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Alle Rezensionen zu Phronesis
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Life To Everything
(2014, Edition Records/Soulfood EDN1050)

Zehn Jahre Phronesis feiern die drei Musiker mit einem zweiten Live-Album, welches genau genommen sogar ihr erstes ist, denn bei der Aufnahme von »Alive« (2010) war Schlagzeuger Anton Eger unabkömmlich und wurde von Mark Guiliana vertreten. Der Sound der Session ist allerdings so hervorragend, so dass »LIFE« gewissermaßen auch als Phronesis’ viertes Studioalbum durchginge, sieht man mal von den Applausausbrüchen des hingerissenen Londoner Publikums ab. Bei so lebendigen Jazzern wie dem dänischen Bassisten und Bandgründer Jasper Høiby, dem britischen Pianisten Ivo Neame und dem Schweden Eger wäre es ohnehin kleinkariert, den Unterschied zu problematisieren. Die drei bestechen durch eine wahrhaft mitreißende Energie.

Phronesis haben sich mittlerweile eine erstklassige und eigene Stimme erarbeitet und dürfen im europäischen Raum zu den derzeit spannendsten Jazztrios dieser klassischen Besetzung gezählt werden. Die von den Musikern zu gleichen Anteilen beigesteuerten Stücke sind vielschichtig, abwechslungsreich, eingängig und geben allen dreien wunderbar Raum zur Entfaltung, den sie famos auszuschöpfen wissen, in allen Kombinationen dieser Besetzung. Dass ihnen ohne die Zunahme von elektronischen Elementen eine ganz und gar zeitgemäße Frische gelingt, ist dabei ein weiteres Verdienst. (ijb)



Siehe auch:
Marius Neset
Jazzkamikaze

 Phronesis: Life To Everything

Offizielle Website

Offizielle Website      phronesismusic.com

   

The Behemoth
(2017, Edition Records/Soulfood EDN 1085)

Phronesis ist inzwischen mehr als ein Piano-Trio – hoch gelobt von der Kritik und heiß geliebt vom Publikum, ganz abgesehen davon, dass hier drei gleichberechtigte Musiker spannende und zugängliche Musik machen. Mit »THE BEHEMOTH« gehen sie nun einen Schritt, den kaum ein Piano-Trio zuvor gegangen ist: Sie arbeiten mit einer Big Band. Stellen sich nun die drei Protagonisten hinter den großorchestralen Klangkörper oder doch eher davor?

Sowohl als auch, möchte man sagen. Julian Argüelles hat sehr farbige Arrangements geschrieben, die Frankfurt Radio Big Band ist in Form und Spiellaune: Zu finden sind Musiker wie Tony Lakatos (Tenorsaxophon), Martin Auer und Axel Schlosser (Trompete) und Martin Scales (Gitarre), also deutsche Jazz-Prominenz mit entsprechend ansprechenden Soli. Selbstverständlich kommen auch Jasper Høiby, Ivo Neame und Anton Eger diesbezüglich nicht zu kurz. Herausragend das fast zehnminütige »Zieding« von Eger, in dem sich einige Könner austoben.

Die Stücke stammen aus dem Phronesis-Songbook, umso interessanter ist es, diese in gänzlich neuen Arrangements mit vielen Bläsern zu hören. Nur der Albumtitel scheint nicht ganz zu passen: Behemoth ist ein Monster aus der hebräischen Mythologie und einem Nilpferd ähnlich – so monströs und schwerfällig klingt es hier ganz und gar nicht. (tjk)



Siehe auch:
Django Bates & hr-Bigband

   

Parallax
(2016, Edition Records/Soulfood EDN1070 / EDNLP1070)

Was im Vorjahr über Phronesis' Konzertalbum geschrieben wurde, lässt sich nun quasi eins zu eins auf ihre sechste CD übertragen: »PARALLAX« wurde an einem Tag (18. Oktober 2015) im Londoner Abbey Road Studio 2 eingespielt, und entsprechend ist das Energielevel kaum anders als bei ihren mitreißenden Live-Auftritten. Wiederum wird Høiby, Neame und Eger die Urheberschaft der neun Stücke gleichmäßig zugeschrieben, doch ist auch diese hervorragende Platte ganz klar ein Gruppenwerk. Es wird langsam aber sicher Zeit, dass Phronesis über Jazzkreise hinaus zur Kenntnis genommen und geschätzt werden wie einst die Kollegen vom vergleichbar kraftvollen und undogmatischen e.s.t.

»Phronesis sind eines der aufregendsten Jazztrios dieser Zeit,« schrieb der britische Jazzkenner Roger Farbey. Man muss eigentlich nicht mehr über die Truppe wissen. Außer vielleicht, dass sie dem Jazz einen Pop-Appeal verleihen, der gerade auch Rockmusikfreunde zu begeistern vermag, und jene, die immer schon mal wissen wollten, wie man »diese Musik, bei der alle durcheinander spielen« (=Jazz) eigentlich hören kann, ohne einen Sänger zu vermissen. (ijb)

Video-Link

   

Walking Dark
(2012, Edition Records/Soulfood EDN 1031)

Der Zweitling des internationalen Trios zeigt deutlich die hohe Qualität, die Phronesis inzwischen erreicht haben. Ein dominierendes Instrument gibt es nicht, auch wenn Jasper Høiby einen mächtigen Bass-Ton hat. Anton Eger spielt ein ebenso leichthändiges wie dynamisches Schlagzeug, Ivo Neame kann darüber das Piano perlen lassen. Das Faszinierende an Phronesis ist jedoch der Band-Sound, sie lassen ein ganz klares Konzept erkennen.

Das Trio hat einige Konzerte in absoluter Dunkelheit gespielt, als Widmung an Høibys blinde Schwester, daher auch der Albumtitel. Dies war eine völlig neue Erfahrung und zwang die Band, noch mehr aufeinander zu hören – anstatt sich durch Blicke zu verständigen. Die Stücke stammen von allen drei Musikern, der typische Phronesis-Sound ist allerdings immer erkennbar. Phronesis spielen immer groove-orientiert, schreiben teilweise sehr griffige Melodien, »Suede Trees« kann man bald mitsingen. Die Rhythmen sind manchmal auch eher gerade, insofern ist »WALKING DARK« nicht nur für reine Jazz-Enthusiasten ein Hochgenuss. (tjk)



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