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Alle Rezensionen zu Opeth
(Genre »Metal«, Land »Schweden«)

 

Watershed
(2008, Roadrunner 0075597999082)

»Hessian Peel« wägt den Hörer in schöngeistiger Bedächtigkeit: traumhafte Melodien, vorgetragen zur akustischen Gitarre mit sprödem Gesang, der nach viel Alkohol schmeckt. Aber Opeth wären nicht Opeth, würde nicht in der Mitte des 11-Minuten-Epos' die Popkruste aufbrechen und durch brachiale Grows konterkariert. Das alte Spiel von Antäuschen und Rechts-Vorbeiziehen, das ewige Gesetzt von laut und leise ist wieder einmal gelungen umgesetzt und mehr als nur ein Indiz, dass die Mannen um Mikael Åkerfeldt sich nicht nur hinter einer todesmetallisch-wehrhaft besetzten Trutzburg aufhalten.

Abstumpfung und Vereinnahmung generieren hier die Mixverhältnisse zwischen Prog (total), Metal (partiell) und Avantgarde (schnipselweise), die aller innerer Zerrissenheit zum Trotz erstaunlich stimmig die Fahne des Anspruchsvollen hochhalten. Rohe Härte und kontemplative Atmosphäre sind die beiden Klingen, die ihr Duell ausfechten und dabei mit links die unnötigen Klischeeboliden zerteilen. Mit Leidenschaft und Könnertum haben Opeth nun zum dritten Mal in Folge ein exzellentes Werk erschaffen, das durchaus das Potenzial hat, in der Zukunft als Monument zu gelten. (maw)



Siehe auch:
Spiritual Beggars
Witchery
Ihsahn

 Opeth: Watershed

Offizielle Website

Die CD »Watershed« war »CD des Monats« im Monat 6 / 2008.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Metal also. Hm. Hab ich auch mal ziemlich viel gehört. Da hatte ich noch lange Haare und kriegte Gänsehaut, wenn's so richtig losrüpelte. Die Zeiten sind vorbei. Immerhin: Ich kann würdigen, dass Opeth hier Qualitätsmetall herstellt. Und anhören kann ich's mir auch erstaunlich gut und gerne - der guten, alten Zeiten willen.
Sebastian Pantel

...wer für Stam1na zu schwach ist. Oder anders ausgedrückt: Opeth kann man auch nicht wirklich Metal hörenden Menschen vorspielen. Meister Åkerfeldt ist wie eh und je über jeden Zweifel erhaben, dito die Instrumentalisten, zudem alles ausgeklügelt arrangiert und sauber produziert. Alles wie gehabt im Hause Opeth.
Nathalie »Natte« Martin

Opeth erfüllen jedes Klischee, das Metal landläufig anhängt, von Doublebass-Geholze über die kleine Sekund bis zum Gegrunz; billige Akustik-Gitarren sorgen gelegentlich für Romantik pur. Die blitzsauber gebretterten Gitarrenriffs eröffnen schließlich den Sinn: Musik zum »im Auto Eichhörnchen erschrecken«, damit die rechtzeitig auf den Bäumen sind.
Tim Jonathan Kleinecke

Wer nicht mehr ganz jung ist, landet beim Jazz oder bei der Klassik. Bei haltbarer Musik also. Dennoch ist es gut, weiterhin links und rechts des Weges zu lauschen. Opeth mit seinem Mix aus voraushörbaren wie dann doch überraschenden Metalstandards bietet so eine ideale Gelegenheit mal wieder die Ohren zu öffnen - ohne nun unbedingt Fan werden zu müssen.
Frank Keil

Offizielle Website      www.opeth.com

   

Ghost Reveries
(2005, Roadrunner RR8123-2)

Auch das achte Album kommt als breit angelegter Trip mit symphonischen Ausmaßen daher. Der gut zehnminütige Opener »Ghost Of Perdition« präsentiert sich gleichermaßen ausschweifend wie wankelmütig und spricht für die gesamte Rezeptur des Albums: wütende Death Metal Growls und Bratgitarren, dann wieder sanfter Gesang zu Akustik-Gitarren, Tribal-Rhythmen, inklusive Psychedelic- und Progrock-Feeling.

Es gibt aber auch andere Stücke – wie »Atonement«, das ohne Tieftöne auskommt und dafür mit neckischen Klavierspielereien glänzt. Oder »Hours Of Welth«, das zum Ende hin recht blueslastig wird. Oft und gerne beweisen Opeth ihren Ideenreichtum in Instrumentierung, Rhythmik und Dramaturgie. Wüsten Metal-Salven stehen ellenlange, instrumentale Ambient-Parts gegenüber, und dann kommt wieder die geradezu abwegig wandlungsfähige Stimme von Mikael Åkerfeldt. Leider dürfte das Album uninteressant sein für Leute außerhalb der Death Metal-Szene, abgeschreckt durch die Klangästhetik der Growls. (chd)

   

Damnation
(2003, Music For Nations/Rough Trade CDMFNX294)

»DAMNATION« schafft den Ausgleich zum todesmetallischen »DELIVERANCE« aus dem Vorjahr. Kein Grunzen, kein Schlagzeug-Geknüppel, keine Metalriffs, keine Death-Keulen packen Opeth aus. Stattdessen fliegen luftige Melodien durch Zeit und Raum, dunkler Rock mit Siebziger-Flair schmeichelt den Ohren, genauso wie Ǻkerfeldts ruhiger, beschaulicher Gesang.

