hier übrigens ein Konzeptalbum über das Teenager-Dasein vorlegt. Einer Zeit voller Verwirrungen und Fallstricke, der Herr Alaska mit gewohnter Offenheit und viel (Selbst)-Ironie begegnet.

Keine Panik, wenn die Liebe ausbricht, lautet der lebenspraktische Rat im relaxten »She´s One Of Them«. Klappt leider nicht immer, muss man im Chris-Isaak-Erinnerungsstückchen »All The Movies« belehren lassen. Und das arme Teenager-Herz bricht uns allerspätestens im zurückgenommenen Gitarren-Track »My Heart Was Leaving Me«: Das geliebte Wesen wollte uns doch nie wirklich verletzen! Aber keine Angst, einer wie Jonas Alaska lässt sich auch durch Dauer-Ablehnung durch seine verschiedenen Angebeten nicht vom eigenen Weg abbringen. Und so ist »YOUNGER« trotz allen Teenager-Weltschmerzes ein ausgesprochen animiertes und leichtfüßiges Album geworden! (emv)

   

Tonight
(2015, Popup Records)

Ein moderner Barde würde heute vielleicht so daherkommen wie Jonas Alaska: Begeisterungsfähig, selbstironisch, latent aufmüpig und unglaublich lebendig. Mit »TONIGHT« stellt sich der junge Musiker aus Oslo mit einer Compilation seiner besten Songs von seinen in Norwegen bereits erschienen ersten Alben auch hierzulande vor. Im Fjordland hat der Nachwuchs-Nerd bereits den renommierten Spellemanspreis gewonnen und gilt er als eine der großen Hoffungen auf den weiten Prärien zwischen Neo-Americana-Songs und putzmunterem Flower-Power-Pop. Und um es gleich zu verraten: Die Vorschusslorbeeren hat sich Jonas Alaska verdient!

Das deutsche Debüt zeigt den großäugigen Träumer in all seinen Facetten: Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Aber was hier den Unterschied ausmacht, ist die feine Intelligenz, die Jonas Alaska mit schwereloser Leichtigkeit in seine Tracks trägt. Diese Songs haben Tiefgang, ohne dabei besserwisserisch oder plump zu wirken. Und mit leuchtenden Augen mit ihm die Tanzfläche erorbern, das möchten wir übrigens auch. Nichts da blasser Stubenhocker, dieser ungelenke Spätpubertist hat den Drive! (emv)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel