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Alle Rezensionen zu Muddersten
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Karpatklokke
(2017, Sofa 555 CD/DL)

Von einer Band mit diesen drei Mitgliedern dürfte niemand heitere Popmusik erwarten. Martin Taxt und seine mikrotonale Tuba (plus Elektronik) kennen wir längst aus zahllosen Ensembles (Koboku Senjû, Microtub, Muringa, Music for a while, Trondheim Jazz Orchestra) für radikalen Noise-Freejazz; Håvard Volden (Jenny Hval, Moon Relay, The Island Band) bewegt sich als Gitarrist mit Loops zuverlässig zwischen Kunstpop und Geräuschmusik; und Henrik Olssons (Gul 3, Sheriff, Skog Och Dal) Beteiligung wird mit »objects, friction, piezo« angegeben. Klar, dass sich schon hiermit der potenzielle Konsumentenkreis dieser Musik extrem verkleinert.

Auf ihrem gemeinsamen Debüt bieten die drei Experimentalisten weniger sieben einzelne Tracks, eher hangeln sie sich klangbastlerisch durch eine kontinuierliche Geräusch-Suite von rund 40 Minuten Laufzeit. Und Geräusche, darum geht es hier fürwahr, in einer bizarren Mischung aus organischen und spartanischen, komplett elektronischen Sounds (à la Clicks & Cuts), die langsam soghaft zu einer Art beharrlichem Anti-Rhythmus zusammenwachsen. Es braucht jedoch einiges an Durchhaltevermögen, und man sollte sich dieser vollimprovisierten, sehr aufgebrochenen Elektroakustik schon aufmerksam widmen (wollen). Einen ambienten Sog wie bei Microtub oder gar Henrik Olssons Ensemble Skogen oder eine suggestive Noise-Suite wie auf Håvard Voldens Duo mit Toshimaru Nakamura (oder auf anderen Sofa-Alben) stellt sich nur leider nicht ein. Dazu bleibt »KARPATKLOKKE« zu wild wuchernd, bruchstück- und sprunghaft, ein wenig zu unentschieden zwischen abstrakt und sinnlich. (ijb)



Siehe auch:
Håvard Volden & Jenny Hval
Martin Taxt
Håvard Volden & Toshimaru Nakamura
Henrik Olsson

 Muddersten: Karpatklokke

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      sofamusic.no

   

Playmates
(2018, Sofa 565 LP/CD/DL)

Ein Jahr nach dem Debüt gibt es von Muddersten bereits ein zweites Album - bei Sofa Music keine Selbstverständlichkeit, denn manche Projekte bleiben einmalige Angelegenheiten, von anderen hört man teils erst nach zehn Jahren wieder. So gesehen darf man gespannt sein, ob das Trio Volden/Taxt/ Olsson das zerfahrene »KARPATKLOKKE« wettmachen können. Anders als beim on tour in Russland entstandenen Debüt haben sich Muddersten für »PLAYMATES« vier Tage ins Studio zurückgezogen, um die Musik auszuarbeiten; das vormals eingesetzte Instrumentarium behielten sie bei.

So dürfte klar sein, dass die vier Stücke mit dem Titel »Private Pleasure« (1-4) wieder aus der gleichen radikalen Freiheitsidee von Soundskulptur und Geräuschmusik geboren wurden. Muddersten erklären, dass ihr Ziel (s.o.) war, eine »musikalische Konstante« zu kreieren, einen Topf voller »Klangbrei«, und das ist ihnen fürwahr gelungen. Durch das über mehrere Tage hinweg mehrfach wiederholte Durchkauen der Stücke entstanden deutlich konzentriertere und nachvollziehbarere Kompositionen, bei Erhaltung der völligen Freiheit der Gedanken. (ijb)



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