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Alle Rezensionen zu Sophie Zelmani
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Everywhere
(2015, Oh Dear Recordings/Cargo)

Intim und trotzdem schwelgerisch: Das soll Sophie Zelmani erstmal einer nachmachen! Die schwedische Sängerin kreist auf ihrem elften Album »EVERYWHERE« einmal mehr um die Thematik, die ihr musikalisches Schaffen seit vielen Jahren bestimmt: Die erwachsene Form der Liebe. Die leise Desillusionierung, das sanfte Beharren auf der Macht der Gefühle. Die Melancholie, die durch diese - nur scheinbar! - reduzierten Songs schwingt, ist von der angenehmen Art, die nur ein leises Ziehen im Herzen verursacht. Nie aber wirklichen Schmerz. Und so kommt es, dass diese feinen Tracks eher einlullen denn wirklich berühren.

Keine Frage: »EVERYWHERE«, das in der nordschwedischen Einsamkeit in einem ehemaligen Schulhaus aufgenommen wurde, lebt davon, dass die Songs direkt während der Aufnahmen in einem Take entstanden sind. Man spürt die enge Bindung, die Zelmani und ihr langjähriger Gitarrist und Produzent Lars Halapi zueinander aufgebaut haben. Gitarren perlen, Pianotöne tupfen und sanfte Americana-Klänge halten Einzug. Zur klassischen Singer-Songwriterin aber eignet sich Sophie Zelmani nicht: Dazu ist sie viel zu ätherisch, viel zu delikat, viel zu romantisch. Songs wie das sehnsüchtige Titelstück oder die kleine Alltagsgeschicht »Charlotte By The Store« geben sich zwar reduziert, sind aber letztendlich glanzpoliert. Sophie Zelmani schreibt Songs für einen traumverlorenen Abend, den man auf dem Sofa verbringt. Angenehm, das! Aber manchmal wünscht man sich, sie würde einem doch bitte, ein einziges Mal, wirklich fordern. Und damit völlig überraschen! (emv)


Zu den aktuellen Tourterminen von Sophie Zelmani

Sophie Zelmani: Everywhere

Offizielle Website

Offizielle Website      www.zelmani.com

   

My Song
(2017, Oh Dear Recordings/Cargo)

Es gibt Dinge, die ändern sich erfreulicherweise nicht: Dazu zählen die Alben von Sophie Zelmani, die seit fast einem Vierteljahhundert so klar und schwebend daherkommen wie die erste zarte Frühlingssonne. Krittler können maulend anmerken, dass die schwedische Singer-Songwriterin auch auf ihrem zwölften Album »MY SONG« keine stilistischen Experimente versucht, sondern ihren seit Jahren erfolgreich etablierten Sound pflegt: Angenehm reduzierten Kammerfolkpop mit immer noch mädchenhafter Attitüde. Böse Zungen nennen das Kuschelakustik. Pfui aber auch!

Und warum sollte man eine bewährte musikalische Partnerschaft aufkündigen, nur um sich irgendwie neu zu erfinden? Seit fast einem Vierteljahrhundert arbeitet Sophie Zelmani mit dem Produzenten Lars Halapi zusammen, der ihren intimen Songs wohl schon instinktiv eine strahlende Kühle verleiht. Und von wegen veränderungsresistent: Sophie Zelmani hat vor drei Jahren ihr eigenes Label gegründet und agiert hier als ihre eigene Chefin. Und bewegt sich schwerelos zwischen sanftem Folk und verlangsamten Pop, kann aber mit Songs wie »Something More« auch mit üppigeren Arrangemens aufwarten. Balsam für die gestresste Alltagsseele hin oder hier: Mit Sophie Zelmani schwebt man himmelwärts. (emv)

   

The Ocean And Me
(2008, Columbia/Sony BMG 0886973352724)

Im Norden nix Neues. Was man bei Sophie Zelmani auch nicht wirklich erwartet, aber langsam nerven ihre betulichen Säusel-Songs, da diese kompositorisch immer mehr nachlassen und der Ideenverlust so deutlich zutage tritt. Fast alle Tracks erweisen sich als Kopie aus früheren Alben, jedoch mit weniger Substanz. Neue Töne – wie etwa die Schlussnummer »I Will Be There« mit Reggae-Flair und einem Gitarren-Solo im Mark-Knopfler-Stil – bleiben die Ausnahme.

