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Alle Rezensionen zu Adam Bałdych & Helge Lien Trio
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Bridges
(2015, ACT/Edel ACT9591-2)

Nach ihrem (trotz Wechsel des Schlagzeugers) überraschend schläfrigen letzten Album kommt diese überaus inspirierte Zusammenarbeit mit Adam Bałdych mehr als willkommen, auch um an die vorhergehenden Lobpreisungen, die dem Helge Lien Trio zuteil wurden, anzuknüpfen. Für den vielgepriesenen polnischen Geiger ist es das fünfte ACT-Album – in jeweils gänzlich unterchiedlichen Besetzungen –, für das norwegische Trio der erste. Bałdych konnte bereits mit seinem meisterhaften Labeldebüt »Imaginary Room« etliche Register ziehen, wozu er sich eine panskandinavische All-Star-Band zusammengestellt hatte, die er »Baltic Gang« nannte, mit Jacob Karlzon, Lars Danielsson, Morten Lund, Verneri Pohjola, Marius Neset und als Gast Nils Landgren. Zuletzt wirkte er maßgeblich auf Iiro Rantalas beiden Kammerjazzplatten mit.

Der Brückenschlag zwischen seinem Heimatland und dem europäischen Norden ist für den 29-Jährigen ein sichtlich beflügelnder. Dass Albumtitel und Coverbild dies wenig einfallsreich und etwas zu flach unpoetisch aufgreifen, soll den Blick auf die virtuose Musik bitte nicht verstellen. Denn wenn »BRIDGES« etwas gelingt, dann ist es eine wie selten gelungene Begegnung dieser beiden prägnanten europäischen Jazzwelten, Norwegen und Polen, die jeweils bis heute stark von der traditionellen Musik geprägt werden. Dieser Ansatz hat nichts Puristisches, wie die abschließende Interpretation von Massive Attacks »Teardrop« mit Verve unterstreicht. Überhaupt strahlt das ganze Album die Energie eines guten Livekonzerts aus, zwischen dem fragilen Titelstück und mitreißenden Songs wie dem exaltierten »Mosaic«, ebenso zwischen den beiden eingespielten Rhythmusmusikern und den beiden Melodieführern an Klavier und Violine, und nicht zuletzt zwischen geschriebenen Melodien und improvisierten Passagen. Eine durchweg dynamische, leidenschaftliche Begegnung. (ijb)



Siehe auch:
Helge Lien Trio
Per Oddvar Johansen
Ruth Wilhelmine Meyer & Helge Lien
Live Maria Roggen & Helge Lien

Adam Bałdych: Bridges

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.actmusic.com

   

Brothers
(2017, ACT/Edel 9817-2)

Da die Paarung des zusammengewachsenen Helge Lien Trios mit dem polnischen Jazzgeiger Adam Bałdych eine höchst gelungene war, sollte auch diese Fortsetzung auf offene und begeisterte Ohren stoßen. Während Lien eher für die melodische Eingängigkeit steht, kann Bałdych eher für die Kanten und doppelten Böden sorgen. Selbst wenn er, wie im etwa im melancholischen Song »Faith«, recht wenig macht, schließlich ist »BROTHERS« kein Geigeralbum mit Backing-Trio, kann sein Spiel tiefer berühren als es des Pianisten schwelgerischem Gestus üblicherweise gelingt.

Bałdych wechselt oft den interpretatorischen Ansatz, greift auch mal zur Renaissance-Geige, weshalb »BROTHERS«, wie seine früheren Alben, über neun Stücke hinweg großen erzählerischen Reichtum offenbart und so zum wiederholten Entdecken einlädt. Fast fällt es nicht auf, dass zu Ehren des fünf Tage vor der Aufnahmesession (im Hansa-Studio Berlin) verstorbenen Leonard Cohen sein Evergreen »Halleluja« zwischen die feierlichen Songs mit großen Themen gemischt wurde. Zusätzliche Akzente setzt bei ein paar Songs Tore Brunborgs Saxofon, eine reizvolle Paarung, die eine sehr charmante Bindung mit Bałdychs Violinspiel eingeht. (ijb)



Siehe auch:
Tore Brunborg
Tore Brunborg mit Mats Eilertsen
Hero - Helge Lien & Rolf-Erik Nystrøm



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