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Alle Rezensionen zu Satyricon
(Genre »Metal«, Land »Norwegen«)

 

Satyricon
(2013, Roadrunner/Warner 01686176025)

Endlich, endlich wieder ein Lebenszeichen von Satyricon: Fünf lange Jahre liegt »THE AGE OF NERO« schon zurück. Was hat sich musikalisch in der Zwischenzeit getan? Wie klingt das selbstbetitelte, nunmehr achte Album der Norweger? Der – für ein Intro viel zu lange – instrumentale Opener klingt, spätestens wenn Schlagzeuger Frost einsetzt, unverkennbar nach Satyricon, wird zur minimalistischen Monotonkunst. Das anschließende »Tro Og Kraft«, mit endlich wieder norwegischem Text, ist eine wunderbare Mischung aus frühen Satyricon und Satyrs ehemaligem Nebenprojekt Storm. Gedrosselt, jedoch mit heftig pochendem Herzen, Frost sei Dank, folgt »Our World, It Rumbles Tonight«. Das träumerische »Nocturnal Flare« lebt von einem an- und abschwellenden Riff, ergänzt durch perfekte Mikroleistung Satyrs.

Und hier ist das Satyricon-typische Element: Erwarte das Unerwartete. Verwirrt reibt sich der Fan beim fünften Stück die Ohren: Klargesang? Der eindeutig nicht nach Satyr klingt? Der Fronter hat »Phoenix« auf Sivert Høyem (Madrugada) maßgeschneidert, der dieses Lied bewegend und ausdrucksstark intoniert. Erneuter Cut: Back To Blastbeats. »Walker Upon The Wind« erinnert an das 2006-er Werk »NOW DIABIOLICAl« der Black Metaller. »Nekrohaven« ist dagegen ein lässig groovender Black’n’Roller, verteufelt gut. Mit weniger Ohrwurm-Faktor, doch unerbittlich, hämmern sich die nächsten Songs ins Gehör, bis der 51-Minüter schließlich mit dem beschaulichen, Folk-angehauchten »Natt« endet. Ein angemessener Schlusspunkt für eine Scheibe die man mehrfach hören muss, und die mit jeder Umdrehung gewinnt.

Fazit: Mit »SATYRICON« haben sich die Norweger definiert – kein anderer Name passte besser. (nat)



Siehe auch:
Storm
Sivert Høyem
Madrugada


Zu den aktuellen Tourterminen von Satyricon

 Satyricon: Satyricon

Offizielle Website

Offizielle Website      www.satyricon.no

   

Live at the Opera
(CD+DVD, 2015, Napalm NPR 590)

Mit »Voice Of Shadows« wird der Hörer auf das folgende 93-minütige Spektakel eingestimmt, das Satyricon gemeinsam mit dem Chor der norwegischen Staatsoper auf die Bühne bringen: Auf Frosts gemächlich getrommelten Grundrhythmus folgen E-Gitarre, Chor, Double-Bass, mehr Chor, endend in einem quälend lang andauernd sopranen Ton, der fast nahtlos zu »Now, Diabolical« überleitet. Während der Chor im Bühnenhintergrund werkeln, wirbelt Satyr am Bühnenabgrund hin und her, unterstützt von den Gastmusikern Steinar Gundersen (Gitarre), Anders Odden (Bass), Gildas Le Pape (Gitarre) und bisweilen Anders Hunstad (Keyboard).

Nach einigen überwiegend norwegischen (Dankes-)Worten ans Publikum macht die norwegische Urgewalt mit »Repined Bastard Nation« von »VOLCANO« (2002) mächtig Druck und Tempo. Diverse Stücke von »SATYRICON« (2013) schließen sich an; diese stellen gemeinsam mit vier Liedern von »NOW, DIABOLICAL« (2006) den Löwenanteil. Mit »Tro Og Kraft« drosseln sie die Geschwindigkeit, doch fast bedächtig wird es erst zur Mitte des Sets, wenn Gastsänger Sivert Høyem (u.a. Madrugada) das düstere Phoenix anstimmt - mit gezielt eingesetzten theatralischen Choreffekten. Etwas härter klingt die zweite Hälfte des Sets, die vorerst mit »To the Mountains« endet, aber selbstverständlich kehren die Black Metaller für drei wohlkalkulierte »Zugaben« zurück. Darunter das einzig alte Stück, der Riesenhit »Mother North« von »NEMESIS DIVINA« (1996), bei dem der Chor allerdings die Atmosphäre völlig zerstört sowie, nach längerem Verbeugungszwischenspiel, der neueste nahezu mainstreamtaugliche Hit »K.I.N.G«, bei dem der Chor deutlich besser passt.

