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Alle Rezensionen zu Solveig Slettahjell
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Silver
(2005, Curling Legs/Sunny Moon clp cd 80)

Ja, das ist Jazz. Guter, solider, ergreifender Jazz. Ohne jegliches Geschnörkel und pseudo-modisches Getüdel. Sanft nimmt uns Solveig Slettahjell an die Hand und senkt unseren Puls. Jazzstandards bietet sie, Klassiker, ruhig und nächtlich intoniert und wie selbstverständlich hingegossen. Gar wunderbar dezent ihr Gesang; ein klein wenig verrucht-verhaucht und doch im Grunde stets angenehm nebensächlich. Weiche Klänge im Vorübergehen.

Und was hat sie sich da für eine Band zusammen gestellt! Da ist der behutsame Bassist Mats Ellerstsen! Der hingebungsvolle Trompeter Sjur Miljeteig trifft auf den sparsamen Drumer Per Oddvar Johansen, der schon bei Christian Wallumrød oder Trygve Seim auffiel. Und auch ganz und gar nicht verkehrt Morten Qvenild am Klavier, tätig etwa bei Jaga Jazzist und Susanna And The Magical Orchestra. Selbst abgegriffene Titel wie »What Is This Thing Called Love« erblühen neu, und sogar eine über die Jahre so abgehalfterte Nummer wie »Moon River« wird wieder hörbar und entfaltet ihren Charme. Ah – ich sehe, die Bar hat noch auf. Der Barkeeper poliert die Gläser. Bist du schon müde? Oder trinken wir noch was? (frk)



Siehe auch:
Susanna And The Magical Orchestra
Jaga Jazzist
Christian Wallumrød
Trygve Seim


Zum Artikel über Solveig Slettahjell


Zur Fotogalerie über Solveig Slettahjell

Solveig Slettahjell: Silver

Die CD »Silver« war »CD des Monats« im Monat 5 / 2005.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Geschmack hat die Dame ja. Und ein Gespür für Sound-Szenarien auch. Die Songauswahl hätte ich mir jedoch mutiger gewünscht. Warum müssen es eigentlich immer dieselben ollen Kamellen sein? »Moon River« jedenfalls mag ich nicht mal mehr in der abgewandelten Form hier hören.
Harald Kepler

»Moon River« hätte es wirklich nicht gebraucht, aber wie behutsam sowohl Solveig Slettahjell als auch die beteiligten Musiker diese Standards behandeln, wie reduziert und verlangsamt die Songs quasi neu entstehen – das lässt nur einen Schluss zu: Champions League!
Tim Jonathan Kleinecke

Oje, das ist nichts für gestresste Hektiker. Zeit zum Hören und vor allem zum Genießen muss man sich gönnen, möchte man sich Solveig einverleiben. Ich ungeduldiger Mensch finde ihre Songs deshalb leider reichlich spröde und wünschte, sie sänge mehr zugängliche Klassiker.
Liska Cersowsky

Stimmt, bei »Moon River« wird der Unterschied zwischen verträumter Entspannung und verschlafener Unlust deutlich. Ansonsten inszeniert Solveigs Slow Motion Orchestra aber feinen Zeitlupen-Jazz - wobei das verzweifelte »Nobody's Fault But Mine« einen meiner persönlichen Höhepunkte bildet.
Leif Haugjord

   

Antologie
(2011, Emarcy/Universal 60512800927)

Einst begann man die popmusikalische Laufbahn mit Coverversionen anderer, heute wiederum gehört es offenbar zum guten Ton, als etablierte/r Musiker/in seinen Vorbildern in Form eines Albums Tribut zu zollen. Patti Smith, Rod Stewart, Tori Amos, Caroline Henderson, The Beautiful South... alle tun es. Solveig Stellahjell nennt es »nach Hause kommen«, und singt im stillen Duo mit Morten Qvenild am Piano ihre Lieblingslieder des Pop.

