Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Juhani Aaltonen
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

To Future Memories
(2013, Tum Records TUMCD 036)

Oft wurde Juhani Aaltonen als der »finnische Coltrane« bezeichnet, und so gänzlich falsch ist das nicht. Zumindest ist Aaltonen einer der ganz großen Saxophonisten der finnischen Jazz-Geschichte, und eine gewisse Nähe zu Coltrane kann man ihm weder in Sachen Ton auf dem Tenorsax noch in der Stilistik absprechen. Wie der amerikanische Gigant ist der finnische Gigant ein sehr spiritueller Spieler und fühlt sich im offenen, improvisierten Feld sehr wohl.

»TO FUTURE MEMORIES« besteht ausschließlich aus Kompositionen von Antti Hytti. Dieser war Bassist bei den frühen Piirpauke, dem Tomasz Stanko-Edward Vesala Quartet und bei dessen Sound & Fury-Bands. Später verlegte er sich hauptsächlich auf Film- und Theatermusik (einige der Kompositionen stammen aus Filmen) und gründete das zwölfköpfige Orchester Suhkan Uhka, in dem die profiliertesten und prominentesten Improvisatoren Finnlands versammelt waren – natürlich auch Juhani Aaltonen: Hytti und Aaltonen spielten über die Jahrzehnte mehrfach miteinander.

Aaltonen erweiterte sein reguläres Quartett aus Iro Haarla (Piano und Harfe), Ulf Krokfors (Bass, hier im rechten Kanal zu hören) und Reino Laine (Drums) um zwei weitere Musiker, um ein dichteres Rhythmusgeflecht zu erzeugen: Ville Herrala (sein Bass klingt links) und Percussionist Tatu Rönkkö fügen sich nahtlos in das bestens eingespielte Quartett ein. Der Opener »Reminiscence« ist eine frühe Ballade, Aaltonens Sax dominiert, Haarla begleitet sehr sparsam. Die Stücke, in denen Aaltonen Flöte spielt, fallen ein wenig ab – anders gesagt: Der bei den Aufnahmen 75-jährige brilliert am Tenorsaxophon, er hat nach wie vor Kraft und spielt variantenreich. Die beiden Bassisten ergänzen sich hervorragend, spielen abwechselnd pizzicato und arco und haben mehrere spannende Duette. Die ganze CD ist sehr spannend, es wird viel und kollektiv improvisiert, ohne die Kompositionen aus dem Blick zu verlieren. »Haze«, das letzte Stück, ist grandios: Hier gehen alle Beteiligten aus sich heraus. Wie immer bei TUM ist das Booklet ganz ausgezeichnet, mit vielen Fotos und ausführlichen Texten zu Musik und Musikern. (tjk)



Siehe auch:
UMO Jazz Orchester
Edvard Vesala
Iro Haarla
Piirpauke

Juhani Aaltonen: To Future Memories



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel