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Alle Rezensionen zu Jaakko Laitinen & Väärä Raha
(Genre »Folk«, Land »Finnland«)

 

[o.T.]
(2010, Helmi Levyt Helmi 038)

Doch, das braucht die Welt: Eine Band, die eine perfekte Fusion schafft aus finnischem Schlager und Tango, russisch-schmalztriefender Traurigkeit und Balkan-basierten Grooves und ebensolchem Feeling. Jaakko Laitinen und seine Kollegen von Väärä Raha (dt.: Falschgeld) kommen ursprünglich aus Lappland, leben inzwischen in Finnlands Süden – wenn sie nicht gerade auf Tour sind. Sie haben sich seit 2009 den Ruf als einer der heißesten Live-Acts erarbeitet.

Das kann man auch auf ihrem Erstling hören und spüren. Meistens geht die Band mit Schmackes nach vorne, ohne Rücksicht auf Verluste. Laitinen trieft vor Charisma, und er hat einen ganz eigenen Gesangsstil. Die meisten Stücke hat Mastermind Laitinen selbst getextet und komponiert, jeweils ein Traditional aus Rumänien und Serbien. »Hän Ei Lemmi Mua« vereinigt, obwohl gar nicht so schnell wie manch andere, alle Qualitäten der Band, inklusive schrägem Chorgesang. »Virvatulet« mit Laitinen allein mit Schrammelgitarre klingt, als würde Funny van Dannen einen Western vertonen. »En Saa Rauhaa« begeistert mit feurigen Bläsersätzen und der Sängerin Luluby – die hat mit Jarkko Niemelä auch den Song geschrieben. Niemelä ist für den Bandsound sehr wichtig mit Trompete, Bouzouki und Baritonhorn. Marko Roininen (acc), Tuomo Kuure (b) und Janne Hast (dr) grooven prächtig, mal rumpelig und mal in verschärftem Tempo. Doch auch die langsamen Songs gefallen – nein: machen so richtig traurig, »Muista Onnen Aikaa« oder der Anfang von »Saippuakupla« - aber das ändert die Stimmung sehr schnell. Einziger Wermutstropfen: Nach 36 Minuten ist der Spaß schon vorbei. (tjk)

Jaakko Laitinen: [o.T.]

Offizielle Website

Offizielle Website      www.mrjaakko.com

   

Näennäinen
(2016, Playground Music PMFI 38)

Mit »NÄENNÄINEN« schaffen Jaakko Laitinen und seine Falschgeld-Kapelle irgendwie den Sprung von einer ungebremsten Balkan-Pop-Party-Band zu einer Balkan-Pop-Party-Band mit etwas mehr kontrollierter Offensive. Das mag an Valtteri Bruun liegen, der nicht nur an Gitarre, Mandoline und Ukulele half, sondern auch mitarrangierte, mitproduzierte und am Mischpult mitmischte. Bruun kennt sich mit ähnlichen Klängen aus, er ist nicht nur bei Hilja Grönfors, der Grande Dame der finnischen Roma-Musik, kreativer Kopf.

Der Stil der Band ist unverändert, vielleicht klingt es sogar noch mehr nach Balkan und Osteuropa als bisher. Laitinen ist natürlich der Chef im Ring, aber auch ohne ihn machen die Jungs mit Akkordeon, Bouzouki, Trompete nebst Bass und Drums mächtig Dampf. Dazu noch hier eine Klarinette, da eine Geige – und man wähnt sich irgendwo im Südosten Europas. Mit ihrer Herkunft aus Lappland hat das nun kaum noch was zu tun – aber was soll’s: Diese Band ist schlichtweg heiß. (tjk)

   

Lapland – Balkan
(2013, Playground Music PMF 118)

Für die dritte CD wechselte Jaakko Laitinen zu einer größeren Plattenfirma, der Sound änderte sich daraufhin ebenso: Die feurige Balkan-Rhythmen sind nicht mehr ganz so feurig und die großen slawischen Gefühle nicht mehr ganz so groß. Hinzugekommen ist eine feinere und professionellere Produktion – von der fröhlichen Rumpelkapelle zu einem seriösen Act?

Man hört plötzlich Synthesizers und Streicher, auch mal eine Gitarre und hier und da eine Background-Sängerin: Lucie Niemelä ist auch als Autorin mit von der Partie. Die Änderungen erscheinen auf den ersten Blick eher dezent und nicht so, dass der Charakter des Bandsounds völlig auf den Kopf gestellt wäre. Bei näherem Hinhören klingen die Falschgeld-Spieler allerdings wie an die Leine gelegt – sind die wilden Jahre vorbei? Zumindest auf »LAPLAND – BALKAN« scheint das so. (tjk)



Siehe auch:
Lucie Niemelä

   

Yö Rovaniemellä
(2012, Helmi Levyt Helmi 055)

Den auf dem Debut eingeschlagenen Weg gehen Jaakko Laitinen und seine Falschgeld-Kapelle nicht nur konsequent weiter, sie sind sogar noch ein Stück besser geworden. Die Mischung aus Balkan-Power, slawischer Melancholie und finnischem Humppa zündet wirklich und macht die »Nacht in Rovaniemi«, wie das Album übersetzt heißt, zu einer heißen Party-Scheibe.

Die Band ist unverändert, nach wie vor steht der charismatische Sänger Jaakko Laitinen im Zentrum: Er singt mit viel Vibrato – das klingt ziemlich retro, und manchmal ein wenig komisch. Charakteristisch ist neben Laitinen der Bouzouki und Trompete spielende Jarkko Niemelä – ohne diese Instrumente wäre der Sound längst nicht so peppig. Gut passen auch die Gastbeiträge an Posaune und Tuba in den Bandsound. Am besten ist die Band, wenn sie richtig Gas gibt: »Kaikkialla Kaukana«, »Tanssi Tanssi« und der Titelsong sind die stärksten Stücke. »YÖ ROVANIEMMELLÄ« erhielt in Finnland sehr gute Kritiken und wurde mit einem Folk Music-Award ausgezeichnet. (tjk)



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