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Alle Rezensionen zu Ruth Wilhelmine Meyer
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Klangbiotoper
(2018, Ozella Music/Galileo OZ083CD)

Ruth Wilhelmine Meyer hat sich bereits als wortstarke Lyrikerin und poetische Sängerin bewiesen: Mit Pianist Helge Lien vertonte sie Gedichte von Jon Fosse (»STEIN TIL STEIN«) und verfasste »Sound Portraits« von Ibsen-Charakteren (»MEMNON«), mit der Gruppe Akku5 verknüpfte sie auf sehr eigenwillige Weise musikalische Einflüsse aus verschiedenen Kulturen, und ihr Solodebüt »KLANGBIOTOPER« knüpft genau dort an, bei einer poetisch zurückhaltenden Kompositionsweise, fern von Stilschubladen – diesmal allerdings ohne Texte.

Auch hier zeigt die Norwegerin, die sich selbst als »vocal explorer« vorstellt, eine schillernde, mysteriöse und fantasievolle freie Musik mit einer spannenden, ungewöhnlichen Instrumentierung und in spärlicher, konzentrierter Atmosphäre. Da spielen Frau Meyers »Multivocals« stetig mit Grzech Piotrowskis mal umschmeichelndem, mal fragendem Saxofon und Lars Anders Haugs Tuba – beide waren lange Teil von Akku5; Terje Isungsets Perkussion streut dazu kaum mehr als feinsinnige Hinweiszeichen ein. Das ist alles wirklich schön, doch bleibt leider über die volle Laufzeit zu sehr in der gleichen, introspektiven und unnahbaren Stimmung verhaftet. Etwas mehr Kontraste und Dynamik würde diese »KLANGBIOTOPE« aus der Gleichförmigkeit herausreißen und ihnen zu mehr Nachdruck verhelfen.

Gefühle »lähmender Angst und Apathie« waren der Ursprung dieses Projekts, sagt Ruth W. Meyer. »Ich habe darüber nachgedacht, was mit unserem Planeten passiert und über meinen fehlenden Willen zum Handeln.« Ein markantes politisches Statement sieht anders aus. Zugegeben, Meyers Album ist mit »Klangbiotop« überschrieben, nicht mit »Umweltpolitik«. Sie erläutert: »Die Arbeit an diesem Album wurde für mich zu einem Mittel, mit Orten, Gewächsen und Kreaturen der Natur in einen Dialog zu treten.« Doch ein wenig schade ist es doch, dass ihre ergänzenden Worte im Beiheft, die Erklärungen zu den Stücken und ihre mit Nachdruck vorgebrachte Betroffenheit, die sie zu diesem Album motiviert hat, mehr bewegen als die Musik selbst. (ijb)



Siehe auch:
Ruth Wilhelmine Meyer & Helge Lien
Akku5
Lars Andreas Haug Band
Terje Isungset

Ruth Wilhelmine Meyer: Klangbiotoper

Offizielle Website

Offizielle Website      www.wilhelmine.no



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