Ansonsten »plätschert« das Album – der Titel »THE OCEAN AND ME« ist da geradezu prophetisch – ohne wesentliche Höhepunkte dahin; lediglich Gitarrist und mausikalischer Langzeitpartner Lars Halapi bewegt sich mit seiner schmeichelnden Begleitung auf fast gewohntem Niveau. So langsam muss man wirklich befürchten, dass bei Sophie Zelmani der Lack ab ist. (peb)

   

Memory Loves You
(2007, Epic/Sony BMG 88697063092)

Der erste richtige Aussetzer der scheuen Schwedin. Trotz bewährter Song-Rezeptur und dem bewährten Lars Halapi als Gitarrist und Produzent zündet »MEMORY LOVE YOU« kein bisschen. Gerade im Vergleich zu den früheren Alben sucht man verwundert nach den Gründen und stellt fest: Erstens – die Songs bleiben nicht haften. Zweitens – Musiker und Sängerin agieren lustlos.

Das ist freilich der Todesstoß für jede CD, wodurch die wenigen guten Ansätze im Keim erstickt werden. Dass auch die Arrangments noch eine Spur watteweicher geraten sind und mit mehr Streichern ausgekleidet wurden, ist da nur noch das Tüpfelchen auf dem i. Nun denn: Geben wir uns den Erinnerungen an die früheren Zelmani-CDs hin und hoffen wir, dass die Sängerin mit dem nächsten Album wieder zum gewohnten Niveau zurückfindet. (peb)

   

1995 – 2005: A Decade Of Dreams
(2005, Columbia/Sony BMG 82876.74599.2)

Die scheue Schwedin zieht mit diesem Album eine Best-Of-Bilanz aus fünf CDs, und drei neue Songs sind auch dabei. Ihre Welt ist eine leise und stille, in der es – natürlich – auch Enttäuschung und Einsamkeit, aber niemals Wut und Extrovertiertheit gibt. Manch einer mag zunächst nörgeln über die anhaltende Sanftmut dieser Kuschelstunde, wird jedoch binnen kurzem dem zartbitteren Charme der herzerwärmenden Seelen-Soundtracks erliegen. So wie Fotografen-Legende Anton Corbijn, der das Vorwort fürs Booklet schrieb.

Ach ja – ein einziger Beitrag namens »People« kommt etwas flotter daher, folgendermaßen kommentiert von Sophie: »Well, what can I say, my only up tempo song«. Und siehe da: Es ist der schwächte Beitrag. Es ist also schon gut, wenn Sophie Zelmani ihre fragile Folkpop-Streicheleinheiten singt – produziert, arrangiert und gitarristisch begleitet von Lars Halapi. (peb)



Siehe auch:
Lars Halapi

   

Love Affair
(2004, Columbia/Sony Music 514800-2)

Ihre Stimme verliert sich oft im Flüsterton, und Interviews hasst die introvertierte Sängerin ohnehin, weil es ihr schwer fällt, mit fremden Menschen zu reden. Auch ihre Musik hält sich scheu zurück, drängt sich zu keiner Sekunde auf, existiert nur für sich selbst und wirkt dadurch umso gewaltiger.

»LOVE LETTER« ist Sophie Zelmanis fünftes Album und wohl ihr eindringlichstes. Mit zartbitteren und asketisch instrumentierten Folkpop-Miniaturen wie »September Tears«, »Memories« oder »Lost In Love« reiht sich die Schwedin ein zwischen Singer/Songwriter-Giganten vom Schlage Tim Buckley, Leonard Cohen und Jackie Leven. Auch Assoziationen zu ebenfalls melancholisch im Zeitlupentempo agierenden Landsleuten wie Hederos/Hellberg und Stina Nordenstam werden wach. Diese prachtvolle Musik besticht durch ihre Stille, schüchterne Schönheit und innere Wärme. Kann es ein größeres Kompliment geben? (peb)



Siehe auch:
Martin Hederos
Stina Nordenstam
Lars Halapi
Dan Berglund's Tonbruket

   

Sing And Dance
(2001, Columbia/Sony Music 5053932)

Welcher Mann würde nicht weiche werden, wenn eine Frau ihm einen Song wie »Oh Dear« ins Ohr hauchen würde. Erinnerungen an frühe Wim Wenders-Filme werden wach – nicht nur, weil Sophie Zelmanis Musik ganz ähnlich klingt wie deren Soundtracks, sondern weil man ebenfalls Entwurzelung, Einsamkeit und Sehnsucht zu spüren vermeint.

