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Alle Rezensionen zu Nils Økland, Per Steinar Lie, Ørjan Haaland
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Lumen Drones
(2014, ECM/Universal ECM 2434 | 4700688)

Manche/r Leser/in denkt womöglich, wir hätten einen besonderen Deal mit ECM abgeschlossen, da wir deren Alben fast ausnahmslos loben. Gleichwohl zeigt ein Blick über unsere Monats-CDs der letzten paar Jahre, dass wir stets atypische Platten aus dem Katalog des norwegophilen Münchner Labels hervorheben; zuletzt vor zwei bis drei Jahren Dans les arbres, Anders Jormin und -oha- Nils Øklands grandioses »Lysøen«-Duo mit Sigbjørn Apeland. Økland begeistert uns, ist auch kein Geheimnis, doch hier, nach vier CDs im wandelbaren Trio 1982 (ebenfalls mit Apeland), überrascht er mit einer gänzlich neuen, diesmal gar nicht besinnlichen Musik als Teil des Trios Lumen Drones.

Für Gitarrist Per Steinar Lie und Schlagzeuger Ørjan Haaland ist es bereits die (mindestens) fünfte Band, in der sie zusammen spielen. Die bekannteste dürfte ihre Post-Rock-Combo The Low Frequency In Stereo sein, auf deren Album »Futuro« Økland 2008 gastierte. So entstand einige Zeit später Lumen Drones — immerhin lebten alle im wenig aufregenden Städtchen Haugesund an Norwegens Westküste. Aufregend, oft fulminant ist ihr Debüt ohne Frage geworden, und wie das aus der Reihe fallende Cover ankündigt, darf man ein auch im ECM-Katalog überraschendes Album erwarten.

Während »Dark Sea« noch relativ nah am (amerikanischen) Post-Rock eröffnet, überschreitet schon das zwölfminütige »Ira Furore« jede Genregrenze: Weder Jazz noch Folk noch Rock, bauen Lumen Drones Elemente jener Genres zu einer Art psychedelischem Noise-Jam auf. Lie und Haaland knüpfen streckenweise fast nahtlos an Velvet Underground und Sonic Youth an, während Økland auf seiner Hardangergeige den John Cale gibt. Hat man so etwas schon gehört? Und diese Gitarren! Per Steinar Lie hat offenkundig von den Besten des Fachs gelernt und kreiert Sounds und Feedbacks mit allerlei Effektgeräten, dass die Herzen jedes Freundes genannter Bands höher schlagen. Trotz der Energien, die »LUMEN DRONES« vermittelt und auslöst, seine besondere Durchschlagkraft entwickelt dieses berauschende Album erst dadurch, dass die drei hervorragenden Musiker zu jedem Zeitpunkt gleichzeitig die Kontrolle behalten und fantasievoll loszulassen vermögen. (ijb)



Siehe auch:
Nils Økland
1982
The Low Frequency in Stereo
Økland / Apeland

Nils Økland: Lumen Drones

Video-Link Offizielle Website

Die CD »Lumen Drones« war »CD des Monats« im Monat 11 / 2014.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Tatsächlich: Der Hypnose-Faktor entspricht dem elektronischer Drone-Musik. Die Seele holt sich dieses verblüffende Album aus einer Mischung aus Jazz, Postrock und Folk. Allein, das zusammenzudenken ist schon eine Kunst. Es dann noch so umzusetzen - Hut ab!
Sebastian Pantel

Ohren kräftig durchpusten lassen? Auf interessante Abwege geraten? Die Fragezeichen nur so vor den Augen tanzen lassen? Lumen Drones, was sonst!
Eva-Maria Vochazer

Ich kann Euch nur zustimmen: Es dauert nur ein paar Minuten, dann merkt man, was für ein grandioses Werk da gerade erklingt. Da ist so viel drin, und jedesmal findet man noch mehr...
Tim Jonathan Kleinecke

Ich hätte ihn hier nicht wieder erkannt – den Hardanger-Fiedler, der einfach immer Schwarze trifft. Ob es nun an ihm liegt oder an seinen Begleitern oder an beiden – diese Musik ist wie ein Sog jenseits von Genregrenzen, Wohlklang und Konvention. Musik also im besten Sinne.
Peter Bickel

Offizielle Website      www.facebook.com/lumendrones



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