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Alle Rezensionen zu Natalie Sandtorv
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Freedom Nation
(2017, Øra Fonogram OF126)

Die 29jährige Natalie Sandtorv aus Ålesund war in den letzten Jahren auf vielen Baustellen aktiv. Nach ihrem Studium in Oslo und Bergen ging sie für ein knappes Jahr nach Berlin, und seit gut zwei Jahren lebt sie nun in Kopenhagen. So konnte sie in wenigen Jahren voll in gleich mehrere der spannendsten Musikszenen eintauchen und sich in zahllosen Bands und Projekten austoben. Nach einem Duoalbum mit Noisegitarrist Torgeir Standal, einer elektronischen Solo-LP beim Experimental-Label Va Fongool und einer wilden CD im Trio Cokko kanalisierte sie im Februar 2017 alle Erfahrungen in eine Aufnahmesession im gerne besuchten Studio Ocean Sound Recordings bei Ålesund, um mit ihrer Band das Album »FREEDOM NATION« einzuspielen, das sie als ihr Debüt bezeichnet.

Doch schon die genannten drei Alben sind sehr von ihrer markanten Stimme geprägt, so dass diese Kategorisierung vermutlich der Tatsache zuzuschreiben ist, dass »FREEDOM NATION« in erster Linie auf ihrem Songwriting gründet, gleichwohl unterstützt von einer wunderbaren Band mit Schlagzeuger (und Ehemann) Ole Mofjell, der vertrackte Rhythmen beisteuert, dem expressiven Saxofonisten Jonas Hamre, Mathias Holm (Girls In Airports) an Synthesizer und Klavier und Erik Havnes an atmosphärischen Gitarren. Ein bisschen Elektronik ist von allen Seiten auch im Spiel.

Mit Songs wie dem Titelstück oder »Borders« zeigt Natalie Sandtorv, wie ihr die gesellschaftliche Situation in Europa viel zu denken gibt – wie sie auch im Gespräch betont. Die Texte sind nicht immer ausgeklügelt – aber effektvoll. Wenn sie etwa im abschließenden Song stetig kraftvoll wiederholt »We are not free, we are never free«, »We are not ok« oder »We are high and we are never coming down« wird deutlich, dass es für sie trotz persönlicher Texte um weit mehr geht als um autobiografische Nabelschau. Die CD ist acht Kompositionen und 38 Minuten kurz, aber die sind intensiv und voller Leidenschaft; die Musiker sind gleichermaßen im Jazz wie im Rock verankert, so dass man durchaus von einem Rockalbum mit Jazznote sprechen kann, wie es beispielsweise Mariam Wallentin mit »BLOOD DONATION« vorgemacht hat. An deren Stimme, Präsenz und Arrangements erinnert die Norwegerin mit ihrem Album und ihren Konzerten stellenweise, allerdings ist »FREEDOM NATION« ein derart starker und nicht zuletzt eigenständiger Auftritt, dass man Natalie Sandtorv aus der norwegischen Pop-/Rock-/Jazzszene nicht mehr wegdenken kann. Es wird bestimmt noch viel von ihr zu hören sein. (ijb)



Siehe auch:
Mariam Wallentin aka Mariam The Believer
Lena Nymark
Mathias Holm / Girls In Airports
Eirik Havnes, Tomas Järymr & Dirk Serries

Natalie Sandtorv: Freedom Nation

Offizielle Website

Offizielle Website      www.facebook.com/nataliesandtorvmusic



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