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Alle Rezensionen zu Royal Stockholm Philharmonic Orchestra & Hans Ek, Dan Berglund, Magnus Öström feat. Rantala, Neset, Pohjola & Lindström
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

E.S.T. Symphony
(2016, ACT ACT 9034-2)

Angeblich hatte Esbjörn Svensson zu Lebzeiten den Plan, eigene Kompositionen mit Orchester zu arrangieren, wie das mehr oder weniger alle erfolgreichen Jazz- und Rockmusiker früher oder später tun. Ob der Plan war, bestehende oder eigens dafür verfasste Stücke zu nutzen, ist nicht zweifelsfrei bekannt, doch sein früherer Kommilitone Hans Ek und seine beiden Triopartner Magnus Öström und Dan Berglund haben acht Jahre nach Svenssons Tod im Sommer 2008 eine Suite auf der Grundlage von E.S.T.-Nummer aufgenommen, die dem Ziel des Pianisten vermutlich recht nahe kommt. Ob Svensson selbst einen mutigeren, komplexeren Ansatz gewählt hätte, wie aus den beiden posthumen Trio-CDs spricht, kann bedauerlicherweise nicht mehr überprüft werden, doch die »E.S.T. SYMPHONY« schlägt sich in jedem Fall wacker. Zumindest das Meisterstück hier, »Dodge the Dodo«, bereits ein Höhepunkt des »Jazz at Berlin Philharmonic«-Konzerts und
-Albums unter dem Motto »Lost Hero - Tears for Esbjörn«, wurde angeblich noch zu Lebnzeiten von Svensson selbst für Orchester arrangiert.

Dass die »SYMPHONY« durchaus unterhält und mitreißt, liegt mit auch daran, dass sich Ek, Öström und Berglund neben den Stockholmer Philharmonikern vier geschätzte Labelkollegen eingeladen haben: die beiden Finnen Iiro Rantala (p) und Verneri Pohjola (tr), den norwegischen Sax-Jungstar Marius Neset und Berglunds Partner-in-Crime aus der Band Tonbruket, Johan Lindström, der hier mit der Pedal-Steel-Gitarre zauberhafte Spuren hinterlässt. Und nicht zuletzt wurde die Suite seit Svenssons fünftem Todestag mehrfach mit wechselnder Besetzung aufgeführt, überarbeitet und verfeinert, so dass die an drei Aufnahmetagen im Juni 2016 eingespielte CD-Fassung durchaus eine sorgsam gewachsene Synthese darstellt.

Der gewohnt beschwingte Rantala hält sich klug zurück, setzt eher charmante Akzente, als dass er sich an einer Tastenhommage an den großen Kollegen versuchte. Wo Svensson eher zu ungewohnten Klangideen griff, wählt die »E.S.T. SYMPHONY« häufig einen klassizistischen Weg. Positiv fällt dennoch ins Gewicht, dass jedes Stück einen eigenen Charakter bekommt, manches eher nach einer spritzigen Jazzband klingt, anderes mehr nach brachialem Orchesterpathos für den großen Saal. Wenn der Jazz erhalten bleibt, die Feinheiten der einzelnen Instrumente herausgearbeitet wurden, bekommt die Jazzsinfonie ihre wahre Größe. (ijb)



Siehe auch:
Esbjörn Svensson Trio (e.s.t.)
Magnus Öström
Dan Berglund's Tonbruket
Jazz at Berlin Philharmonic V: Lost Hero - Tears for Esbjörn

 Royal Stockholm Philharmonic Orchestra: E.S.T. Symphony

Offizielle Website

Offizielle Website      www.actmusic.com



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