Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Erik Honoré
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Unrest
(2017, Hubro/Grappa HUBROCD/LP 2599)

»UNREST«, Unruhe – der Titel wie das Covermotiv leiten bereits in die dunkle innere Welt von Erik Honorés zweitem Soloabum ein. Der Klanggestalter erwähnt, dass ihn sowohl die »äußere«, soziale Lage als auch die Erfahrungen im eigenen Leben zu diesem Titel inspiriert haben. Wenn »UNREST« auch ungemütlicher wirkt als der lichtere Vorgänger »HELIOGRAPHS«, klingt es doch erst einmal wie das typisch zu erwartende PUNKT-Album: zwischen Song und Ambient-Stimmungsmalerei, sind die acht Stücke eher Collagen als Songs. Kein Wunder, alle Samples wurden über die letzten Jahre bei diversen PUNKT-Liveimprovisationen gesammelt und in langer Studiobastelarbeit collagiert. Nur eines, das mit knapp acht Minuten längste Stück, ist ein Auszug aus Honorés Live-Remix von Stian Westerhus' Konzert in Kristiansand im September 2016. In gewisser Weise ist »UNREST« damit ebenso eine Fortsetzung des Albums »CRIME SCENES« wie von Honorés Solodebüt.

So treffen wir etliche alte Bekannte wieder: die markante Stimme Sidsel Endresens, Arve Henriksens gedämpfte Trompete, Eivind Aarsets entfremdete Gitarrensounds, aber auch die enervierenden Streicher- und Bläserklänge von einem gemeinsamen Konzert der Sheriffs Of Nothingness und Streifenjunko. In den nebelhaften Songcollagen erkennt man den Einfluss von Honorés Vorbild Brian Eno (gleichwohl überzeugt er mit einem gänzlich eigenen Stil), was speziell im letzten Stück markant wird, wenn Honoré plötzlich, zum ersten Mal, als Sänger auftritt; dies indes mit so viel Charakter, dass man ihm gerne raten möchte, dies beim nächsten Album noch mehr zu tun. (ijb)



Siehe auch:
Sheriffs Of Nothingness (Ole-H. Moe und Kari Rønnekleiv)
Punkt »Crime Scenes«
Sidsel Endresen
Stian Westerhus

Erik Honoré: Unrest

   

Heliographs
(2014, Hubro/Grappa HUBROCD2556 /LP2556)

Man hatte Erik Honoré lange nicht so recht auf dem Schirm, diesen eher unauffälligen, stets in sich ruhenden Partner des aus sich herausgehenden Jan Bang. Nach zehn Jahren PUNKT hat man sich daran gewöhnt, dass Honoré ebenso zentral für das Festival und in die vielen gemeinsamen Arbeiten im Studio und auf der Bühne ist, doch trotz eines famosen Song-Albums mit seiner Frau, der Sängerin Greta Aagre dürfte die Ankündigung einer echten Soloplatte nicht wenige erst einmal überraschen. Bezeichnender Weise erscheint es weder bei David Sylvians Label Samadhi Sound noch bei Jazzland, sondern bei Andreas Melands Hubro, das bislang eher für freigeistige und impressionistische Werke zwischen Jazz und Rock stand, jüngst auch Schritte in Richtung zeitgenössischer Musik bzw. Avantgarde-Komposition macht.

Dort passt »HELIOGRAPHS« doch vortrefflich zwischen die jüngsten Platten von Ivar Grydeland, Håkon Stene, 1982 oder Stein Urheim. Kaum überraschend klingt es wie eine introvertiertere Variante der Soloalben Jan Bangs, elegant zwischen Jazz und Electronica, mit teils mehr, teils weniger prägnanten Gastauftritten von Sidsel Endresen, Eivind Aarset, Arve Henriksen und natürlich Jugendfreund Jan, die allesamt von Honorés unaufdringlicher Kunstfertigkeit mit diversen Synthesizern, Field Recordings, Samples und Drum-Programming miteinander verwoben werden. Raffinierte Klangfarben hinterlässt auch Ingar Zach (Dans les arbres, Mural etc.), dessen Percussion-Zauber wie gewohnt vielmehr Atmosphäre als Rhythmus abgibt. Wieder einmal: Wer Eno/Hassell mag, ist hier vollkommen richtig! (ijb)



Siehe auch:
Erik Honoré & Greta Aagre
Eivind Aarset
Ingar Zach
Jan Bang



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel