Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Dark Tranquillity
(Genre »Metal«, Land »Schweden«)

 

Exposures – In Retrospect And Denial
(2 CDs, 2004, Century Media/SPV 77503-2)

Am Geburtstag bekommt man Geschenke – das scheint in Schweden anders zu sein: Zum 15-jährigen Bandjubiläum »beschenken« Dark Tranquillity ihre Fans mit dieser Doppel-CD. Die Band begründet das einfach damit, sie wolle »alten und neuen Fans, die an den früheren Kapiteln der Bandgeschichte interessiert sind, eine vernünftige Alternative zu den sehr raren und überteuert gehandelten Kopien bieten«.

Neben den – qualitativ verbesserten – Originalaufnahmen des »Trail Of Life Decayed«-Demos (1991) und der »A Moonclad Reflection«-EP (1992) gibt's auf CD I noch ein paar Tracks diverser Limited Edition-Alben. Viel besser aber ist die zweite Scheibe der Death Metaler: Über 70 Minuten fühlt man sich fast so, als ob Sänger Mikael Stanne, Bassist Martin Henriksson, Drummer Anders Jivarp, Keyboarder Martin Brandström sowie die Gitarristen Niklas Sundin und Michael Niklasson live vor einem stünden – Augen zu und rein! (nat)



Siehe auch:
Soilwork
Nightrage
Hammerfall

 Dark Tranquillity: Exposures – In Retrospect And Denial

Offizielle Website

Offizielle Website      www.darktranquillity.com

   

Atoma
(2016, Century Media -)

Martin Henriksson, ein Urgestein der Band, ist bei Dark Tranquillity ausgestiegen – zumindest als Instrumentalist. Einen neuen festen Gitarristen gibt es noch nicht, den Bass bedient jetzt Anders Iwers (Bruder des ehemaligen In Flames-Bassers Peter), der schon vorher als Sessionmusiker für Dark Tranquillity sowie bei Tiamat, Ceremonial Oath, etc. aktiv war. Und wie klingt er nun, der Elftling?

Insgesamt ist »ATOMA« weniger eingängig als andere Werke (etwa »HAVEN«), es fordert den Hörer und verlangt ihm mehrere Durchgänge ab. Schon der Einstieg mit dem schroffen »Encircle« beginnt ziemlich unvermittelt – und passt zum ebenso abrupten Ende. Dazwischen findet der Hörer jede Menge unverkennbaren Gesang Mikael Stannes, viele Tempowechsel, großartige Melodien (»The Clearing Skies«) und veritable Nackenbrecher: herausragend hier das brachiale, geil gemachte »Neutrality« mit schrillen, Black Metal-mäßigen Gitarrenpassagen (wie auch im düsteren »The Pitiless«). Wenngleich der Fronter sich gewohnt variabel präsentiert, scheint er verstärkt auf Klargesang zu setzen, etwa im gothrockigen Titelstück. Fazit: Melodic Death-Regentschaft erfolgreich verteidigt. (nat)



Siehe auch:
In Flames
Tiamat

   

Construct
(2013, Century Media ?)

Lange hat die Death Metal-Gemeinde auf den Nachfolger von »WE ARE THE VOID« gewartet. 2013 legen die zum Quintett geschrumpften Dark Tranquillity endlich nach: Auf »CONSTRUCT« hat Gitarrist Martin Henriksson erstmals nach »PROJECTOR« (1999) wieder den Bass bedient – und das so gut, dass die Schweden den ausgestiegenen Daniel Antonsson (vorerst) nicht ersetzen wollen.

