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Alle Rezensionen zu Alexi Tuomarila
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Kingdom
(2017, Edition Records EDN 1090)

Nach vielen Jahren in europäischen Metropolen wie Paris und Brüssel ist Alexi Tuomarila in seine Heimatstadt Helsinki zurückgekehrt. Eine Reunion findet auch auf dieser Trio-Scheibe statt, sind doch mit Mats Eilertsen am Kontrabass und Olavi Louhivuori am Schlagzeug zwei Langzeitpartner des finnischen Pianisten dabei. Großmeister sind sie alle, und diese Aufnahme wird entsprechend hohen Erwartungen gerecht: »KINGDOM« ist eine der besten CDs des Genre Piano-Trio seit Jahren.

Jedes Stück für sich ist ein kleines Kunstwerk, mit Bedacht geschrieben und gespielt mit einer seltenen Kombination aus Kraft und Zurückhaltung, aus Agieren und Reagieren. Von den neun Kompositionen stammen fünf von Tuomarila, zwei von Louhivuori und eines von Eilertsen. »The Sun Hillock« setzt starke, gerade Rhythmik unter eine griffige Melodie. Eilertsens »Rytter« wird von dessen gestrichenem Kontrabass getragen und dreht sich hauptsächlich um eine repetierte Pianofigur. Olavi Louhivuori beweist besonders in »Vagabond«, welch kreativer Drummer er ist: Er trommelt nicht nur auf die Felle, sondern auf alle Teile des Schlagzeugs, holt somit ungewohnte Klänge heraus – rhythmisch vertrackt obendrein. Ganz fein auch die einzige Fremdkomposition der CD: Wurde Bob Dylans »The Times They Are A-changin‘« überhaupt schon mal von einem Piano-Trio gespielt? Jedenfalls machen die drei das Stück zu ihrem, ab der Mitte erkennt man auch die harmonische Struktur kaum noch. Mit einem langen Bass-Solo beginnt »Shadows«, es bleibt in jeder Hinsicht ziemlich offen und entwickelt erst spät ein Piano-Riff. Das abschließende »White Waters« ist mit acht Minuten das längste Stück, es beginnt suchend mit obertonreichem Beckenspiel und gestrichenem Bass, daraus schält sich langsam die Melodie. Alexi Tuomarila ist schon lange ein sehr guter Pianist, aber »KINGDOM« hebt ihn sehr weit nach oben. (tjk)



Siehe auch:
Mats Eilertsen mit Olavi Louhivuori
Drifter (aka Alexi Tuomarila Quartet)
Olavi Louhivuori / Oddarang
Skydive Trio

Alexi Tuomarila: Kingdom

Offizielle Website

Die CD »Kingdom« war »CD des Monats« im Monat 5 / 2017.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Ich freue mich sehr über dieses tolle Album, nachdem ich Alexi Tuomarilas Alben seit einiger Zeit schätze und auch z.T. schon besprochen habe. Dieses ist vielleicht ein wenig konventioneller als das, was er zuletzt so herausgebracht hat, aber ich stimme dir absolut zu: Hier hat er ein Meisterstück hingelegt. Eine Platte, die jede Jazzsammlung aufwertet.
Ingo J. Biermann

Ich kann nur beipflichten. Es ist ein Vergnügen, wie verwoben, ja traumwandlerisch vereint Piano und Bass agieren, die Drums bleiben da – obwohl von Tim ganz richtig als phantasievoll in jeder Form beschrieben – fast etwas außen vor. Ein Lehrstück in Sachen formvollendeter Jazz.
Peter Bickel

Volle Zustimmung! Ich möchte dem nur hinzufügen, dass Herr Tuomarila einmal mit Olavi Louhivuori, Jakob Bro und Anders Christensen eine grandiose, »etwas andere« Scheibe mit Tomasz Stanko aufgenommen hat: »DARK EYES« (2009 bei ECM). Ist leider ein wenig untergegangen.
Leif Haugjord


Eva-Maria Vochazer

Offizielle Website      alexituomarila.com

   

Seven Hills
(2013, Edition Records EDN1041)

Die namentliche Erwähnung durch berühmte Kollegen ist ein vertrautes Spiel, doch hat es Alexi Tuomarila, mittlerweile auch schon 39 Jahre alt, nun wirklich gar nicht mehr nötig, mit einem solchen - häufig wiederholten - Ritterschlag hausieren zu gehen. Dass der US-Jazzstar Brad Mehldau vermutlich wichtiges Vorbild und Inspiration für ihn ist, glaubt man gerne, nicht weniger bedeutend allerdings dürfte der ECM-Kosmos sein, zumal der finnische Pianist auf Tomasz Stankos »DARK EYES« starken Eindruck hinterließ. Mit seinem eigenen Trio liegt Alexi Tuomarila sozusagen in der Mitte zwischen den beiden genannten Stars, wärmer und luftiger als Mehldaus Ton, geradezu ungewohnt sonnig und herzlich für Finnland.

Das erklärt sich schnell, wenn man erfährt, dass die drei ihr Album in Portugal aufgenommen haben, in Lissabon, der Stadt der titelgebenden »Sieben Hügel«. Bassist Eilertsen und Schlagzeuger Louhivuori sind wieder einmal topp als präzise und wendige Sidemen (vgl. Eilertsens Alben mit Vigleik Storaas), und mit letzterem teilt sich Tuomarila gleichrangig die Autorenschaft an »SEVEN HILLS«. Zwei mal gastiert der portugiesische Gitarrist Andre Fernandes, doch wer ein leises südländisches Flamencospiel erwartet, wird sich getäuscht sehen. Auch wenn das Piano voll im Fokus steht, lebt dieses Album absolut vom jahrelang gereiften Zusammenspiel der drei Mitglieder. (ijb)



Siehe auch:
André Fernandes
Vigleik Storaas Trio



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