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Alle Rezensionen zu Aleatoric
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Songs For Solstice
(2017, Eclipse Music ECD-201749)

Der Begriff »Aleatorik« bedeutet die Verwendung von nicht-systematischen Operationen, die ein zufälliges, nicht vorhersehbares Ergebnis nach sich ziehen – schlag nach bei Wikipedia. Auch in der Musik ist dieser Begriff gebräuchlich und bezieht sich auf sowohl den kompositorischen wie interpretatorischen und improvisatorischen Aspekt. Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und vor allem John Cage stehen exemplarisch für aleatorische Musik, Cage ließ in seinem »Konzert für präpariertes Klavier und Kammerorchester« die Orchesterstimmen durch Losentscheidungen oder Münzwurf beeinflussen. Im Jazz ist derlei eher unüblich, zumindest seit Entwicklung des Free Jazz war der Münzwurf nicht mehr erforderlich – bzw. häufig unmöglich, da Free Jazz-Musiker von Anfang an unter chronischer Münzarmut litten.

Aber jetzt zur vorliegenden CD: Hinter Aleatoric verbergen sich drei renommierte Musiker, die in verschiedenen Stilen des Jazz unterwegs sind und einem freigeistigen Ansatz zumindest nicht völlig abgeneigt sind. Pianist Aki Rissanen und Drummer Markku Ounaskari haben sich längst in die Elite des europäischen Jazz gespielt, dazu kommt mit Robin Verheyen ein belgischer Saxophonist aus New York, der auch nicht direkt der reinen Traditionspflege verpflichtet ist. Rissanen und Verheyen trafen sich, als beide in Paris lebten, spielten im Belfin-Quartet und treten auch im Duo auf. »SONGS FOR SOLSTICE« ist bereits die zweite CD dieses Trios, aufgenommen wurde live in drei Konzerten 2015 in Salo, Loviisa und Joensuu.

Mit dem eingangs erwähnten Zufall als maßgeblichem Richtungsweiser ist es natürlich nicht weit her, alle drei wissen was sie wollen. Komplett improvisiert sind die Stücke nicht, auch wenn die Themen eher kurz sind, fragmentarisch sogar hier und da. Die Musik hat lyrische, fast kammerjazzartige Passagen, die sich gerne abstrahieren und spröder werden. Sogar ein Prélude von Scriabin dient als Inspirationsquelle. Rissanen, Verheyen und Ounaskari gönnen sich auch Solopassagen, im Trio ist das außerordentlich hörenswert. (tjk)



Siehe auch:
Aki Rissanen
Markku Ounaskari

 Aleatoric: Songs For Solstice



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