Was ist noch neu auf dem zehnten Album? Es klingt von Anfang an eindeutig nach Dark Tranquillity – aber: Es ist etwas melodischer als der Vorgänger, teils mit leichtem Gothic-Einschlag. Die Keyboards sind deutlicher hörbar. Mikaels Stanne setzt auffällig mehr Klargesang ein. Und: Die Übergänge zwischen melodischen und härteren Parts sind auf dem 42-Minüter drastischer zu hören, krasser umgesetzt als zuvor. Fazit: Anwärter für meine Charts 2013; persönlicher Favorit: »Endtime Hearts«. (nat)

   

We Are The Void
(2010, Century Media 9979552)

Yeah! Dark Tranquillity sind zurück und haben eine deftige Ladung Melodic Death im Gepäck. Wobei wenn ich mir den Opener »Shadow In Our Blood« so anhöre, klingt nicht nur der Name schwarzmetallisch: Was Martin Brändström auf seinem Keyboard fabriziert, etwa im Umfeld des Refrains, könnte man in so manchem Black Metal-Stück finden. In »Her Silent Language« driftet Sänger Mikael Stanne gar in die Gothic-Ecke.

Dem Göteborger Sechser gehen auf »WE ARE THE VOID« die Ideen nicht aus, erneut schreiben sie hervorragende Songs von Midtempo bis Nackenbrecher. Ob sie kurz innehalten wie in »In My Absence«, vorwärtsbrettern wie in »The Fatalist« oder doomige Momente zelebrieren wie im finalen »Iridium«: Die elf Lieder auf höchstem Niveau imponieren konstant durch beachtenswerte Melodien, exquisite Gitarrensoli und die über jeden Zweifel erhabene Mikroleistung Stannes. (nat)

   

Fiction
(2007, Century Media/SPV 77615-2)

Mit »FICTION« laufen Dark Tranquillity ihren Göteborgsound-Konkurrenten In Flames den Rang ab. Wo letztere moderner (und massenkompatibler) werden, besinnen sich DT auf ihre Wurzeln: ursprünglicher melodischer Death vom Feinsten. »Nothing To No One« rennt den Hörer über den Haufen; dieser reckt während des Keyboard-untermalten Refrains den Kopf nach oben, schnappt nach Luft, doch sofort mähen in die Schweden wieder nieder.

Abgesehen von solch peitschenden Nackenbrechern präsentiert der Sixpack vielschichtige Arrangements im Midtempo wie etwa »The Lesser Faith«. Die Göteborger flechten mal eine elektronische Eröffnung oder weiblichen (Gothic)gesang ein oder zelebrieren ausgiebige Gitarrensoli. Und Mikael Stanne erfreut seine Fans, wie schon auf »PROJECTOR«, mit Klargesang in »Misery's Crown«. (nat)



Siehe auch:
In Flames
W:O:A Full Metal Juke Box – Vol.2

   

Character
(2005, Century Media/SPV 77603-2)

Sechzehn Jahre schonungsloser Göteborg-Sound vervollständigt durch elektronisch progressive Elemente – mit dem siebten Studioalbum »CHARACTER« zeigen Dark Tranquillity eben diesen. Sich selbst treu, immun gegen sämtliche Strömungen, behaupten die Schweden ihre Position.

Die Keyboards Brändströms stehen im durchdachten Wechselspiel mit Henrikssons und Sundins Gitarren, statt als bloße Dekoration zu dienen ... wie bei so manchen Bands. Die Verknüpfung gelingt auf der – erstmalig in ihrer Bandgeschichte – vorweg veröffentlichten Single »Lost To Apathy« ebenso mühelos, wie auf dem restlichen kurzweiligen und ausgereiften Album. (nat)

   

Damage Done
(2002, Century Media/SPV 77403-2)

»DAMAGE DONE« kennt nur eine Marschrichtung: vorwärts. Sehr schnell vorwärts. Was für eine x-beliebige Death-Combo ein geniales Album wäre, klingt für Dark Tranquility-Maßstäbe schon fast langweilig: Heftige Kracher gewiss, doch fehlt der auf »PROJECTOR« so gelungene, abwechslungsreiche Einsatz von Stannes Stimme, stattdessen geht's nur rau zur Sache.