Fazit: Zwiespältig. Der Chor ist nicht allen Stücken dienlich. Auch nehmen auf CD, wenn sich alles auf ein Sinnesorgan konzentriert, die schrillen Soprantöne bisweilen unangenehme Ausmaße an - auf der ton- und bildtechnisch fast perfekten DVD stören sie weniger, da das Auge beschäftigt ist. Außerdem hätte ich mir bei der Songauswahl noch etwas von »THE SHADOWTHRONE« (1994) sowie »Fuel For Hatred« und/oder »Possessed« von »VOLCANO« gewünscht. (nat)



Siehe auch:
Sivert Høyem
Madrugada

   

The Age Of Nero
(2 CDs, 2008, Roadrunner BAM-RR78935)

Fortsetzung folgt… und zwar die von »NOW, DIABOLICAL«. Simpel, spartanisch, nachdrücklich hämmern die Norweger in typischer Satyricon-Manier acht Songs auf ihre siebte Studioscheibe. Trotz des gedrosselten Tempos ist »THE AGE OF NERO« ein echtes Stück Schwarzmetall. Es bietet zwar keine Überraschungen oder Hitanwärter, hält aber durchweg sein gutes Niveau: vom Opener »Commando« über das Blastbeats feuernde »Die By My Hand« bis zum hypnotischen »My Skin Is Cold«. Endlich faucht Satyr wieder auf Norwegisch ins Mikro, nämlich den unheilvollen Ausklang »Den Siste«.

...und dennoch sehnt sich die Rezensentin nach einem Album vom Kaliber eines »SHADOWTHRONEs«. Kleiner Trost: In der limitierten Ausgabe legen die Nordmänner zum 43-Minüter noch einen Silberling obendrauf. Nebst verschiedenen Varianten von Stücken des Hauptalbums sowie der EP »MY SKIN IS COLD« (erschienen im Juni 2008) hört ihr hier Livemitschnitte, wie den des Kulthits »Mother North«. (nat)

   

Now Diabolical
(2006, Roadrunner RR 8062-2)

Der eröffnende, sofort so verdammt nach Satyricon klingende Titelsong geht schon ordentlich ins Ohr, doch dann – was für ein Killertrack! »K.I.N.G.« könnte ich in Endlosschleife hören. Fettester Groove, böser Gesang, ein Text der sich für immer in die Ohren frisst in pechschwarzer Atmosphäre. Alle neun Songs bleiben im Midtempobereich, mit hypnotisierenden Riffs (wie in »Delirium« oder »That Darkness Shall Be Eternal«), vielen Rhythmus- aber nur wenigen Geschwindigkeitswechseln, Ausnahmen wie in »The Rite Of Our Cross« bestätigen die Regel.

Satyricon brauchen kein Make-Up, genauso wenig wie ihre Musik schmückendes Beiwerk. Das Ergebnis spricht für sich: Das Duo Satyr / Frost hat mit minimalsten, reduziertesten Mitteln ein authentischeres und vor allem druckvolleres Werk geschaffen, als es eine siebenköpfige Kapelle samt Orchester könnte. Reduced To The Max – diese Black Metal-Scheibe ist bedrohliche Energie pur! (nat)

   

Volcano
(2002, Virgin/EMI 724354.2846.2)

Gewaltig bricht der Vulkan aus, zäh fließt alles vernichtende Lava aus den Boxen, lässt den Hörer schließlich unter einer pechschwarz(metallisch)en Masse erstarren. Die Norweger haben mit »VOLCANO« einen neuen Klassiker geschaffen, der trotz experimenteller Anteile immer noch 100 Prozent Satyricon ist:

Da ist zum einen das unverkennbare Frost-ige, hier leicht scheppernde Drumming, Satyrs genialer, fieser Gesang, der typische Satyricon-Groove und zum anderen die gastierende Anja Garbarek (Tochter Jan Garbareks) am Mikro oder schräge Elektrospielereien die an alte Schwarzweiß-(Horror)-Filme erinnern. Fazit: Kraftvoll produzierter Kult-Midtempobrecher der Black Metal-Institution Satyricon.

PS: »VOLCANO« wurde mit dem »Osloprisen« sowie dem »Spellemannsprisen« ausgezeichnet. (nat)



Siehe auch:
Anja Garbarek
Jan Garbarek

   

Rebel Extravaganza
(1999, Nuclear Blast NB418-2)

Satyricons »REBEL EXTRAVAGANZA« ist alles andere als leicht zugänglich: Weder klassisch schwarzmetallisch, will heißen puristisch in räudigem Klanggewand, noch mit einschmeichelnden Melodien oder gar Keyboardschwaden garniert. Satyr und Frost überraschen mit unerwarteten Breaks oder Tempowechseln, die immer wieder den satten Black'n'Roll-Groove unterbrechen; der »experimentelle« Anteil beschränkt sich auf die in »Havoc Vulture« geschmuggelte Hammond-Orgel.

