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Alle Rezensionen zu Eyolf Dale
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Wolf Valley
(2016, Edition Records EDN1073)

Es beginnt mit einem sehr laid-back geshuffelten Besenschlagzeug, über das die drei Bläser eine Melodie legen, ein Riff vielmehr. Der Rhythmus steigert sich, und Eyolf Dale setzt an zu einem perlendem Piano-Solo, das wieder die Bläser und das Vibraphon in einen warmen Background betten. Aus dem Riff erwächst eine weitere Melodie, ganz toll. In diesen nicht einmal sechs Minuten des ersten Stücks »Furet« kommt man sich vor wie in einem D-Zug aus den späten 70ern, damals gerade so schnell, dass man die Landschaften noch prima betrachten konnte.

Dieses erste Stück ist zwar auch das beste dieser CD und hat die absolute Repeat-Tasten-Qualität. Die übrigen Stücke stehen kaum nach: Eyolf Dale überrascht mit interessanten Kompositionen und vor allem sehr farbigen und phantasievollen Arrangements, wobei er manchen Stücken in der Mitte der CD etwas mehr Kraft hätte einhauchen können. André Roligheten (ts, cl), Hayden Powell (tp) und Kristoffer Kompen (tb) klingen wie viel mehr Bläser, daran erkennt man Dales Geschick. Sehr gelungen auch die Hereinnahmen von Rob Waring (vib) und Adrian Løseth (Violine), beide bringen weit mehr als klangliche Tupfer. Per Zanussi am Bass und Drummer Gard Nilssen sorgen mit Dale für feine Rhythmen. Der Meister selbst spielt obendrein schöne Soli. Der Titel der CD ist übrigens gerade sein Name ins Englische übersetzt. (tjk)



Siehe auch:
Hayden Powell Trio
Albratrosh
Per Zanussi
Gard Nilssen

Eyolf Dale: Wolf Valley

Offizielle Website

Die CD »Wolf Valley« war »CD des Monats« im Monat 7 / 2016.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Schön, ja! Auch wenn das verschneite Foto auf dem Cover jetzt im Sommer arg unpassend kommt, sollte man Eyolfs sensibles Ensemblewerk gerade auch an warmen Tagen genießen. Rob Waring ist übrigens auch auf der bald kommenden Septett-CD von Mats Eilertsen dabei, (auch) ein tolles Jazzensemble – mit dem tollen Olavi Louhivuori am Schlagzeug.
Ingo J. Biermann

Wie Ingo hat auch mich das Winterfoto irritiert, während ich in der hochsommerlichen Schwüle Eyolf Dales lässigen Jazzphantasien lausche. Bewusst inszenierte Irritation? Nein, sicher nicht. Aber durchaus passend zur kühl und klar voranschreitenden Spielart der Norweger.
Peter Bickel

Danke Tim, da stimme ich zu. Auch ich muss mich ein wenig an die ruhigen Stücke gewöhnen, aber die zarte Poesie dieser Lieder nimmt mich auch im Sommer gefangen.
Leif Haugjord

Diese elegant unterkühlten, rauchblauen Töne sind doch das perfekte Kontrastprogramm zu den aktuell schwülheißen Temperaturen hierzulande! Damit lässt sich bestens vom Schnee träumen. Gefällt!
Eva-Maria Vochazer

Offizielle Website      www.eyolfdale.no

   

Hometown Interludes
(2013, Curling Legs CLP CD 137)

Skien (Norwegen), 18. März 2013, gegen 20 Uhr: Ein Mann betritt die dortige Kathedrale, setzt sich an den mittig bereitgestellten Flügel und beginnt zu spielen. Er hat keine Noten mitgebracht, er weiß auch vorher gar nicht, was er spielen wird. Die Kirche, der Raum, die Akustik werden es ihm sagen. Seine Intention wird ihn leiten. Er hat ein paar kleine Ideen, aber im Großen und Ganzen wird er improvisieren. Gegen 5 Uhr morgens ist Feierabend.

Dieses Schauspiel wiederholt sich noch zwei Nächte. Gelegentlich steht der Mann auf und wechselt an die Kirchenorgel. Auch auf dieser spielt er ein paar improvisierte Stücke. Der Mann heißt Eyolf Dale, Skien ist seine Heimatstadt und er ist wirklich froh, hier sein und spielen zu dürfen. Die Sessions werden mitgeschnitten, Dale wird die besten Stücke auswählen, ihnen Namen geben und daraus eine CD veröffentlichen. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich gut und stilistisch kaum greifbar: kein Pop, kein Jazz, kein esoterisches New Age-Gesäusel, ohne Noten natürlich auch keine »klassische« Musik. Es ist schlicht und einfach improvisierte Klaviermusik, von gelegentlichen – und störenden! – Orgelstücken unterbrochen. Einmal singt er auch mit, wie Keith Jarrett, aber zum Glück erst im vorletzten Stück. Böse Zungen könnten Dales »HOMETOWN INTERLUDES« auch Geklimper nennen. Aber böse Zungen, das sind wir ja nicht. (tjk)



Siehe auch:
Daniel Herskedal



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