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Alle Rezensionen zu Dimmu Borgir
(Genre »Metal«, Land »Norwegen«)

 

Abrahadabra
(2010, Nuclear Blast NB2348)

Das dürfte traditionelle Anhänger symphonischen Black Metals überfordern: Als Gast für »ABRADAHABRA« holten Dimmu Borgir die ausgeflippte Animal Alpha/Djerv-Frontfrau Agnete Maria Forfang Kjølsrud. Statt des gewohnten »ahahaaaah«-Geträllers / Hintergrundjaulens diverser schwarzmetallischer Mikro-Aushilfen wütet die Norwegerin dissonant durch Songs wie »Gateways«. Ferner begleiten die ganze Scheibe: 51 Mitglieder des norwegischen Radioorchesters, der 38-köpfige Schola Cantorum Chor (der Universität Oslos) sowie der Komponist Gaute Storaas.

Das Ergebnis? Noch monumentaler, noch pompöser, noch opulenter – und sehr böse. Dennoch schmerzlich vermisst: Die »Ausgestiegenen« alias Keyboarder Mustis und Bassist/Klarsänger I.C.S. Vortex, dem Sessionbassist Snowy Show nur unbefriedigend am Mikro nacheifert. Zudem überlagert das orchestrale Aufgebot einige Mal fast alle Musiker und nimmt dem 49-Minüter so einiges an Härte. Doch ist der, nach einem Aleister Crowley-Ausspruch benannte, Zehntling ein gutes Werk der Nordmänner um Shagrath, wenngleich nicht ihr Bestes. Und: Man kann es auch der nicht Metal-hörenden Freundin vorspielen. (nat)



Siehe auch:
Animal Alpha
Old Man's Child
Sinergy
Djerv

 Dimmu Borgir: Abrahadabra

Offizielle Website

Die CD »Abrahadabra« war »CD des Monats« im Monat 10 / 2010.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Meine Messlatte in der Kategorie »Metal plus Orchester« ist ja das »YEAH! YEAH! DIE! DIE!«-Album von Waltari. Dieses hier kommt dem gefährlich nah. Und »ABRAHADABRA« wäre mit seinem tollen, dunklen Bombast übrigens auch der perfekte Soundtrack für eine FSK-18-Version der Herr-der-Ringe-Filme. Da fängt mein Ex-Metaller-Herz doch wieder an zu pochen...
Sebastian Pantel

Obwohl im Herzen kein echter Metall-Fan, so war ich doch von Dimmu Borgir immer schwer beeindruckt. Die unkonventionellen Wendungen, die Brüche und zahlreich geschlagenen Haken und natürlich die Virtuosität - die Norweger gehen einfach in allem einen Schritt weiter als die Konkurrenz. Das Sinfonie-Orchester ist da nur noch ein weiteres Sahnehäubchen.
Peter Bickel

Richard Wagner hat sich eine Matte wachsen lassen und ist unter die Headbanger gegangen. So klingt das. Der alte Ring der Nibelungen ist Kinderkram dagegen. Als Fan des Melodramas in XXL kann ich hier nur in die Knie gehen und flehend rufen »Ich ergebe mich!« Sicherlich eine herausfordernde Erfahrung, »ABRADAHABRA« live zu hören. Aber bitte mit Chor und Sinfonieorchester!
Eva-Maria Vochazer

Long live Norge! Das sind die Momente, wo ich ohne Wenn und Aber stolz bin auf meine Heimat, wo ich allen Nachwuchs-Metallern zurufe: Geht erst mal nach Norwegen in die Lehre, in das Land von Dimmu Borgir - einer Band, die nicht wegen, sondern trotz der Orchester-Aufnahme abermals Black Metal-Maßstäbe setzt. Und hab ich schon erzählt, dass ich mit Stian »Shagrath« zusammen im Kindergarten war?
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.dimmu-borgir.com

   

Forces Of The Northern Night
(2 CDs, 2017, Nuclear Blast NB 3732-2)

Fast sieben Jahre sind seit »ABRAHADABRA« vergangen – und Dimmu Borgir kriegen es einfach nicht auf die Reihe endlich ein neues Studioalbum einzuspielen. Nach den zwei Trostpflastern »TITANS OF SYMPHONIC METAL«, einem Split-Album (2014) mit Sonata Arctica und Avantasia, sowie der »DIMMU BORGIR«-Compilation (2017) kleben sie nun Pflaster Nummer Drei auf die Ohren ihrer Fans: »FORCES OF THE NORTHERN NIGHT«.

