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Alle Rezensionen zu Adna
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Night
(2014, Despotz)

Adnas Songs wirken auf die Zuhörer so, wie das »Kleine Schwarze«, das klassische weibliche Kleidungsstück: Bewusst reduziert und von eleganter Einfachheit. Zurückhaltend arrangiert, als scheuten sie sich davor, zu sehr ins Rampenlicht zu streben. Pathetische Geschichten oder übertriebene Melodramen will die knapp 20jährige auf ihrem Debütalbum »NIGHT« nicht erzählen. Lieber will sie flüchtigen Gefühlszuständen nachspüren, die mit Worten ohnehin nur schwer zu beschreiben sind. Umso besser, dass sich die Wahlberlinerin entschieden hat, den Erstling in nur fünf Tagen und fünf Nächten aufzunehmen: So wirken Songs wie das von Cello- und Pianoklängen umschmiegte Titelstück so, als trete Adna nachts um halb zwei gerade in einer kleinen Bar auf, wo Folksters, Popsters und Chansonniers heimlich Händchen halten.

Angenehm träumen lässt es sich zu diesen Songs. Die Sehnsucht kippt gerade noch nicht in Melancholie. Nachdenklichen Tracks wie »Thoughts« sind bar aller Erdenschwere. Sie kommen leicht daher, und zärtlich sowieso. Dass kleine Ballade und brüchiges Chanson mehr gemeinsam haben, als man gemeinhin annimmt, macht die Nachwuchskraft mit Songs wie »Rain« deutlich. Und was könnte man Schöneres über ein erstes Album sagen, als dass einem hier das Herz ganz weit aufgeht? (emv)


Zu den aktuellen Tourterminen von Adna

 Adna: Night

Offizielle Website

Offizielle Website      adna.se/

   

Closure
(2017, Despotz)

Von ruhiger Nachdenklichkeit und schwebender Melancholie: Die dunkle schwedische Lady Adna bleibt auf ihrem bereits dritten Album »CLOSURE« dem edlen Kammerpop treu und flirtet ganz dezent mit gehobenem Singer-Songwriter-Sounds. Und Hand aufs Herz: Am besten gefallen die verlangsamten, balladigen Tracks wie »Leave«, in denen Adnas samtige Stimme und ein schüchternes Piano im Mittelpunkt stehen. Zu diesen sehnsüchtigen Tönen kann man die Seele sanft baumeln lassen.

Es scheint fast, als habe die Musikerin in der Beschreibung diffiziler Liebesgefühle ihren inneren Frieden gefunden, so mit sich im Lot wirkt sie im Drittling. Der Albumtitel ist auch von Adnas Wunsch geprägt, sich mit ihren bosnischen Wurzeln zu versöhnen: Die Sängerin ist zwar in Schweden geboren, aber ihre Eltern sind in den 90er Jahren wegen des Balkankrieges nach Skandinavien geflohen.

Laute Töne hat Adna jedenfalls konsequent aus ihrer Welt verbannt. Mit tastender Zärtlichkeit und angenehm zurückhaltenden Arrangements bahnt sich diese schwarzgewandete Ariadne ihren Weg durch das Labyrinth der Emotionen. Songs wie »Soak« kommen schwärmerisch daher, ohne jemals die Grenze zum Kitsch zu überschreiten. (emv)

   

Smoke
(2016, Despotz)

Von samtiger Schwärze. Von dunkel elfenhafter Schönheit. Mit fein dosiertem Sinn für Theatralik: Die schwedische Wahlberlinerin Adna überrascht auf ihrer Live-EP »SMOKE« mit gehobenem Kammerpop der melancholischen Art. Pflegt warme, soulige Untertöne. Das sind unbedingt Sounds für die späten Abendstunden. Die implizit zum Innehalten auffordern. Zeit, vielleicht ein paar Kerzen anzuzünden.

Von Publikumsreaktionen ist in dieser kleinen Nachtmusik á la Adna nichts zu hören. Es ist so, als hielten alle Zuhörer im Raum den Atem an, um bloß diese zerbrechlichen Töne nicht zu stören. Tracks wie das feine Run, Lucifer« sind in der Live-Version auf ihr Grundgerüst heruntergebrochen und wirken in ihrer Lo-fi-Ästhetik fast noch intensiver. Durch diese verlangsamten Songs flattern schwarze Vögel. Und die hektische Welt steht eine knappe Viertelstunde lang ganz still. (emv)

   

Run, Lucifer
(2015, Despotz)

Schwarze Romantík kann so schwebend daherkommen: Die schwedische Sängerin Adna macht auf ihrem zweiten Album »RUN, LUCIFER« auf subtile Weise deutlich, dass uns vor nächtlichen Schattengedanken nicht bange sein muss. Vielleicht sieht man die Dinge aus schlaflosen Augen sogar klarer. Die junge Musikerin mit Wohnsitz in Berlin oszilliert hier mit schwärmerischer Melancholie zwischen symphonischen Synthie-Ausbrüch und reduziertem Kammerpop. Den gefallenen Engel, der den Namensgeber abgibt, schickt Adna jedenfalls mit spielerischer Leichtigkeit von dannen.

Die neun Tracks des Zweitlings hat die stets schwarz gewandete Chanteuse fast ausschließlich im heimischen Schlafzimmer eingespielt. Seelenschau und Selbstfindung im intimen Rückzugsraum betreiben: Adna lässt aus diesen Ingredenzien ein komplexes, erstaunlich elegantes Kunstmärchen entstehen, durch den ihr ein zarter dunkler Stern den Weg weist. Das könnte leicht ins süsslichen Weltuntergangskitsch kippen, tut es erfreulicherweise aber nicht. Gerade Songs wie die fein zurückhaltende Piano-Ballade »Silent Shouts« entwickeln eine stille Sogwirkung, die in ihrer filigranen Düsternis sehr ans Herz gehen. Möge diese lange Nacht niemals enden! (emv)



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