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Alle Rezensionen zu Samaris
(Genre »Beats«, Land »Island«)

 

Samaris
(2013, One Little Indian/Rough Trade)

Der Himmel über dem musikalischen Universum von Samaris ist grau. Aber von einem zärtlichen, lichten Grau. Die drei kaum zwanzigjährigen Musiker aus Reykjavik entwerfen auf ihrem selbst betitelten Debütalbum fragile, fragende Soundstrukturen, die eine eigentümliche Balance zwischen intelligenten elektronischen Spielereien und der sehr diesseitigen, romantischen Klarinette finden. Darüber liegt die irrlichternde Stimme von Jófríður Ákadóttir, einer der beiden Zwillingsschwestern vom Lo-Fi-Duo Pascal Pinon. Das mag man triphoppig nennen und damit nicht völlig danebenliegen. Aber dabei dem geheimnisvollen, märchenhaften Element nicht gerecht werden, das Samaris scheinbar mühelos erschaffen. Die in der Landessprache gesungenen Lyrics basieren auf isländischen Gedichten des 19. Jahrhunderts. In »Viltu Vitrast« geht es um Dorfbewohner, die Hilfe von übernatürlichen Wesen anflehen - mit ungewissem Ausgang. Der Track kommt mitunter tribal trommelnd daher, weiß aber mit der fein klagenden Klarinette von Áslaug Rún Magnúsdóttir eine Atmosphäre der latenten Beunruhigung aufzubauen. Reduziert, bewusst verlangsamt und hochmodern balldig kommt »Góða Tungl« daher, in dem Bass und Snare rhythmusgebenden Schabernack veranstalten.

Samaris wirken so, als seien sie auf der Suche nach etwas Flüchtigem, was sie nicht genau benennen können. Als gebe es nichts Schöneres, als mit weit ausgestreckten Armen durch den Nebel zu taumeln, hinter dem sich unerhörte Landschaften verbergen könnten. Und ankommen wollen sie noch lange nicht! Denn es ist so viel spannender, in tranceartige Zustände zu verfallen, in denen sich die Dinge partout nicht benennen lassen. Die Drei wirken so, als seien Zwischenwelten ihr bevorzugtes Terrain: Weil sie mit dem vielleicht zugänglichsten Track »VögguDub« keine Scheu vor Anleihen beim etablierten Dubstep der 80er und 90er zeigen. Abgerundet wird das Album durch mehrere Remixe. Dass Samaris auf dem Debüt vor allem Material zweier zuvor erschienener EPs verwenden, wollen wir ihnen nicht wirklich übelnehmen. Denn die isländischen Nachwuchskräfte wollen voraussichtlich noch im weiteren Jahresverlauf mit dem Nachfolgeralbum nachlegen. (emv)



Siehe auch:
Pascal Pinon

 Samaris: Samaris

Offizielle Website

Offizielle Website      samaris.is/



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