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Alle Rezensionen zu Xenia Kriisin
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Hymn
(2014, Luxury/Cargo LUX068)

Im Gegensatz zu vielen Kollegen hat die eigenwillige Schwedin nicht das Ziel, den Hörer zu überrumpeln. Der erste Song – bei vielen anderen CDs der Track, der auf Anhieb zu begeistern versucht und damit oft schon das ganze Pulver verschießt – beginnt scheu, aber lässt aufhorchen. Xenia Kriisin ist zwar eine Sängerin, die ähnlich wie Susanna Wallumrød leise Töne als Chance begreift, um besonders eindringliche Momente zu beschwören. Sie hat aber darüber hinaus auch den Mut, sich von Song zu Song zu steigern – ganz im Vertrauen darauf, dass sie den Hörer von Anfang an mit eigenwillig instrumentierten Pop-Kunststückchen wie »Black Out« oder »Troubles« fesseln kann, bevor sie sich zum Ende dank ekstatischer Chöre zwischen pastoraler Kirchenmusik und Gospel schier selbst überschlägt. Die Schöpfungsgeschichte und das alte Testament als Thema eines Songs? Aber hallo! Darf es nicht eine Nummer kleiner sein?

»Psalm«, »The End«, »Hymn/Playing God« – schon die Songtitel deuten allesamt an, dass den Liedern tatsächlich ein hymnischer Gestus zugrunde liegt. Dank Xenia Kriisins Nähe zur Improvisation und Avantgarde verliert sich »HYMN« aber nie im Mainstream, sondern zeigt trotz inbrünstiger, berauschender Melodien eine überraschende Tiefe und polyphone Vielschichtigkeit. Die eigentlich aus dem Jazz stammende Schwedin nutzt lediglich Stimme, Schlagzeug, Zither und eben diesen dank Mehrspurtechnik mächtigen Chor: Das lässt verkopfte und sperrige Kunstmusik befürchten. Dabei liegt Xenia Kriisin nichts ferner. Trotz ihres archaisch-minimalistischen Ansatzes strömt aus jedem der 10 Songs pure Zärtlichkeit und Hingabe. Der Dudelfunk wird ihre Musik dennoch – oder vielmehr gerade deswegen – links liegen lassen. (peb)



Siehe auch:
Susanna And he Magical Orchestra
Anna von Hausswolff

Xenia Kriisin: Hymn

Offizielle Website

Die CD »Hymn« war »CD des Monats« im Monat 9 / 2014.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Die CD beginnt spröde, wird immer intensiver und bietet sicher keine leichte Kost. Aber nicht nur die Instrumentierung ist sehr eigen, Xenia Kriisin hat einen sehr speziellen Ansatz. Auch wenn man sich in die Musik nicht unbedingt verlieben muss: mehr als ein One-Night-Stand ist allemal drin.
Tim Jonathan Kleinecke

Also, sperrig finde ich die Dame gar nicht. Allerdings merkt man ihr extrem an, dass sie Mariam Wallentin und Wildbirds & Peacedrums mag und offenbar eifrig studiert hat. Die Ähnlichkeiten sind frappierend. Das gefällt mir natürlich sehr, verhindert aber wohl, dass ich im nächsten Monat deren neues Werk als CD des Monats durchkriege…
Ingo J. Biermann

Schon toll, wie Frau Kriisin das ganze Spektrum zwischen Kopf- und Herzmusik auslotet. Dass Musik mit diesem Anspruch nichts für den Dudelfunk sein kann, versteht sich - und ist auch gut so. Wer braucht schon Dudelfunk?
Sebastian Pantel

Hymnen? Habe ich eine große Schwäche für! Und für Musiker, die sich Sachen trauen, die nicht wirklich naheliegen sowieso! Sich von dieser Dame auf Abwege führen lassen - ich bin dabei!
Eva-Maria Vochazer

Offizielle Website      xeniakriisin.com

   

Bleed
(2015, Luxury/Cargo LUX119CD)

Und auch auf ihrem zweiten Album klingt Xenia Kriisin so frappierend ähnlich wie Mariam Wallentin, dass der eine oder andere »BLEED« für das neue Album von Mariam The Believer oder Wildbirds & Peacedrums halten wird, auch wegen der oft markant aufspielenden Drums. Obwohl wieder ein großer Teil der Instrumente von Co-Produzent Johan Hjalmarsson eingespielt wurde, erweckt »BLEED« den Eindruck einer großen, teils pompösen Band. Es gibt (mehr) große Gesten, (mehr) hymnisch opereske Songs mit Chor, mehr Hammondorgel, donnernde Schlaginstrumenten und auch mal einem Gitarrensolo im Queen-Stil, als hätte Brian May kurz im Studio vorbeigeschaut. Weniger Hymnen diesmal als vielmehr großes Drama.

»I grieve what I sow, grieve where I go. Oh I've stolen. Hope is all gone.« Der Titel »Bluten« passt wie angegossen. Man denkt auch mal kurz an Björks autobiografisches Album »Vulnicura«, doch »BLEED« ist weniger kantig, ein klares Bekenntnis zum Popsong. Die Vielseitigkeit von Xenia Kriisins dunkler Eleganz als leidenschaftlicher Popautorin ist nicht weniger einnehmend und mitreißend als auf dem Debüt vor zwei Jahren. Nur am Ende lässt die Spannung ein wenig nach, über 14 zum Teil (gefühlt) ganz schön langen Stücken. Große Platte, aber vielleicht ein oder zwei Songs zu lang – was eigentlich keine schwerwiegende Kritik ist. (ijb)



Siehe auch:
Mariam The Believer
Wildbirds & Peacedrums



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