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Alle Rezensionen zu Klaus Gesing, Björn Meyer, Samuel Rohrer
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Amiira
(2016, Arjuna Music AMAC-CD/LP711)

Die Musiker dieses Trios waren alle bereits mit starken Auftritten auf durchweg empfehlenswerten ECM-Alben vertreten: Bassklarinettist und Sopransaxofonist Klaus Gesing auf Alben mit Norma Winstone und gemeinsam mit Bassist Björn Meyer als Hälfte eines Quartetts auf den beiden letzten Alben Anouar Brahems. Samuel Rohrer, auf dessen Berliner Label Arjuna diese famose Dreiviertelstunde Musik veröffentlicht wurde, spielte einige Jahre lang Schlagzeug und Perkussion im Trio des Schweizers Colin Vallon, ist außerdem im Trio hinter Sängerin Susanne Abbuehl auf »APRIL« und im Quartett des niederländischen Pianisten Wolfert Brederode zu hören. Im Frühjahr 2017 veröffentlichte Manfred Eicher zudem das herausragende Solodebüt des Schweden und Wahlschweizers Björn Meyer, der schwerpunktmäßig die elektrische Bassgitarre spielt, statt, wie im Kammerjazz üblich, den akustischen Kontrabass, und der lange Jahre Teil von Nik Bärtsch's Ronin war.

Die Voraussetzungen für eine tolle Platte sind also geradezu gesichert. Und die Hoffnungen werden nicht im geringsten enttäuscht. Im Gegenteil muss man bedauern, dass diese Trioplatte nicht weitaus bekannter wurde; sie steht dem hohen Niveau von ECM keineswegs nach, hat ein hinreißendes Cover und zeigt alle drei Musiker in bester, fokussierter Form – obwohl kein Produzent in den Detailangaben genannt wird. Alle Stücke entstanden offenbar in gemeinsamer Arbeit, nur das eindringlich melodische Eröffnungsduo, beginnend mit dem knapp neunminütigen »Shine on me« wird Gesing als Autor zugeschrieben; und gegen Ende hören wir eine hochpoetische, rhythmisch verschachtelte Interpretation einer Komposition des Armeniers Khachatur Avetisyan (1926-1996).

Der lyrisch-intime Jazz der drei Musiker ist oft ruhig und getragen, einzelne Stücke gehen auch mal ins Atmosphärische (»Flimmer«), wo man nicht sicher sein, kann, ob der akustische Jazz mit elektronischen Mitteln verfremdet wurde. »After you left« beispielsweise entwickelt aus schwebenden kleinen Ereignissen sehr elegant einen Groove, der jedoch schon bald wieder versiegt. Gesing, Meyer und Rohrer nehmen nie den naheliegenden Weg, und doch klingt dieses Album so wunderbar leicht, intuitiv und aus dem Ärmel geschüttelt, dass man direkt mitgenommen wird. (ijb)



Siehe auch:
Björn Meyer

Klaus Gesing,: Amiira

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.arjunamusic.com



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