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Alle Rezensionen zu Easy October
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Things We Said Yesterday
(2013, Adore Music/Broken Silence)

Manchmal brauchen wir das: Songs, die uns mit countryesker Melancholie das Herz wärmen. Angenehm verlangsamt daherkommen und sich irgendwo zwischen bluegrassiger Solitude, poppigen Ausbrüchen und Singer-Songwriter-Innerlichkeit ansiedeln. Was nicht heißt, dass hier für gemäßigtes Pathos kein Platz wäre! Das wäre alles zwar schön und Seele streichelnd, doch die Namen hinter dem Projekt lassen aufhorchen: Es sind allesamt Veteranen der schwedischen Alternative-Rock und Americana-Szene: Johan Håkansson von The Soundtrack Of Our Lives und der immer über den Tellerrrand schauenden Kristoffer Åström etwa. Wer von den Herren den schönsten Vollbartwuchs hat, wollen wir dem Geschmack des Einzelnen überlassen. Das Debütalbum »THINGS WE SAID YESTERDAY« ist jetzt herausgekommen und hat macht aus jedem Abschied ein Miniatur-Melodrama.

Ein schönes Detail am Rande ist das Faktum, dass drei der vier Bandmitglieder im Oktober geboren worden sind. Was ihr Hingezogensein zu welkenden Zuständen erklären könnte. Noch ist hier nicht alles völlig rund ausgefallen. Mitunter streift man die Grenze zur Gefälligkeit. Mitunter ist es hier so heimelig wie auf einer Glanzseite im Ikea-Katalog. Sei´s drum: Die Stimmung rauchblauer Melancholie treffen die vier mitunter präzise. Wo war die genaue Stelle, an der wir vom Wege abgekommen sind? Wollen wir besser gar nicht so genau wissen, sondern lieber in großen Gefühlen schwelgen. Und Farbe bekennen: Am liebsten wäre ich dein Rocket Man, versprechen sie im vielleicht schönsten Track des Albums der Angebeteten. Puuuh, da werden die Waldschrate plötzlich zu feurigen Don Juans! (emv)



Siehe auch:
The Soundtack Of Our Lives
Kristoffer Åström

 Easy October: Things We Said Yesterday

Offizielle Website

Offizielle Website      www.easyoctober.com

   

Tangled Up In Black
(2018, Adore Music)

Alles wird gut, obwohl die Welt bisweilen ein dunker Ort sein kann: Das ist, auf den Punkt gebracht, die Botschaft, die »TANGLED UP IN BLACK« vermitteln will, das fünfte Album von Easy October. Hinter dem schwedischen Americana-Projekt steckt nun hauptsächlich Kristoffer Hedberg. Die prominenten Gründungsmitglieder Kristofer Åström und Johan Håkansson haben sich wohl dezent zurückgezogen. Simple Klampfer waren Easy October noch nie, aber auf dem Fünftling ist der Schritt in Richtung Wohlfühl-Pop mit warmen 70ies-Einschlag eindeutig. Mitunter geht esin Tracks wie dem hochemotionalen »Stay With Me« sogar dezent glamrockig zu!

Gleichwohl: Trotz aller Verspieltheit vermitteln Hedberg und seine Mitstreiter hier ein Gefühl der Heimeligkeit. Die leise Wehmut, sich durch Songs wie das slidegitarren-umschmeichelte »Knuckles Turn White«, schmerzt niemals wirklich schlimm. Eher streicheln diese Songs die Seele auf bittersüße Weise. Dass die Grenze zum Gefälligkeitspop mitunter in Sichtweite rückt, wollen wir den Schweden nicht wirklich vorwerfen. (emv)



Siehe auch:
Kristofer Åstrom

Video-Link

   

Sweethearts Before The Fall
(2014, Adore Music/Broken Silence ADM036)

Diese bärtigen schwedischen Zausel würde man doch liebend gerne zu besten Freunden haben! Die schwedische Supergroup in Sachen Country-Pop um die Szene-Größen Kristoffer Åström und Johan Håkansson gibt auf ihrem zweiten Album »SWEETHEARTS BEFORE THE FALL« weiterhin die gemütvollen Gutmenschen mit der Klampfe. Die als sympathische Loser in Liebesdingen im gemächlichen Tempo über die Weiten der Americana-Prärien traben. Man ist fast versucht, sich mit ihnen solidarisieren: Ach, die Einsamkeit ist doch letztendlich unser bester Freund! Wir können uns an diesen hemdsärmeligen Tönen wärmen wie an einem flackernden Lagerfeuerchen. Die Slide-Gitarre schnurrt dazu.

In der Außenseiterrolle fühlen sich die Göteborger sichtbar wohl. Verneigen sich implizit vor den großen einsamen Wölfen von Ryan Adams bis zum jungen Bob Dylan. Legen an Ausdrucksspektrum zu, wenn in »Been Loving You For Years (But Of Course I Had To Fuck It Up)« ein sensibles Piano die Zwischentöne anschlägt. Und in »When Your Eyes Met« darf sogar die Orgel aufbrausen. Große Gefühle im bescheidenen Gewand also! Denn irgendwie sind Easy October die Troubadoure im karierten Flannelhemd. Ganz übel enden tun die Dinge dann doch nicht: Im Unterton schwingt immer mit, dass doch noch alles gut wird. Wohlfühtöne für den Whiskey nach Feierabend? Irgendwie schon! (emv)



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