»How's Your Heart Doing«, oder das versöhnliche »Going Home« – alles Nummern, die wie federleichte Berührungen oder scheue Blicke wirken. Und die so einfach gestrickt sind, dass sie gerade dadurch faszinieren. Und wäre es eine Abwertung, »Breeze« mit Chris Rea zu vergleichen? Falls ja, dann vergesst diesen Satz. Die Schwedin hält jedenfalls ihr hohes Niveau mit diesem Album. (peb)

   

Time To Kill
(1999, Columbia/Sony Music 4964012)

In kleines Einknicken, ein Straucheln vielleicht. Nicht mehr ganz auf der Höhe des Vorgängers, aber trotzdem mit gewohntem Understatement und ihrer Liebe für einfache, schlichte Songs lieferte Sophie Zelmani ein grundsolides Singer/Songwriter-Album ab. Bei »Losing You« und »Why« Dire-straitet es etwas, der Titelsong erinnert in Erzähltechnik und Ausführung an Mr. Dylan, und »Nostalgia« ist eben das: eine Ode an die alte Zeit, gemütlich und ein wenig melancholisch. Ungefähr so, als wäre J.J. Cale am Einnicken.

Die richtigen Highlights sind dünn gesät, aber nicht unerwähnt bleiben darf für Zelmani exemplarische »The Dreamer«: Transparent, fast schwerelos bewegt sich die Sängerin durch ihre Musik, träumt sich weg und singt eher für sich selbst als für andere. »Dreamer« singt der Chor dann beim Refrain und holt dadurch sie (und uns) wieder in die diesseitige Welt zurück. (peb)

   

Precious Burden
(1998, Columbia/Sony Music 4897332)

Irgendetwas muss passiert sein seit dem Debüt und dem drei Jahre spärer veröffentlichten Nachfolge-Album »PRECIOUS BURDEN«. Die Songwriting-Qualitäten der schönen Schwedin hatten sich vervielfacht, und der abermals als Produzent fungierende Lars Halapi schneiderte ihr zauberhaft transparente Arrangements auf den Leib.

»Leaving« eröffent den zartbitteren Reigen, und es geht ähnlich melancholisch weiter: Der Titelsong tröstet das geschundene Herz, ohne Illusionen aufzubauen; »So Long« drängt sanft, aber bestimmt nach vorn, und das mit knochentrockenem Bass angetriebene »Got To Stop« wird zum melodischen Dramolett mit Peitschenhieben als Rhythmus-Impuls. Mit ihrem zarten, ganz und gar unmanrierten Gesang kann Sophie Zelmani gute Songs zu ihrer vollen Blüte wachsen lassen – das hat sie mit diesem Album bewiesen. (peb)

   

Sophie Zelmani
(1995, Columbia/Sony Music 4809559)

Sozusagen aus dem Nichts tauchte eine Schulabgängerin aus den Stockholmer Vororten auf. Allein aufgrund ihrer Demo-Tapes wurde Sophie Zelmani vom Fleck weg engagiert – eine Entscheidung, die sich für Sony rechnete, denn das Debüt errang in ihrer Heimat Platin-Status. In der Tat lässt bereits das erstes Lebenszeichen von 1995 Zelmanis Potenzial erkennen, wenngleich die Songs noch kaum eigene Handschrift tragen und die Arrangements noch nicht die spätere Eindringlichkeit erreichen.

Doch Sophies scheu-schüchterne Stimme zündet schon ansatzweise, und man spürt, dass hier kein aufgesetzter Folkrock-Sound am Reißbrett entstanden ist. Und dass die verletzliche und mlancholische Ausstrahlung der Sängerin kein bloßes Image ist, sondern eben ein Wesenszug. Unterm Strich und im Vergleich zu späteren Alben erreicht das Debüt trotzdem nur Mittelmaß. (peb)



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