Eine teils extravagante Auswahl – Annie Lennox steht neben einem relativ übersehenen späten Juwel von Paul McCartney, dazu Nick Drake, Endresen/Wesseltoft... und: »The Winner takes in all« von ABBA! Durchweg gut und mit bedachter Emotion gesungen; und natürlich dürfen auch die üblichen Verdächtigen wie Radiohead und Tom Waits nicht fehlen. »Famous Blue Raincoat« von Leonard Cohen bleibt leider eine fast identische Kopie der meisterlichen Coverversion, die Tori Amos vor 15 Jahren bereits eingespielt hat - und daher letztlich vernachlässigbar. »Wild Horses« (Rolling Stones) ist ebenso okay und vorhersehbar wie »True Colours« (Cindy Lauper), welches sich fast zeitgleich – zumal weit zwingender interpretiert – schon auf dem letzten Album von Poing und Maja Ratkje einfindet. Die zwei klaren Höhepunkte (emotional wie musikalisch) sind Radioheads »There There« und Gnarls Barkleys »Crazy«, weil hier mal nicht auf die schnell gleichförmig daherkommende Standard-Spätnachtmelancholie gesetzt, sondern ein wirklich eigener, persönlicher Zugang ausgearbeitet wurde. (ijb)



Siehe auch:
Morten Qvenild / In The Country
Sidsel Endresen / Bugge Wesseltoft
Wildbirds & Peacedrums
Susanna Wallumrød & Morten Qvenild

   

Tarpan Season
(2009, Emarcy/Universal 06025 2712800)

Solveig Slettahjell geht konsequent ihren Weg weiter, schreibt fast alle Songs und entwickelt stetig einen eigenen Kosmos. Dieser hat den Jazz nicht ganz verlassen, aber ebenso spielt sie mit Blues und Country (»December Song«), auch Soul-Elementen, verortet sich in ein imaginäres norwegisches Americana. Mit ihrer Stimme spielt sie selbstverständlich auch, »How They Shine« ist ein Paradebeispiel.

Das Slow Motion Orchestra unterstützt sie prächtig, in »Your River« etwa: Zur Stammbesetzung um die so großartig mit kleinen Gesten hantierenden Miljeteig und Qvenild kommen Andreas Ulvo (org) und Even Helte Hermansen (g) hinzu und bringen neue Klangfarben. Einfach und raffiniert, klug reduziert, aber mit viel Emotion. (tjk)



Siehe auch:
Mats Eilertsen

   

Natt I Bethlehem
(2008, Kirkelig Kulturverksted FXCD 342)

Das muss wieder die Idee von Erik Hillestad gewesen sein, der als Labelchef von Kirkelig Kulturverksted stets den Kulturaustausch sucht und um die Magie weiß, die eine Aufnahne-Location haben kann. Zusammen mit der famosen Jazz-Sängerin Solveig Slettahjell sowie Pianist Tord Gustavsen und Trompeter Sjur Miljeteig reiste er nach Bethlehem und nahm dort mit den drei Musikern vier Nächte lang Weihnachtslieder auf – und zwar in der »Nativity Church«, die auf der Grotte gebaut wurde, in der Jesus geboren sein soll.

Eigentlich ausgelutschte Titel wie »Stille Natt«, »O Little Town Of Bethlehem« oder das in Norwegen immer wieder gern gecoverte »Mitt Hjerte Alltid Vanker« klingen bei ihr – langsam, besinnlich und hoch konzentriert mit leichtem Jazz-Gestus in die Nacht hinaus gesungen – wie adventliches Seelenbalsam, ohne allzu sehr an der Kitschgrenze zu kratzen. Was auf Weihnachtshasser wie ein rotes Tuch wirken könnten, dient dem Rest der Welt als stimmungsvolle akustische Untermalung zu besinnlichen Dämmerstunden bei Plätzchen und dampfendem Glühwein. (peb)

   

Domestic Songs
(2007, ACT/Contraire 9017-2)

Die Langsamkeit, die sie im Laufe ihrer letzten vier Alben mit ihrem Slow Motion Orchestra kultiviert hat, steht nicht mehr so deutlich im Vordergrund. Wobei die Songs kaum schneller sind, aber sie wirken nicht mehr so gebremst – was vielleicht daran liegt, dass es von Haus schon ruhigere Nummer sind.