Das Duo hat hier sieben sperrige, aber wunderbar misanthropisch-finstere Songs zwischen dumpf schleppend und Highspeed geschaffen, sowie drei kurze, instrumentale Zwischenspiele. Satyr zeigt sich meist von seiner bösesten Seite, während Frost sein ganzes Können unter Beweis stellen darf, vor allem im finalen Zehnminüter »The Scorn Torrent«. (nat)

   

Megiddo
(EP, 1997, Moonfog FOG 014)

Satyricon experimental: Die »MEGIDDO«-EP startet mit dem Industrial/Gothic-Remix von »The Dawn Of A New Age«, im Original auf »NEMESIS DIVINA« (1996). Äh, nun ja. Es zischt, es knarzt, komische Technosamples treffen ein Konservenbüchsen-Schlagzeug, ein letztes Zischen. Dann zart gezupfte Gitarren, Satyrs beginnt zu sprechen, wieder Synthiesounds. Es klart kurz auf – zum Wolkenbruch: Piep, zisch, schepper. Die ganze Chose versinkt im lärmenden Chaos, da rettet auch das angenehme Ende nicht mehr viel.

Dagegen ist das Studiostück »Night Of Divine Power« ein wahrer Ohrenschmaus. Black Metal at its best. Beginnt mit einem Schrei, hat geniale, schnelle Gitarren, harmonische Keyboards, einen gespenstischen Mittelpart und endet mit einem anklagenden Keyboard. Die Liveaufnahme von »Forhekset« (ebenfalls von »NEMESIS DIVINA«) kennzeichnet ein dermaßen besch…eidener Sound – Marke »Keyboard Kills The Singer« – dass vom Lied kaum was zu hören ist. Wenigstens kommt das abschließende Motörhead-Cover »Orgasmatron« wirklich cool rüber. Gleichwohl, muss man diese EP nicht besitzen. (nat)

   

Nemesis Divina
(1996, Moonfog FOG 012)

»This Is Armaggedon!« brüllt Satyr – und startet mit »The Dawn Of A New Age« voll durch. Trotzdem ist »NEMESIS DIVINA« nicht so überzeugend und spannungsreich wie das Vorgängeralbum. Mit »Mother North« ist den Nordmännern jedoch ein Geniestreich geglückt – es ist die Black Metal Hymne schlechthin: Melodisch und aggressiv, zurückhaltend und monumental.

Der Rest knüppelt sich so dahin ... ob da der Besetzungswechsel Anteil hat? Nocturno Culto von Darkthrone aka Kveldulv ist der neue Mann an der Gitarre – und Frontmann Satyr bedient den Bass an Samoth' statt. (nat)



Siehe auch:
Darkthrone

   

The Forest Is My Throne / Enslaved: Yggdrasil
(1996, Moonfog FOG 009)

Die enorme Nachfrage (»Irgendwas musste früher oder später mit unseren alten Songs gemacht werden«) führte zu diesem Split-Album mit Enslaved, das alle Originalaufnahmen vom Demo »THE FOREST IS MY THRONE« enthält. Der Bonustrack »The Night Of The Triumphator« – eine Mischung aus Frauengestöhne, Geknüppel und Gegrunze – wurde aufgenommen, um den alten Bands »Tribut zu zollen, die dazu beitrugen, den Black Metal zu begründen«. Aha. Minuspunkte für Satyricon.

Enslaved, aka Daimonion, Earl Grutle und Trym, aus der norwegischen Weltstadt Haugesund, bezeichnen ihr Yggdrasil-Demo von 1992 als »Meilenstein der gewalttätigen Kindheit des norwegischen Extrem Metal«. Und so klingt es auch – bis auf das rein Instrumentale »Allfqôr Oôinn«. Pluspunkte für Enslaved. (nat)

   

The Shadowthrone
(1994, Moonfog FOG 003)

Den »Schattenthron« haben Satyr, Samoth und Frost mit ihrem zweiten Album wahrhaftig erklommen: Geprägt durch Satyrs Vorliebe fürs Mittelalter, norwegische Texte (gesungen und gesprochen), sowie chorale Elemente (»Vikingland«), klingen die Stücke wie aus einer anderen Zeit – »I En Svart Kiste«, mit seinem sphärischen Synthesizer-Sound sogar wie aus einer anderen Welt.

Dass harte Töne und sanfte Akustik-Gitarren-Klänge wunderbar harmonieren, beweisen die Norweger mit »The King Of The Shadowthrone«. Satyrs Tip: »Correct Listening At Maximum Volume!« (nat)

   

Dark Medieval Times
(1993, Moonfog FOG 001)

Die »Dunklen mittelalterlichen Zeiten« sind »Musik für die echte Wikinger Norwegens« – und der offizielle Erstling der norwegischen Black Metaler. Komplett eingespielt vom »Duo« Frost (aka Kjetil Haraldstad) und Satyr (aka Sigurd Wongraven), wobei sich Frost aufs Schlagzeug beschränkte und Mastermind Satyr den kompletten Rest übernahm: (akustische) Gitarre, Bass und Gesang.

Nicht ganz ausgereift, aber zuweilen bewegende, mittelalterlich angehauchte Klänge wie in »Walk The Path Of Sorrow«, oder Vertonung der »großartigen norwegischen Landschaft« wie in »Min Hyllest Til Vinterland« – zeitlos schön. (nat)



Siehe auch:
Susperia



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