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Alle Rezensionen zu Tapiola Sinfonietta
(Genre »Klassik«, Land »Finnland«)

 

Stravinsky: Pulcinella Suite · Apollon Musagète
(SACD, 2016, BIS 2211)

Das 41-köpfige Stadtorchester von Espoo, der zweitgrößten Stadt Finnlands, trägt den Namen des Stadtteils Tapiola und legt seinen Fokus auf das Repertoire der Wiener Klassik und bekannter Werke des 20. Jahrhunderts, bis hin zu Neuer Musik. Nach seiner Gründung im Jahr 1987 wurde die Tapiola Sinfonietta von den renommierten finnischen Dirigenten Jorma Panula (*1930) und Osmo Vänskä (*1953) geprägt. Seit 2001 hat das Orchester keinen Chefdirigenten mehr, sondern entschloss sich, über die künstlerische Leitung und Programmierung von einem Gremium entscheiden zu lassen, das aus dem Geschäftsführer und zwei gewählten Musikern des Orchesters besteht.

Bei Igor Strawinsky (1882-1971) handelt es sich zwar nicht im engeren Sinne um einen »nordischen» Komponisten, auch wenn seine Heimatstadt Sankt Petersburg, sich den Breitengrad mit Oslo teilend, nördlicher liegt als Estland und Dänemark. Für ihr erstes Strawinsky-Programm auf CD trifft sich die Tapiola Sinfonietta mit dem ebenso beim Label BIS wie auch international sehr aktiven Bach-Meister Masaaki Suzuki, der hier wiederum seine erste Einspielung mit Musik des 20. Jahrhunderts vorlegt. Eine nicht alltägliche, erfrischende Veröffentlichung bietet diese Konzertaufnahme also, einen Blick aus dem Norden nach Mitteleuropa, könnte man sagen.

Vier Jahre nach der Uraufführung des karnevalesken Balletts »Pulcinella« 1920 in Paris (mit dem Bühnenbild von Pablo Picasso) gestaltete Strawinsky elf der 18 Nummern zu kurzen Instrumentaltücken zu einer Orchestersuite um. Suzuki, mit der mit seinen 60 Jahren keinen Beweis seiner Talente mehr schuldig ist, bringt sich tatsächlich als souveräner und neugieriger Gestalter sehr angemessen in diese neobarocke, streckenweise ironische Zitatwelt ein. Die rund zwanzig Minuten der »Pulcinella« erlebt man als Zuhörer ähnlich heiter und hingerissen wie Tiepolos Akrobat aus der commedia dell'arte auf dem Covermotiv.

Nicht ganz so bunt und fantasievoll interpretieren Suzuki und die Tapiola-Musiker die halbstündige konzertante Ballettmusik »Apollon musagète« aus dem Jahre 1928, in der Strawinsky nach Frankreich im 17./18. Jahrhundert blickt, und als kleinen, abschließenden Höhepunkt das knapp zwanzig Jahre später entstandene Konzert in D für Streichorchester (1946), wiederum eine Concerto-Grosso-Hommage an Bach und Vivaldi. (ijb)

 Tapiola Sinfonietta: Stravinsky: Pulcinella Suite · Apollon Musagète

Offizielle Website

Offizielle Website      www.tapiolasinfonietta.fi



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