»DOMESTIC SONGS« – und das ist nun wirklich neu – entstand bei Solveig Slettahjell zu Hause; mit ihrem neuen Steinway Flügel zentralem Instrument, den sie sich vom Preisgeld des »Vital-Pris« leistete. Passend dazu agieren Solveig Slettahjell und ihre vierköpfige Band auch intimer, inniger und introvertierter – als Paradebeispiel sei der mit ihrem Bruder vorgetragene A-cappella-Song »Oh Sweetly« genannt. Die eigenen Kompositionen stehen zwar klar im Vordergrund, aber auch diesmal entpuppen sich wieder traumhafte Covers als die eigentlichen Stars – wie etwa Tom Waits' »Time«. (peb)

   

Good Rain
(2006, ACT/Contraire 9713-2)

Fast ausschließlich Eigenkompositionen auf diese CD zu bannen, ist ein schlüssiger Schritt in Richtung noch mehr Eigenständigkeit - obwohl Solveig Slettahjell und das unveränderte Slow Motion Quintet ohnehin ein einzigartiger Klangtupfer in der Welt des Jazz sind.

Und es gibt ja auch mehrere Perlen aus der Feder von Slettahjell, Pianist Morten Qvenild und Trompeter Sjur Miljeteig – wie »Where Do You Run To«, »Flawless« oder den Titelsong. Allerdings sind auch ein paar Stücke dabei, die den Weg auf eine frühere CD nur schwerlich gefunden hätten. Ganz klar: Man vermisst schon ihre genialen Versionen von altbekannten Klassikern. Die Band hat aber sehr viel Potential; vielleicht hätte man sich einfach nur mehr Zeit lassen sollen für dieses Album. (tjk)

   

Pixiedust
(2005, ACT/Contraire 9708-2)

Mit der gleichen veritablen, wundersam reduziert und behutsam agierenden Mannschaft wie auf »SILVER« singt uns Solveig Slettahjell den Jazz wieder in einer reduzierten und verlangsamten Gangart, die ihresgleichen sucht. Ihre Reife und Ausstrahlung hat noch an Größe gewonnen, und die Songauswahl geriet ebenso überraschend wie trefflich.

Denn trotz der überwiegend von Drummer Peter Kjellby – der aber nicht in der Band mitspielt – komponierten Titel funkeln die Coverversionen am hellsten. So wähnt man sich beim schwerelos-surrealen »When You Wish Upon A Star« dank knackender Electronics tatsächlich im Weltraum, und die vor Sinnlichkeit sprühende Hiatt-Nummer »Have A Little Faith In Me« übertrifft – obwohl das unmöglich scheint – sogar noch das Original sowie Bill Frisells Fassung dieses Songs. (peb)

   

Slow Motion Orchestra
(2003, Curling Legs/Sunny Moon clp cd 69)

Wer seine CD mit einem »SLOW MOTION ORCHESTRA« aufnimmt, muss ... sehr ... viel ... Zeit ... haben ... Also, liebe stressgeplagten Hektiker, schaltet fünf bis sechs Gänge runter, dimmt das Licht und taucht ein in dieses wundervolle Balladenkonzert, das Solveig Slettahjell während einer Mainacht 2001 im Osloer Jazzclub Blå gab. Begleitet von ihrem Quartett und verstärkt durch ein zehnköpfiges Orchester träumt sie sich durch Klassiker wie »My Heart Belongs To Daddy« oder »I've Got A Crush On You«.

Ein Debüt könnte kaum besser ausfallen, denn Sängerin wie Begleiter beweisen Reife, Ausdruckskraft und latent vorhandene Virtuosität, die besonders bei »What A Moonlight Can Do« aufblitzt, dem einzigen schnellen Stück dieser CD. Mit schnellzüngigen Scats spurtet die Sängerin mit der seidigen Stimme so los, dass ihr Mannschaft ihr kaum zu folgen vermag. Doch dann zieht sich Solveig sofort wieder in ihre traumverlorene Welt zurück: »Little Girl Blue«. Möge diese Nacht doch nie enden ... (peb)



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