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Alle Rezensionen zu Django Bates with hr-Bigband & Eggs Laid By Tigers
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Saluting Sgt. Pepper
(2017, Edition Records EDN1094)

Als Kind eines Haushalts mit musikaffinen Sechziger-Jahre-Eltern kennt man mindestens ein Album in- und auswendig, seit man denken kann: »SGT. PEPPER« von vier Jungs aus Liverpool. Stößt man auf Covers und Hommagen, drehen sich sofort die Stimmen von John, Paul, George und Ringo im Kopf, was es schwierig macht, andere junge Männer diese ikonischen Lieder singen zu hören, ohne sofort den Vergleich zu ziehen. Martin (Dahl), Jonas (Westergaard) und Peter (Bruun) haben bereits Erfahrung mit beatles-inspirierten Popquartett-Produktionen: Ihre Stimmen gehören zum dänischen Art-Pop-Trio Eggs Laid By Tigers, deren Alben bislang um die Texte des Walisers Dylan Thomas kreisten, den sie zu ihrem vierten Mitglied erklärten.

Dass ihnen das so gar famos gelang, dürfte der Grund dafür gewesen sein, dass Django Bates die drei als beatle-esken Kern seiner »Sgt. Pepper«-Hommage ins Studio einlud. Popsongs werden wesentlich von der Gesangsstimme geprägt – und so werden die meisten Hörer über den Sänger einen Bezug zur Komposition aufbauen. Wie schon der wenige Jahre zurückliegende (ambitionierte, aber angestrengte) Versuch der Flaming Lips zeigte (die die Songs mit zahlreichen Gästen darboten), ist es nicht so einfach, den typischen Liverpooler Gestus der Beatles-Stimmen aufzufangen und durch etwas adäquates zu ersetzen. Dies gelingt auch Martin Dahl nur bedingt. In Momenten wie dem zweiten Teil von »A Day in the Life« (»Woke up, fell out of bed...«) erinnert er tatsächlich ein wenig an Paul McCartney, doch häufig kann er den (mindestens) vier Charakteren der Beatles keinen wirklich eigenen Grundton gegenüberstellen.

Dies sind kleinere Mängel der ansonsten freilich ganz mitreißenden Platte. Nach dem Album »THE BEHEMOTH« von Phronesis ist »SALUTING SGT. PEPPER« innerhalb weniger Monate bereits die zweite CD bei Edition Records, auf der die hr-Bigband eine tragende Rolle spielt. Vierzehn Musiker, zum allergrößten Teil Bläser, ergänzt durch die Gitarren und Geige Stuart Halls, bringt Keyboarder, Arrangeur und Gesamtleiter Bates dazu, die millionenfach gehörte, von den Urhebern jedoch nie wieder gemeinsam gespielte Dreiviertelstunde »SGT. PEPPER« zu neuem Leben zu erwecken. Er macht nicht den Fehler, sich zu weit von den Originalen zu entfernen, doch zugleich überträgt er die teils psychedelischen Studiotricks aus dem Jahr 1966 nie plump in überladene Bigband-Mimikry. Ebenso farbenreich wie leichtfüßig – und in klug gesetzten Momenten solistische Freiheiten gebend – führt Django Bates Pop und Big-Band-Jazz zu einer bezwingenden Einheit, wie sie sehr selten gelingt. (ijb)



Siehe auch:
Eggs Laid By Tigers
Jonas Westergaard
Peter Bruun
Phronesis & hr-Bigband

Django Bates: Saluting Sgt. Pepper

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.djangobates.co.uk



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