Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Mariam The Believer
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Blood Donation
(2013, Repeat Until Death RUDCD1)

In der skandinavischen Musikszene ist sie eine untypische Erscheinung - schon äußerlich fällt sie mit ihren iranischen Wurzeln aus dem Rahmen. Und die Bands, mit denen sie uns schon häufig begeistert hat — Lateinisch mit Anders Jormins »Ad Lucem«, avant-poppig als Duo Wildbirds and Peacedrums mit Ehepartner und Drummer Anders Werliin oder im spektakulären FIRE! Orchestra — gewöhnlich geht anders. Doch Mariam Wallentin nimmt alle im Sturm ein, und daher muss ihr Debüt im eigenen Namen ganz klar unser Album des Monats sein. Mariam The Believer schließt eine feine Band dreier Herren mit ein: Tomas Hallonsten an den Tasten, Jo Berger Myhre (Splashgirl) am Bass und Werliin an den Schlaginstrumenten. Dazu gastiert hin und wieder Joel Wästbergs Saxofon. Als die Band kürzlich, im September das PUNKT-Festival in Kristiansand eröffnete, eroberte die Sängerin den Saal von der ersten Minute an mit ihrer Präsenz und ihrer Energie.

Zwar sind die 13 Songs auf »BLOOD DONATION« weitaus weniger druckvoll und mitreißend ausgefallen als auf der Bühne, wo sie der Energie einer Patti Smith Konkurrenz machen könnte, doch macht das Album es durch Raffinesse in Arrangements und Songstrukturen mindestens wett. Geschrieben und produziert hat Mariam selbst, aufgenommen hat der mit Tonbruket zunehmend begeisternde Johan Lindström, und so vergehen die rund 50 Minuten der CD im Flug - man kann sich nicht satthören an der klanglichen und kompositorischen Vielseitigkeit. Ein Album voller Poesie und Vitalität, das uns durch den kommenden Winter begleiten wird.

Nicht nur stimmlich, sondern auch textlich beeindruckt »The Believer« durch eine aufregende emotionale Offenheit und Direktheit, gleichwohl fern von selbstzerfleischender Quälerei. Es ist an der Zeit, dass Mariam Wallentin zu einem »household name« wird. A star is born. (ijb)



Siehe auch:
Wildbirds & Peacedrums
Anders Jormin
Splashgirl
Tonbruket


Zu den aktuellen Tourterminen von Mariam The Believer

 Mariam The Believer: Blood Donation

Video-Link Offizielle Website

Die CD »Blood Donation« war »CD des Monats« im Monat 10 / 2013.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Mein Aha-Erlebnis war ihr Auftritt bei der Uraufführung von Ben Frosts Elektro-Oper "The Wasp Factory". Wahnsinns-Stime, Wahnsinns-Präsenz. Und so fügt sich dieses Album in den Eindruck von Frau W.: Unkategorisierbar, und genau deshalb überragend.
Sebastian Pantel

Bei mir war das Erweckungserlebnis mit Frau Wallentin ein Aufritt mit Wildbirds And Peacedrums im Heidelberger Karlstorbahnhof. Was für eine Intensität! Und was für eine aufregende Unberechenbarkeit! Diese Versprechen hält sie auch auf ihrem Soloalbum ein. Ich freue mich schon darauf, sie demnächst live auf dem Iceland Airwaves Festival in Reykjavik zu sehen. Ein Muss-Termin!
Eva-Maria Vochazer

Natürlich ist das mehr als gut, und außergewöhnlich obendrein. Allein vom Hören selbst stellt sich bei mir noch keine Begeisterung ein - vielleicht sollte ich die Dame doch mal live sehen.
Tim Jonathan Kleinecke

Ich muss gestehen, ich kannte die Lady bisher nicht. Schon mit den ersten Tönen wird jedoch sofort klar: Das hat was! Und zwar: eigenwillige Gesangsperformance, vielschichtige Songs, klug agierende Begleiter. Eben einfach jede Menge Charakter.
Peter Bickel

Offizielle Website      mariamthebeliever.blogspot.com

   

Love Everything
(2017, Repeat Until Death/Cargo)

Mariam Wallentin ist so etwas wie die »dark lady« des schwedischen Avantgardepop: Selbstbewusst gleitet die zierliche Musikerin mit der großen Stimme auf ihrem zweiten Soloalbum »LOVE EVERYTHING« durch die Stile und entzieht sich souverän allen vorschnellen Verortungen. Schwüler 80er-Soul, hibbeliger Jazz, anspruchsvolles Chanson, frickelige Elekronica, mondäne Beats und süffige Streicher: Die Schwedin verbindet all diese Elemente mit der Kraft ihrer Persönlichkeit. Kompliziert ist das neue sexy! Und keine Angst, Mariam The Believer macht durchaus keine Musik exklusiv für Leute mit gehobenem Bildungsabschluss: Zu Songs wie dem fast schon gospelaffinen »Eternity« oder dem R´n`B-nahen Bodylife« kann man durchaus abtanzen!

Die selbstbewusste Schwedin mit persischen Wurzeln hat das Album übrigens selbst produziert und auf ihrem eigenen Label Repeat Until Death herausgebracht. Kontrolle über die Produktionsmittel ergreifen nennt man so was! Warum dem so ist, macht sie ebenso simpel wie überzeugend deutlich: »Die Musik ist ein heiliger Ort, an dem alle meine Dimensionen gleichzeitig exisitieren können. Ich spüre diesen immensen Drang, nicht auf etwas reduziert zu werden. Denn stattdessen will ich wirklich ganz frei sein«. Freiheit gelingt aber wohl am besten mit der Hilfe von Freunden: Von 15 Musikern aus ganz unterschiedlichen stilistischen Ecken. Vom Free-Jazzer Mats Gustafsson über den Drone-Experimentalisten Oren Ambarchi bis zur experimentellen Sopranistin Sofia Jernberg. Keine Frage: Mariam The Believer traut sich was! (emv)



Siehe auch:
Mats Gustafsson

Video-Link



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel