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Alle Rezensionen zu Mando Diao
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Never Seen The Light Of Day
(2007, EMI 5099950488629)

Ungewohnt selbstkritisch äußert sich Björn Dixgård gegenüber der Musikpresse. Die Texte seien nur mäßig, alles überhastet binnen wenigen Monaten nach Release des letzten Werkes eingespielt und das lieblose instrumentale Abschlussepos mit aufgenommen, weil vertraglich eine Mindestlaufzeit des Albums vereinbart war. Das zerrüttete Verhältnis zur Plattenfirma sei überhaupt schuld. Möglich schnell wollten sie das letzte geschuldete Album abliefern und hatten nicht einmal gänzlich damit gerechnet, dass es je veröffentlicht würde. Der Produzent Björn Olsson (TSOOL) tat Übriges: 18 zusätzliche Musiker ließen Mando Diao das fertige Werk kaum mehr wiedererkennen. So klingt dieses Album nach Bruchwerk, mit dem sich kaum einer der Protagonisten wirklich identifizieren kann.

Der Hörer hingegen entdeckt neue Seiten der Band. Zwischen akustischen Gitarren und weitschweifender Geigenstaffage ist genug Platz für die atmosphärischsten Mando Diao-Songs aller Zeiten. Die großartig beladene Single »If I Don't Live Today, Then I Might Be Here Tomorrow« täuscht das Potenzial dieses Albums an, lässt aber auch blutleere Spagettiwestern oder darbende Midtempo-Nummern folgen. Es ist dennoch das wohl bestmögliche Album, was vor diesen Umständen möglich war. (maw)



Siehe auch:
The Soundtrack Of Our Lives


Zu den aktuellen Tourterminen von Mando Diao

 Mando Diao: Never Seen The Light Of Day

Offizielle Website

Offizielle Website      www.mando-diao.com

   

Give Me Fire
(2009, Vertigo/Universal 0602517955769)

Eigentlich muss man erstmal gratulieren: Dies ist ihr fünftes Album – welche Band schafft das heutzutage noch? Mit »GIVE ME FIRE« haben sie sich endgültig aus der Garage emanzipiert und pendeln zwischen den Polen 60s-Pop und Britpop der 90er-Jahre, der Sound wurde wesentlich aktualisiert und klingt frisch sommerlich. Die Fokussierung aufs Uptempo tut gut und lässt die Hits nur so purzeln: »The Shining«, »Dance With Somebody« oder das furiose »Gloria«, vielleicht der beste Song, den die Band bisher geschrieben hat.

Sommer, Spaß und Mando Diao fügen sich zu einer unterhaltsamen Einheit. Keine Frage, dieses Album wird vermutlich das kommerziell erfolgreichste ihrer Karriere werden. Und bei dieser Qualität sind alle Vorwürfe bezüglich Sellout und Mädelsband völlig fehl am Platz. Dieses Werk ist überraschend stark! (maw)

   

Ode To Ochrasy
(2006, Majesty/EMI 0094636999029)

Die neue alte Mode ist inzwischen schon wieder out. Aber die Nordmannen von Mando Diao können sich glücklich schätzen, dass sie weiterhin im Fokus der Musiköffentlichkeit verharren, gar von gesteigerter Popularität zehren können. Und natürlich von zwei bisher vollkommen respektablen Alben.

Dass unter diesen Vorraussetzungen am bewährten Rezept nichts geändert wurde, ist kaum erwähnenswert. Nur hat das sonst selbstsichere Gespür für treffliche Hits nun ein paar äußerst empfindsame Dellen davongetragen, die das Album zu einer zähen, weil vorhersehbaren Angelegenheit machen. Den Tiefpunkt markiert ein kleines Rührstück von erbärmlicher Streicherballade, während sich der Rest unauffällig im Mittelmaß verkriecht. »ODE TO OCHRASY« leidet aber am meisten unter den Bemühungen, die Anstrengungen des Songwritings und des offensichtlichen Eigen-Recyclings unter der gewohnt gerotzten Coolness zu verstecken. (maw)

   

Bring 'Em In
(2004, EMI 5.41842.2)

Schwedens Newcomer-Rüpel reißen die Klappe bis zur Kiefersperre auf, und heraus kommt ein Schwall heißester Selbstbeweihräucherung: Die beste Band der Welt - natürlich. Dass ihre großkotzige Rockitüde dann mit leidenschaftlichstem Garagenrock auf die Bühne brettert, überrascht. Denn immerhin haben sie es damit auch unlängst geschafft, ihr Heimatland in zwei Lager zu spalten.

Die einen sehen dabei die durchgestylte Erscheinung einer vorlauten Provinzband. Die anderen aber hören Mando Diaos drakonische Gitarren voll ernsthaftem Blues. Sie hören das Bittersüßeste vergangener Mod-Pop-Zeiten, das in delikaten Texten über die vibrierenden Lippen der quäkenden, aber doch soulvollen Stimmen der beiden Leadsänger schnarrt. Und letztlich hören sie wirklich alles, was es für teuflisch guten Rock’n’Roll braucht: satte Gitarrensoli, blaue Balladen und eben das Mundwerk einer stilsicheren Band. (lic)



Siehe auch:
Sugarplum Fairy

   

Hurricane Bar
(2004, Majesty/EMI 724386646125)

Von vorneherein war klar: »HURRICANE BAR« wird es schwer haben, dem Vergleich zum Vorgänger stand zu halten – war doch dort jeder Song akustische Coolness gepaart mit fiebrigem Knarzsound und rau gekörntem Timbre. Und es wäre falsch, im Zusammenhang mit ihrem Zweitling von einem Scheitern zu sprechen, aber eine latente Enttäuschung ist gleichwohl vorhanden.

Wenig spürt man von ihrem unbändigen Verve und der aufrührerischen Hybris; vielmehr sind die identitätsstiftenden Details vor der begradigten Produktion in Deckung gegangen. Die großartigen kantig-schnoddrigen Raubzüge durch die Musikgeschichte sind kontrollierten, wenngleich sehr hymnischen Rocksongs gewichen, die jedoch immer noch besser als das Gros an Veröffentlichungen sind. (maw)



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