Das Doppelalbum beinhaltet den Live-Mitschnitt im Osloer Spektrum vom 18. Mai 2011, als das verbliebene Trio Shagrath, Silenoz und Galder gemeinsam mit dem Kringkastingsorkestret (KORK) und dem Schola Cantorum Chor auf der Bühne stand. Dabei lag der Fokus der Setlist mit sieben Stücken auf dem erwähnten »ABRAHADABRA«, für das die Black Metaller schon im Studio von KORK und Chor Unterstützung erhielten. Doch fanden auch Bandklassiker wie »Mourning Palace« und »The Serpentine Offering« sowie einige Lieder von »DEATH CULT ARMAGGEDON« und »PURITANICAL EUPHORIC MISANTHROPIA« ihren berechtigten Platz in die Live-Show. Ordentliche Liedauswahl, guter Sound - was will man mehr? Vielleicht endlich ein vernünftiges neues Studioalbum.

PS: Zum Komplettpaket gehören sowohl die Oslo-Show als auch die vom Wacken Open Air 2012 – mit identischer Setlist und dem National Czech Symphonic Orchestra – auf DVD, ergänzt um eine Dokumentation über die Zusammenarbeit mit dem KORK und ein Blick hinter die Kulissen des Konzertes in Oslo. (nat)



Siehe auch:
Sonata Arctica

   

In Sorte Diaboli
(2007, Nuclear Blast NB 1862)

Irgendwann wird es peinlich, wenn alte, schwarz-weiß angemalte Männer »Huuuaaaaargh!« ins Mikro röcheln. Zum Glück sind Dimmu Borgir noch weit von diesem Punkt entfernt. In gleicher Besetzung wie auf der Neuaufnahme von »STORMBLǺST« liefern die Norweger das erste Konzeptalbum ihrer Bandgeschichte ab. Selbst wer keines aus der limitierten Auflage mit Bonus-DVD ergattert, kann sich auf ein gewaltiges Gesamtkunstwerk freuen.

»IN SORTE DIABOLI« spielt im mittelalterlichen Europa und handelt von einem Priestergehilfen, der die Seiten wechselt – oder mit Silenoz' Worten: »There's this dude that works as a priest's assistant, and after a while he just discovers that he has nothing to do with Christianity. He just sort of has this awakening and realizes that he has different abilities and different powers and is leaning more to the dark side.« (nat)

   

Stormblåst (Re-recorded)
(2005, Nuclear Blast NB 1545-2)

Die Legende kehrt zurück: Die Norweger haben »STORMBLǺST« komplett neu eingespielt und um die Bonustracks »Sorgens Kammer – Del II« / »Abmaktslave« sowie eine Live-DVD mit dem kompletten 2004er Ozzfest-Gig ergänzt. Manches Intro haben sie verändert oder weggelassen, Hellhammers (Mayhem) Drums klingen transparenter, doch die Stücke verschwinden nicht hinter pompösen Orchesterwällen.

Die Black Metaler gehen stattdessen behutsam vor und bewahren die Harmonie des '96er Meisterwerks, dessen rauer Charme nun einer druckvolleren Produktion Platz macht – und damit bleibt genug Spielraum für die sicherlich auftretenden Streitereien à la »Original-Verfechter kontra Sound-Fetischisten«. (nat)

   

Death Cult Armageddon
(2003, Nuclear Blast 1047-2)

Die alten Vampire beißen noch: Dimmu Borgir sind aus der Hölle zurück gekehrt, mit einem verteufelt guten Mitbringsel im Gepäck. Wer sich wie die Norweger einst selbst eine Messlatte setzt, hat's nicht leicht. Doch sie stehen immer noch da wie eine Eins – sei es dank flinker Finger des Prager Philharmonischen Orchesters (»Eradication Instincts Defined«) oder kraft ihres Talents, Hymnen zu kreieren (»Cataclysm Children«).

Die Nachtschattengewächse versprühen gewohnheitsgemäß symphonisch-diabolische Klänge nebst akustischer Graffiti: »Satan Was Here« – und das sogar, back to the roots, gleich zweimal auf norwegisch. (nat)

   

World Misantropy
(EP, 2002, Nuclear Blast NB 0393)

Die Bonus-CD »WORLD MISANTHROPY« zur gleichnamigen ersten DVD – die ebenfalls 2002 auftaucht – enthält sechs Songs des Norwegen-Sextetts, wie etwa das zum ersten Mal in Erscheinung tretende »Masses For The New Mesiah«, eine Neuaufnahme von »Devil's Path«, außerdem Live-Versionen von »Blessings Upon The Throne Of Tyranny«, »Kings of The Carnival Creation«, »IndoctriNation« oder (… schon wieder) »Puritania«.

Zugegeben, die Norweger veröffentlichten bis dato kein Livealbum, die »ALIVE IN TORMENT«-EP ausgeschlossen, doch trotzdem – oder gerade deswegen – machen diese kleinen Livehäppchen nicht wirklich satt. Als Beilage zur Doppel-DVD jedoch gerne genommen. (nat)

   

Puritanical Euphoric Misanthropia
(2001, Nuclear Blast NB 0527)

Dunkle Gefühle der Düster Metaller: Mit dem von Keyboarder Mustis komponierten und vom Göteborger Symphonie-Orchester intonierten Intro »Fear And Wonder« geht's abwärts, ins Reich der Finsternis ... bis schließlich alle gemeinsam in der Hölle schmoren: »Burn In Hell«. Neben Sänger Shagrath, der seine Stimmbänder wunderbar vielseitig einsetzt, und Mustis stammt nur noch Gitarrist Silenoz von der Urbesetzung: Während den Arbeiten zu »PEM« feuern die Norweger Gitarrist Astennu. Ihn ersetzt Galder, beileibe nicht schlecht.

Bombastisch, atmosphärisch, rasant, euphorisch – Dimmu Borgir präsentieren sich auf dem Fünftling in Bestform. Kein schwaches Stück dabei; das wird belohnt: Das Sextett, inzwischen zum dritten Mal für den norwegischen Grammy nominiert, gewinnt ihn endlich. (nat)

   

Alive In Tormant
(EP, 2001, Nuclear Blast NB 072)

Für diese EP schneiden die Norweger fünf Tracks auf der »PURITANICAL EUPHORIC MISANTHROPIA«-Tour live in Stuttgart mit. Vom gleichnamigen Album kommen allerdings nur »Puritania« plus »The Maelstrom Mephisto«, zwei Stücke stammen vom Vorgänger »SPIRITUAL BLACK DIMENSIONS« anno 1999 und »Tormentor of Christian Souls« gar von »ENTHRONE DARKNESS TRIUMPHANT« (1997).

Von der Stimmung im Publikum hört man leider nicht allzu viel, schade. Dafür krachen die Songs allesamt aggressiv, energiegeladen, doch recht verständlich aus den Boxen. Um es mit den Worten der deutschen Fans am Ende der Scheibe auszudrücken: »Zugabe!« (nat)

   

Spiritual Black Dimensions
(1999, Nuclear Blast NB 0349)

Nach der für Dimmu Borgir-Verhältnisse eher schwachen Mini-CD aus dem Vorjahr stoßen sie nun erfolgreich tief in schwarze Dimensionen vor: Kreischer Shagrath duelliert sich beiläufig mit dem cleanen Widerpart ICS Vortex (Borknager), die Gitarren gewinnen dank Astennus Einstieg an Bedeutung.

Die Stücke selbst verlieren an Verständlichkeit, türmen sich stattdessen zu vertrackten, teils schwer zu durchdringenden Klangwällen auf. Doch wer durchbricht, wird belohnt, mit »The Insight And The Carharsis« etwa. Nach den Aufnahmen ersetzt Vortex Basser Nagash, der sich nun Kovenant widmet; auch Drummer Tjodalv verlässt die Band; ihn vertritt Nick Barker (Ex-Cradle Of Filth). (nat)



Siehe auch:
Covenant (jetzt: Kovenant)
Borknagar

   

Godless Savage Garden
(EP, 1998, Nuclear Blast NB3002)

Eigentlich war diese MCD nur als Überbrückung bis zum neuen Album gedacht. Der Erfolg von »GODLESS SAVAGE GARDEN« brachte Shagrath' Truppe jedoch eine Nominierung für den »Spellmannspris«, den norwegischen Grammy, ein.

