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Alle Rezensionen zu Daniel Karlsson Trio
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Fusion For Fish
(2014, Brus & Knaster brus 034)

Grundsätzlich ist Daniel Karlsson ein sehr Groove-orientierter Pianist, Balladen oder brav swingender Trio-Jazz ist seine Sache nicht. Er liebt eher die geraden Rhythmen, bei ihm darf es schon mal ordentlich voranpreschen. Der Titeltrack steht hierfür beispielhaft – doch halt: das Stück wird zunehmend vertrackt und zum rhythmischen Rätsel, aber doch irgendwie tanzbar. Eine Orgel hat er auch dabei, das muss man nicht immer mögen, manchmal passt es jedoch ganz gut.

In seinem Trio steht weiterhin Kristian Lind am Kontrabass und Fredrik Rundqvist sitzt hinter den Trommeln - eine gut harmonierende Einheit, in der die individuelle Klasse zur Geltung kommt. Verstärkt werden sie hier und da von Andreas Hourdakis an der Gitarre. Nicht jedoch auf »Route 222«, das sachte beginnt und sich dann steigert wie die Wellen bei Flut. Ebenso gut ist »Freshwater Tourist«, nicht nur wegen des flotten Bass-Solos. Natürlich ist Daniel Karlssons Konzept nahe an dem des e.s.t., in »Corresponding With Folke Bengtsson« wird das besonders deutlich mit kurzen Melodielinien, die wiederholt werden, die leicht verändert werden, die aber das ganze Stück durchziehen. »Mrs Mermaid« ist auch hübsch – da kommt dann auch endlich Hourdakis zum Zuge. (tjk)



Siehe auch:
e.s.t. (Esbjörn Svensson Trio)
Oddjob
Magnus Öström
Andreas Hourdakis

Daniel Karlsson: Fusion For Fish

Offizielle Website

Offizielle Website      www.danielkarlssonmusic.com

   

Ding Dong
(2017, Brus & Knaster brus 043)

Es beginnt wie immer beim Daniel Karlsson Trio, man könnte auch sagen: Es beginnt so, wie wenn Esbjörn Svensson noch am Leben und aktiv wäre. Daniel Karlsson steht sicher dem musikalischen Konzept des früh verstorbenen Landsmanns und Instrumentalkollegen sehr nahe.

Fredrik Rundqvist sitzt wie immer hinter den Trommeln, am Bass ist seit dem Vorgängeralbum bereits Christian Spering – die drei harmonieren nach wie vor. Spering spielt sogar hier und da Cello und schickt die Basstöne auch mal durch Effektgeräte. Das tut Karlsson auch gerne, bzw. er greift gleich zu diversen Keyboards. Das funktioniert bei seiner Musik auch ganz gut, schließlich baut er nicht auf zweifellos vorhandene Virtuosität, sondern auf den Flow der Musik. Und auf catchy Melodien, auf eher gerade Rhythmen und Nachvollziehbarkeit, manchmal hart an der Grenze zur Belanglosigkeit. Jazz light, sozusagen. Schade nur, dass er in dieser Disziplin des Piano-Trios schon wieder in der Verfolgerrolle ist. Landsmann und Instrumentalkollege Tingvall hat, zumindest was die Popularität betrifft, die Nase vorn.
(tjk)



Siehe auch:
e.s.t.
Tingvall Trio

Video-Link

   

At The Feel Free Falafel
(2016, Brus & Knaster brus 036)

Er ist so ein guter Pianist, der Daniel Karlsson, und auf die Tasten bringt er das auch, die Linien fließen prickelnd und mit Verve aus seinen Fingern. Allerdings hapert es ein wenig mit dem Geschmack. Dass er ein Stück weit das Erbe von Esbjörn Svensson weiterführt, ist ja in Ordnung und in mehrfacher Hinsicht nachvollziehbar. Schon der Opener »Chilly Chill« könnte mit seinen geraden Rhythmen und den griffigen, fast nachsingbaren Solopassagen direkt ins e.s.t.-Programm passen. Zudem hat er einen neuen Bassisten in seinem Trio: Christian Spering ist der eigentliche Star dieser Aufnahmen, er spielt eine ganze Reihe grandioser Soli, man höre einfach mal »Daily Döner«.

Doch es gibt eine andere Seite von Karlsson: Die, auf der die Qualität der Kompositionen mit der des Pianisten nicht mithalten kann. Die, auf der er obskure Klänge zaubert, mit Mellotron und anderen Synthesizern. Da wabert es, da klingen künstliche Chöre und ähnlich unnützer, unpassender Kram. Was soll das alles? Das verhunzt die schönsten Stücke, die als akustisches Trio absolut sehr gut kämen! Da reißen es leider auch Andreas Hourdakis‘ (g) und Schwester Rebecka Karlssons (vi) feine Farbtupfer nicht mehr raus. So ein guter Pianist, der Daniel Karlsson, aber er bleibt hier ein gutes Stück unter seinen Möglichkeiten – eben weil er sich mit dem Mellotron-Schnickschnack ein klassisches Eigentor schießt. (tjk)

   

Das Taxibåt
(2013, Brus & Knaster brus 021)

Daniel Karlsson ist Pianist bei der famosen Band »Oddjob«, arbeitete auch schon in Magnus Öströms Band und mit vielen anderen Musikern. Er wird gelegentlich als Erbe Esbjörn Svenssons gesehen, stilistisch sind sich die beiden Schweden durchaus ähnlich. Wie bei e.s.t. geht es Karlsson weniger um die Zurschaustellung instrumenteller Meisterschaft, sondern um einen Gruppensound und einprägsame Melodien auf griffigen Rhythmen. Folgerichtig gibt es nicht allzu viele Soli von Bassist Kristian Lind und Drummer Fredrik Rundqvist.

Der eröffnende Titelsong ist ausgesprochen catchy und zeigt Karlssons Nähe zu Svensson. Ganz wunderbar ist der »Cowboy Song«, an dessen Ende Rundqvist mit den Trommeln klingt wie heranreitende Indianer. In »Johansson’s Temptation« streut Karlsson spröde Improvisationen über wenige Akkorde, eher elegant und behutsam gehen alle in »Sergio Giorgini« zu Werke. Dazu kontrastiert perfekt »Christney’s Bass Lesson« mit nervös-freien Passagen. »Positiv Man« ist dann wieder so ein fast rockig groovendes Stück – könnte eben doch von Svensson sein. (tjk)



Siehe auch:
Daniel Karlsson
Fredrik Rundqvist



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