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Alle Rezensionen zu Gyða Valtýsdóttir
(Genre »Avantgarde«, Land »Island«)

 

Epicycle
(2016, Smekkleysa Records)

Gyða Valtýsdottir ist eine eigenwillige Grenzgängerin. Einst war sie gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Kristín Anna Gründungsmitglied der stilprägenden isländischen Experimentalpopster Múm. Auf der Höhe des Erfolgs stieg sie aus und verschwand scheinbar in der Versenkung. Wirklich? Gyða studierte in Russland und der Schweiz klassisches Cello und beteiligte sich an verschiedensten musikalischen Projekten. Arbeitete etwa mit dem kanadischen Arcade-Fire-Mitstreiter Colin Stetson, mit Efterklang und mit Damien Rice. Inzwischen ist die Weltenbummlerin wieder zurück in ihrer isländischen Heimat und hat mit »EPICYCLE« ein Soloalbum vorgelegt, auf dem sie 2.000 Jahre Musikgeschichte nach Elfenart gegen den Strich bürstet und etwas ganz Eigenes daraus macht! Mit artiger, arrivierter Klassik hat das nichts zu tun! Das ist sphärische, meditative Cello-Avantgarde!

Das älteste vollständig erhaltene Lied, das sich auf einem Grabstein in der Türkei findet, hat Gyða ebenso für ihr Album ausgewählt wie ein Jesuslob des französischen Mystikers Olivier Messiaen. Ein Albumhöhepunkt ist eine Hymne aus der Feder Hildegards von Bingen: Die in dieser reduzierten Neuinterpretation wie karge Filmmusik daherkommt! Und wenn die Isländerin ein Lied von Robert Schumann (ausgerechnet »Im wunderbaren Monat Mai!«) für sich reklamiert, dann klingt das, als ob Nebelschwaden über karge Landschaften wallen. Deutsche Romantik in Reykjavík? Es passt erstaunlich gut! (emv)



Siehe auch:
Múm

Gyða Valtýsdóttir: Epicycle

Offizielle Website

Die CD »Epicycle« war »CD des Monats« im Monat 12 / 2016.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Wenn Elfen Zwölftonmusik (Hildegard von Bingen) fiepen, schlägt's bei mir 13.
Tim Jonathan Kleinecke

Eine wunderbar stille, poetische, phantasievolle, versponnene, minimalistische, klangzaubernde und ätherische Musik. Ich glaube, wir hätten für den dunklen Wintermonat Dezember keine bessere Monats-CD finden können.
Peter Bickel

Ja wirklich, ein schönes, fein ausgeklügeltes Poesiewerk zwischen „Klassik" und Pop. Wunderbar für den Winter.
Ingo J. Biermann

Ich bin ja sonst nicht so der Fan der Hochkultur, aber in dieser Interpretation aus Island gefällt mir selbst Robert Schumann!
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.facebook.com/gyda.valtysdottir



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