Zum ersten Mal in der Bandgeschichte tauchen sogar Keyboard-Klänge auf, beigetragen von Steve Wilson (Porcupine Tree). Die acht überlangen Lieder, darunter das Instrumental »Ending Credits«, fügen sich zu einem homogenen Ganzen, das schon nach einer knappen Dreiviertelstunde sachte verhallt. (nat)

   

Deliverance
(2002, Music For Nations/Zomba 5016583129408)

Es ist schon erstaunlich, wieviel Kreativität Hauptsongwriter Mikael Åkerfeldt auch auf dem sechsten Album an den Tag legt: Gleich der Opener »Wreath« zeigt Opeths raue Seite und begeistert mit dem Wechsel von Double-Bass-Parts und melodischen Momenten. Allein dieser 11minütige Song verarbeitet so viele verschiedene Elemente, dass andere Bands damit ganze Alben füllen – vorrausgesetzt, die technischen Fertigkeiten lassen es zu.

Im Titelsong »Deliverance« wird es dann streckenweise besinnlicher mit samt-weichem Gesang als gesunder Gegenpol zu den derben Growls. Doch auch hier reißen immer wieder progressive Death Metal-Salven aus der süßen Melancholie. Treibend, böse und bedrohlich windet sich schließlich der Abschluss-Track aus den Boxen. Eigenständig, bewährt, innovativ. (sbl)

   

Blackwater Park
(2001, Music For Nations/Zomba 5016583126421)

Alles handgemacht, ohne Keyboards und Effekte. Auf dem nach einer alten, psychedelischen Rockband benannten Longplayer balancieren die Schweden Seiltänzern gleich zwischen Seventies-Rock und Death Metal. Eine »ganz normale« Stimme besitzt Sänger Mikael Åkerfeldt, doch setzt er sie unterschiedlich ein: Eskortiert von grimmigen Gitarrenriffs grunzt er meist böse ins Mikro, wechselt aber auch schlagartig zu cleanem Gesang.

Bezeichnend für die ruhige Schiene: »Harvest«, ein beschauliches Akustikstück mit unverfälscht reiner Stimme des Frontmanns oder der instrumentale Klavier-Gitarren-Mix »Patterns In The Ivy«. (nat)

   

Still Life
(1999, Peaceville CDVILE78)

Lange schwelgt das Intro des Openers »The Moor« in instrumentalen Tiefen, bis abrupt der Death-Vulkan ausbricht. Auf der vierten Scheibe schlagen die Schweden Brücken von akustisch zu heavy, singt Ǻkerfeldt nachdenklich, melodisch oder grollt jäh donnergleich los. Diese Mixtur steckt in fast allen Songs, die das mit ihrer Durchschnittslänge von acht Minuten mühelos ertragen können.

Spannungsbögen bauen sich im Paradestück »Face Of Melinda« auf: Über Akustikgitarren samt einem Jazzbesen-gestreichelten Schlagzeug thront minutenlang Akerfeldts kristallklare Stimme, bis E-Gitarren-Riffs sich ins Geschehen einschalten und dem Track eine Gut-Böse-Dynamik verleihen. Keine Kost für Light-Esser. (nat)

   

My Arms Your Hearse
(1997, Candlelight/Zomba CANDLE055CD)

Der Drittling ist die aggressivste Veröffentlichung, was beispielsweise der Song »The Amen Corner« verdeutlicht. Als Gegenpol wirkt des bedächtige, akustische »Credence«, nach dem – das letzte melodische Riff klingt kaum aus – das höchst angriffslustige »Karma« den Hörer überfällt.

Dessen ungeachtet kommen alle Kennzeichen des Opeth-Sounds gleichfalls auf dem Konzeptalbum »MY ARMS YOUR HEARSE« vor: Stimmungsvolle, verwickelte Parts streifen straighte Melodien, man höre etwa das Paradebeispiel »When«. Mit den neuen Mitgliedern Martin Lopez (Ex-Amon Amarth) am Schlagzeug und Martin Mendez am Bass kristallisiert sich überdies die zukünftige, feste Besetzung des Quartetts heraus. (nat)



Siehe auch:
Amon Amarth

   

Morningrise
(1996, Candlelight CANDLE 054CD)

Schwarze Zeiten für Schubladendenker: Was Opeth auf ihrem Zweitling ausstoßen, lässt sich nicht systematisieren. Schwarzer bis tödlicher Metal schäkert mit Seventies-Rock, Gothic flirtet mit Jazz, Prog tanzt munter umher – und all das in einem einzigen Song. Mikael Ǻkerfeldt schnaubt, schäumt aggressiv, doch da, eine Akustikgitarre; Knall auf Fall wispert, säuselt, haucht er seine Texte sanft ins Mikro.

Ruhe neben Sturm, Gewalt kontra Besonnenheit, eine Fülle an Empfindungen vereint in bizarrer Harmonie vermittelt der Frontmann, etwa im 20-minütigen(!) »Black Rose Immortal«. Das erklärt die Spieldauer von einer Stunde bei gerade mal fünf Songs, in welchen es noch beim dritten Hören versteckte Details zu entdecken gibt. (nat)

   

Orchid
(1995, Candlelight Candle010)

Mit sehr viel Zeit und Ausdauer entschlüsselt der bereitwillige Hörer unter Umständen das Debüt der von einem Wilbur Smith-Roman inspirierten Combo – Opet ist dort die Stadt auf dem Mond. Mikael Ǻkerfeldt schreit oder tobt ins Mikro, die klaren Passagen sind hier noch in der Minderheit.

Verästelte Gitarrenlinien des Duos Peter Lindgren/ Ǻkerfeldt, Percussion, Klavier und Schlagzeug von Andreas Nordin samt Bassmelodien Johan De Farfallas schichten einen Wall förmlich ineinander überfließender Songs auf, die kaum einen Durchschlupf bieten. Das wohl anstrengendste Werk der progressiven Death Metal-Schweden. (nat)



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