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Alle Rezensionen zu Stephan Meidell
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

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(2017, Hubro/Grappa HUBROCD2574)

»METRICS« gehört in die Reihe faszinierend-fantasievoller Gitarristen-Soloalben, mit denen Hubro in der jüngeren Vergangenheit die (Neo-)Jazzszene bereichert, siehe Ivar Grydeland, Kim Myhr oder Stein Urheim. Stephan Meidells (Cakewalk, Apneseth Trio) Solodebüt »CASCADES« erschien zwar bereits vor drei Jahren, leider jedoch nur als limitierte Vinyledition. Der Nachfolger »METRICS« ist ungleich komplexer, lässt die Beschränkungen von Gitarrenmusik und Jazz weit hinter sich, erinnert streckenweise vielmehr an Kollegen wie Stian Westerhus oder David Torn, wenngleich mit weitaus elektronischeren Elementen wie Beats und Rhythmen (Drum Machine), Tape Machine, Synth und flirrenden Sounds.

Nicht immer ist klar herauszuhören, welche Instrumente hier zusammengeführt wurden. In den Detailangaben stehen präpariertes Klavier (Magda Mayas), Hardangerfiedel (Erlend Apneseth), Barockvioline, Cembalo und Klarinetten, und Titel wie »Baroque« unterstreichen die Grenzgänge dieser Musik, die weder Kammermusik noch Jazz, weder Elektro noch Klangkunst ist. Eine Musik jenseits von Schubladen, ebenso schwer greifbar wie hypnotisch und verspielt.

Es gibt Anteile von Jazz, da die Bandmitglieder ihre Parts improvisiert haben, doch ähnlich wie Thomas Strønen mit seinem elektroakustischen Projekt Food zerteilt auch Meidell die einzelnen Beiträge, editiert sie neu und fügt alles mit seinen eigenen Klangideen zusammen. Begonnen hat das Projekt während eines dreimonatigen Aufenthaltsstipendiums in Berlin, wo der Gitarrist eine neue Arbeitsmethode erprobte, als er in dem Schöneberger Apartment seine Instrumente über Kopfhörer spielte und aufnahm. Ein rhythmisches Fundament in Form unruhiger Beats war sein Ausgangspunkt, das er um diverse Texturen der akustischen Gitarre erweiterte und schließlich assoziativ die weiteren Instrumente dazu bastelte.

»METRICS« ist der seltene Fall einer durchweg neuen Musik zwischen elektronisch und traditionell, zwischen Improvisiertem und ausgefeilt Programmiertem, die zeigt, dass man durchaus noch neue Stile entwickeln und ausgestalten kann. Ein sehr reiches Album; die rund 40 Minuten vergehen stets wie im Flug. (ijb)



Siehe auch:
Erlend Apneseth Trio
Cakewalk
By The Waterhole
Ivar Grydeland

Stephan Meidell: Metrics

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.stephanmeidell.com



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