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Alle Rezensionen zu Metalized Man
(Genre »Beats«, Land »Dänemark«)

 

Losing Your Virginity: Metalized Boy's First Adventures In Manhood
(LP, 2017, Foul-Up DOWN2, auch download)

Foul-Up-Labelmacher Nicolai »Misantrop« Krog veröffentlicht als Katalognummer 2 auf seinem frisch gestarteten Vinyl-Label nach der eigenen Debüt-EP das erste Album von Lasse Bjørck Volkmann aus Kopenhagen. Die Platte trägt einen überlangen und leider auch etwas albernen Titel, der wahrscheinlich vor allem dazu dient, das Projekt in Distanz zum Dancefloor zu rücken. Auch Emil Savas' aquarellartiges Gemälde auf dem Cover trägt mit zu diesem Eindruck bei. Die Platte erscheint Ende Februar passend zu einer ersten Labelnacht in Berlin, auf der sich weitere dänische und kanadische Elektronikmusiker die Bühne teilen.

Wenn wir Volkmanns Album unter »Beats« einordnen, dann vor allem mangels besserer Schubladen, denn wenn sich auf der 39 Minuten langen LP Beats finden, dann oftmals eher in verfremdeter, verhüllter, sorgsam herunter aus dem Takt geschobener Form, etwa im sanft trippigen »Tangled Tulips«, einem feinen DubTechno-Track im Stil von Vladislav Delay bzw. Uusitalo. Andere Stücke geben sich hingegen nicht selten nervöseren Stimmungen hin – weniger vielleicht »Epileptic Windmill«, dessen Titel ein Aphex-Twin-Klangspektakel vermuten ließe, jedoch ein dunkel wummerndes Techno-Biest ist, sondern vielmehr epische Tracks wie »Sweet Remains« und »Feints Forward«, die vage Dub-Elemente und unablässig verstolperte Industrial-Rhythmen mit viel Hall in eine Art aus den Fugen geratene, schwer geräuschhafte Anti-Dance-Music zerbrechen. Ziemlich spacig, das ganze, oft weniger Techno als vielmehr experimentelle Geräuschmusik.

Nach dem ambienten »Floating Seeds«, das teils an Andy Stotts jüngste Schwebemusik erinnert, gibt es mit dem abschließenden »Flesh Lamps and Hover Boards« noch einmal eine dunkle Industrial-Technonummer, die allerdings im letzten Teil in wild tanzenden Tönen entfleucht wendet. Ein wahrer Auteur des Genres mit einem sehr eigenwilligen, sehr starken Werk, dem man allenfalls ankreiden kann, dass es über die sieben Stücke vielleicht einen Hauch zu viele Stile durcharbeitet. Und der Titel ist echt ein bisschen doof. (ijb)



Siehe auch:
Misantrop
Vladislav Delay
Uusitalo

 Metalized Man: Losing Your Virginity: Metalized Boy

Audio-Link Offizielle Website

Der »Senf« unserer Autoren ...
Nicht immer sind wir alle einer Meinung. Zur »CD des Monats« wählen wir deshalb gern eine CD, die Meinungen polarisiert.
Dazu geben - neben dem Rezensenten selbst - immer vier unserer Autoren ihren Senf dazu ab.

Knarzen, Knispeln, Rascheln, Blubbern, Pochen, Klingeln, Wummern: Meine Tochter hätte ihre helle Freude daran, passende Worte für diese "Musik" zu finden. Auch wenn man es zunächst nicht vermutet: Die sich stetig transformierenden Sounds entwickeln durchaus eine hypnotische Wirkung ... wenn man sich drauf einlässt.
Peter Bickel

Uneingeschränkt Recht geben kann ich dir, Ingo, zumindest hinsichtlich des Titels. Ansonsten suhle ich mich eher in Ahnungslosigkeit, was die vielen Querverweise angeht. Ich kann das jedenfalls hören, ohne Tobsuchtsanfälle oder Langweiligkeitsattacken zu kriegen. Mehr aber auch nicht.
Tim Jonathan Kleinecke

Da hast Du recht, Peter: Einfach zu goutierende Sounds sind das definitiv nicht! Aber hey, dafür eine wunderbare Herausforderung für die Ohren. Nervös, subtil beunruhigend und aufregend spröde!
Eva-Maria Vochazer

Das ist in der Tat mal was anderes, als wir üblicherweise hier haben. Zwar auch nicht so ganz meine übliche Richtung, aber ich bin ja auch nicht mehr in Clubs unterwegs.
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.foul-up.net



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