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Alle Rezensionen zu Grapell
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Love Chamber
(2016, Popup Records/Believe)

Angehimmelt werden von zwei schwedischen Schönmenschen: Wer wissen will, wie sich das anhört, sollte »LOVE CHAMBER« auflegen, die zweite EP des Duos Grapell aus Stockholm. Schmachten, schwelgen, schwärmen: Darin sind Emil Erstrand und Nils Nygårdh alias Grapell jedenfalls Weltmeister. Falsett-Vocals, feine 80er-Assoziationen mit edlen Saxofon-Klängen (Gastmusiker Björn Ärkö glänzt!) und schmeichelnde Synthies: Grapell zelebrieren den sehnsüchtigen Romantik-Synthiepop, bis Herzen bei Songs wie »Every Time« in Schönheit brechen. Und das, ohne einen Tropfen Schweiß zu vergießen: Denn in der Welt der Schweden geht es loungemäßig gemächlich zu. Dass das melancholische Liebesleben auch hässliche Seiten hat, wird komplett ausgeblendet: Dieses Liebeskammer ist ein durch und durch schöner Ort.

Verspielt können Grapell auch, wie sie mit dem anorakpoppigen »Still Your Friend« demonstrieren, wo sie schon fast wie die Stockholmer Kollegen Acid House Kings vom legendären Labrador-Label klingen. Matilda Mård von Many Voices Speak ist hier als einfühlsame Gastsängerin aktiv. Ein Übermaß an Schönheit aber kann mitunter erstickend wirken. Spätestens nach dem sechsten und letzten Track denkt man, dass das Gesäusel auf hohem Niveau ist. Und wird irgendwann wird man ganz sanft von einer Zuckervergiftung dekorativ dahingerafft. (emv)



Siehe auch:
Many Voices Speak
Acid House Kings

 Grapell: Love Chamber

Offizielle Website

Offizielle Website      www.grapell.com

   

Crier
(2017, Stranger Candy/Soulfood)

Zu viel Gefühl: Kann es in der Welt von Grapell gar nicht geben! Die Schweden sind auf ihrem ersten Longplayer, der äußerst passend »CRIER« heißt (ich übersetze das mal frei mit Heulsuse!) weiterhin die Weltmeister des Schmachte- und Schwelgepop. Emil Erstrand und Nils Nygård tauchen hier wollüstig ab in die Welt des liebessüchtigen 70er- und 80er Disco-Soul mit durchaus funkigen Einlagen. Gladys Knight & The Pips lassen grüßen, Lionel-Richie-Herzschmerz wabert durch die Songs, und ach! wie tut das Herz so herrlich weh bei diesem großen Gefühlskino! Mitunter könnte man schwören, dass diese beiden Herren Rüschenhemd tragen. Tun sie natürlich nicht, wir sind hier im schicken Schweden!

Keine Frage: Diese Songs sind superfein arrangiert. Vor allem das stylishe Saxofon überzeugt! Vöglein zwitschern, das Piano sehnsüchtet vor sich hin und zarte Glöcklein bimmeln. Aber allerspätestens beim countryesken »On Our Sides« ist die Grenze zum Edelkitsch endgültig überschritten. »I worship your hips, I am a slave to your lips«: Reim dich oder ich fress dich! Da kann selbst die innigste Slide-Gitarre nichts mehr retten. Nach diesem üppigen Bouquet dunkelroter Rosen wünscht frau sich dringend zur Entgiftung ein simples Gänseblümchen! (emv)

Video-Link



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