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Alle Rezensionen zu Strom & Wasser
(Genre »Rock«, Land »Grenzgänger«)

 

Reykjavík
(2016, Traumton)

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint: Mit dem hehren und ehrenwerten Ziel der Völkerverständigung haben sich Heinz Ratz und sein Bandprojekt Strom und Wasser nach Reykjavík aufgemacht. Auf der Suche nach Spuren der großen humanistischen Vision in Europa. Gemeinsam mit den isländischen Musikern Ragga Gröndal und Egill Olafsson und weiteren Mitstreitern von der Atlantikinsel ist das Doppelalbum »REYKJAVIK« entstanden. Man strebt nichts Geringeres an als eine musikalische Konversation europäischer Kulturen. Herausgekommen ist leider ein unausgegorener Stilmix, dem jeder rote Faden fehlt. Statt funkelndem Austausch gibt es sehr irdische Plattitüden zu hören. Isländische Elfenklänge treffen rauhbeinige Germanen und sitzen händchenhaltend am Feuer? Funktioniert leider nicht, eine solche Verbrüderung auf Kirchentags-Niveau. Trotz der fabelhaften Stimme von Ragga Gröndal.

Wenn der isländische Nationalcharakter im Opener »Lisn« mit »Scharfe Bräute, nette Leute« eingeführt wird, dann beginnt das Fremdschämen recht früh. Isländische Feenstimmen mit deutschen »Funk-Hip-Hop-Blues-Polka-Tango-Beats« kombinieren: Das Ergebnis überzeugt nicht. Romantisches deutsches Liedgut mit böse-Buben-Rammstein-Rock kontrastieren, mit orientalischen Percussion-Sounds garnieren, den Geist von Heinrich Heine beschwören und das »Lavamädchen« auf den Plan rufen. Aua, Overkill! Mitunter beschleicht einem hier das Gefühl: So klingt es, wenn bei Gutmenschen die Gäule durchgehen! (emv)



Siehe auch:
Ragga Gröndal

 Strom & Wasser: Reykjavík

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.strom-wasser.de



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