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Alle Rezensionen zu Kari Ikonen Trio
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Beauteous Tales and Offbeat Stories
(2015, Ozella Music OZ 060 CD)

Schon liegt die Aufnahmesession in Helsinki wieder ein Jahr zurück. Seltsam, diese heute übliche Praxis, Veröffentlichungen allerorts so auf die lange Bank zu schieben; wie mag das für die Musiker sein? Das finnisch-armenische Trio nahm den Ball auf und entschied sich für ein Covermotiv aus dem 16. Jahrhundert: Hieronymus Bosch. Ein ziemlicher Kontrast zum etwas lauen Motiv des Vorgängers »Bright« vor drei Jahren. Schön. Und das Kari Ikonen Trio, das genau betrachtet doch aus drei gleichrangigen Mitgliedern besteht, kann sich fraglos als Erzeuger zeitloser Musik in Hancock-Tradition sehen hören lassen.

Nicht nur gibt es auch diesmal wieder eine tolle Interpretation eines Coltrane-Klassikers (hier: »Countdown«), auch bauen die drei Herren stärker als zuvor auf faszinierende Kontraste und zwei, drei große Erzählbögen sowie auf Einflüsse aus dem Armenischen, also der Herkunft des Bassisten Ara Yaralyan. Dadurch gelingt es ihnen, ihre eigene Identität in der skandinavischen Jazzszene deutlich und eindrucksvoll auszubauen. Das Album mit dem Titel, den man mühsam auswendig lernen muss, hätte es absolut verdient, dass ihm auf lange »Sicht« mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als dem schon gelungenen Triodebüt »Bright«. (ijb)



Siehe auch:
Markku Ounaskari
UMO Jazz Orchestra
Pekka Pohjola
Piirpauke

Kari Ikonen: Beauteous Tales and Offbeat Stories

Offizielle Website

Offizielle Website      www.kariikonen.com/kari-ikonen-trio

   

Bright
(2013, Ozella Music OZ 049 CD)

Nach vier Alben mit seinem ersten Trio Gnomus, drei mit dem Sextett Karikko und einigen weiteren in diversen Formationen ist es etwas irreführend, dass »BRIGHT« als ein Debüt angekündigt wird. Gleichwohl hat der finnische Pianist und Komponist mit dem überaus versierten und vielgerühmten Schlagzeuger Markku Ounaskari und dem in Tallinn lebenden Armenier Ara Yaralyan am Kontrabass ein auf den ersten Blick konventionelles Pianotrio ins Leben gerufen, das einen Neuanfang markiert; und dessen Debütalbum gleich nach Erscheinen der »Yrjö«-Preis des finnischen Jazzverbands als »Musiker des Jahres« folgte.

Mit »BRIGHT« greift das Trio mehr die lebendige moderne US-Jazztradition auf als finnische Lakonie oder 70er-Jahre-Fusion, glanzvoll unterstrichen durch frische Einspielungen von Coltranes »Giant Steps« und Styne/Cahns »I fall in Love too easily«. Bereichert wird das Set von Anfang an, auch in Ikonens Kompositionen, durch Yaralyans orientalische Farben. So gelingt es den dreien, das klassische Klaviertrio durch eine eigenständige neue Stimme zu bereichern, die gleichzeitig quicklebendig klingt wie von einer starken inneren Ruhe und Fokussierung getragen. Fantasievoll, strahlend und geistreich: ein formvollendetes Debüt, »bright« in vielerlei Hinsicht! (ijb)

Video-Link



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