Ob sich die Investition für die zwei neuen Songs »Moonchild Domain«, »Chaos Without Prophecy«, zwei Re-Releases, ein Accept-Cover und drei Live-Aufnahmen lohnt, sei jedoch dahingestellt. Auch optisch sinkt das Niveau: Auf dem Cover tauchen (endlich!) Black Metal-Klischee-gerecht nackte Frauen auf – wenn auch nur gezeichnet. (nat)

   

Enthrone Darkness Triumphant
(1997, Nuclear Blast 27361.1016.2)

Ein weiteres Meisterstück aus der Osloer Black Metal-Schmiede: Der Wechsel zum Label Nuclear Blast (und englische Texte) machen Dimmu Borgir der breiten Öffentlichkeit zugänglich – mit Erfolg.

Dennoch bleiben sich die Nordmänner treu und stehen unbeirrt für melodische und dennoch aggressive Klänge, wie bei dem wunderschönen »In Death's Embrace«. Auch der kleine Besetzungswechsel tut dem unverwechselbaren Sound der »Gods Of Darkness« keinen Abbruch: Brynjard Tristans Platz am Bass hat jetzt Nagash inne. (nat)

   

For All Tid
(1997, Nuclear Blast NB279CD)

Das langsame, dunkle und atmosphärische Debüt-Album taucht überraschend als Wiederveröffentlichung auf. Ergänzt um zwei neue Songs von der EP »In I Evighetens Mørke« finden die harmonischen Stücke sofort ihren Weg in Ohr und Herz der Hörer. Fast für Liebhaber klassischer Musik geeignet – aber nur fast.

Auf Textbeilagen hat Mastermind Shagrath bewusst verzichtet, »da diese im Original auf norwegisch geschrieben sind. Es wäre falsch, etwas aus unserer Muttersprache zu übersetzen, weil es die Bedeutung und Schönheit der Worte nähme. Wir hoffen, dass ihr das Wesen des echten norwegischen Black Metal trotzdem hören und genießen könnt!« (nat)



Siehe auch:
Vinterland

   

Stormblåst
(1996, Cacophonous Records 5017687.511229)

Mit »STORMBLÅST«, einem der besten Dimmu Borgir Alben überhaupt, haben die Norweger Black Metal-Geschichte geschrieben. Inspiriert durch Klassikkomponisten wie Wagner und Dvořák – vermischt mit Black- und Heavy Metal-Einflüssen der 80er Jahre – entstand der charakteristische Dimmu-Borgir-Sound.

Klangvolle Keyboardmelodien, aggressive Gitarren, knüppelnde Drums und eine Stimme zwischen rau und melodisch erzeugen eine außergewöhnliche Atmosphäre. Gesteigert wird die mystische Stimmung durch Shagraths Gesang in seiner Muttersprache – was sich auf den nachfolgenden CDs leider ändern wird. Passend gewählt auch der Bandname: »Dimmuborgir« ist ein sagenumranktes Lavagebiet auf Island (dimmu = neblig/dunkel, borgir = Schloss/Festung). (nat)



Siehe auch:
Arcturus

   

Inn I Evighetens Mørke
(1994)

Mit der 7"-EP gibt die anno 1993 von Sänger/Schlagzeuger Shagrath, Gitarrist/Sänger Silenoz, Gitarrist Tjodalv und dem kurz darauf hinzu gestoßenen Tastenmann Stian Aarstad plus Bassist Brynjard Tristan gegründete Truppe das erste Lebenszeichen von sich. Schön, sphärisch, ruhig starten die Norweger mit den beiden instrumentalen Stücken »Inn I Evighetens Mørke (Part I/II)«, wechseln abrupt mit durchgedrücktem Gaspedal zum brachialen Kreischgesangstück »Raabjorn speiler draugheims skodde«.

Ein deutlicher Fingerzeig, was die Black Metal-Welt von den nordischen Düstermännern erwarten kann. Zum Beispiel das Debüt »FÖR ALL TID« (1994) inklusive »Raabjorn …«. (nat)



Siehe auch:
Susperia



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