Nicht nur beim Uptempo-Opener »Final Resistance« schwingt das Sextett die Todeskeule. Trotz der eindeutigen Melodien, minimaler Elektronik-Arrangements und Keyboard-Sound keine Spur von dunkler Ruhe – abgesehen vom ersten Instrumental der Bandgeschichte: »Ex Nihilo« geleitet den Hörer sanft zum Ende der Scheibe. (nat)

   

Haven
(2000, Century Media/SPV 7277017729726)

HAVEN lebt von Gegensätzen: Hart – sanft, laut – leise, Tempo – Träumerei. Die permanente Spannung in den Stücken verhindert das Versinken des Albums im Metal-Sumpf: So beginnt der Titelsong mit einer anständigen Double-Bass-Salve, gefolgt von leisen Klavierspiel, um sofort wieder zu schroffen Tönen zu springen.

Nicht schlecht also, das fünfte, elektronisch-angehauchte Studioalbum des Sextetts. Dark Tranquility war neben In Flames übrigens Entdecker und Motor des sogenannten »Göteborg Sounds« – Kennzeichen: Doppelte Leads, vielschichtige Liedstrukturen und ein gewisses Maß an Melodie. (nat)



Siehe auch:
In Flames

   

Projector
(1999, Century Media/SPV 77285-2)

Gothic, Gitarren, Göteborg. Wie das zusammen passt, demonstrieren die Schweden auf ihrem Viertling: Über die melodiöse Frauenstimme bei »UnDo Control« bricht ein gegrunztes Trash-Gewitter herein, gefolgt von Stannes klarem Gesang; die Gitarren fungieren als verbindendes Element.

»There In« dagegen beginnt eindeutig todesmetallisch, abrupt unterbrochen durch akustische Gitarren, welche die reinen Vocals des Frontmanns einleiten. Tendiert die Grupper allerdings nur in die schwarze Ecke – glücklicherweise sehr selten, etwa in »Day To End« – fehlen den Stücken die Tiefe und Spannung, die ihren Brückenschlag zwischen Death-Trash und ruhigem Gothic auszeichnen. (nat)

   

The Minds I
(1997, Osmose Productions OPCD 052)

»THE MINDS I« gilt in Fankreisen nicht umsonst häufig als das beste Dark Tranquillity-Album: Abwechslungsreich, stimmungsvoll und lebendig klingen die zwölf Songs der Schweden. Heftige Riffs durchmischen sie mit bewegenden Melodien, einmal aufgelockert durch Frauengesang in »Insanity's Crescendo«.

An prächtige Akustikpassagen reiht sich aggressives Death-Grunzen samt druckvollem Schlagzeug, Doublebass trifft Blastbeats. Großartige Gegensätze erzeugen eine beispiellose Dynamik, mit einem prächtigen, instrumentalen Titelsong als Schlusspunkt. Obendrein ist der atmosphärische Drittling technisch hochanspruchsvoll. Ja, dieses Album hat es wirklich in sich: Ein Gipfelpunkt des melodischen Death Metal-Gebirges. (nat)

   

The Gallery
(1995, Osmose Productions/Indigo OPCD033)

Der »Punish My Heaven«-ICE aus Göteborg überrollt den Hörer sofort, wenn dunkle Growls und vorwärtspreschende Drums auf verspielte Gitarrenleads treffen. Danach heißt's erstmal ein Stück mit dem Bummelzug zurücklegen, bis der ICE wieder in komplexe, verstrickte Gefilde durchstartet, gelegentliche Ruhepausen mit Akustikgitarren oder weiblichem Gesang inbegriffen, wie in »The Gallery«.

An der Endstation, bei der zweiten Hälfte des Doppels »Mine Is The Grandeur ... / ... Of Melancholy Buirning« flötet Eva-Marie Larson zum Ausstieg ins Mikro, während Stanne röhrt und röchelt. (nat)

   

Trail of Life Decayed
(1991, Eigenverlag -)

Auf dem Demo »TRAIL OF LIFE DECAYED« der Schweden steht noch Anders Fridén am Mikro, der später zu In Flames wechselte. Mikael Stanne spielt hier ebenso wie Niklas Sundin Gitarre. Die weiteren Mitstreiter bei Dark Tranquillity anno 1991: Bassist Martin Henriksson und Schlagzeuger Anders Jivarp. Das 18minütige Demo bringt es gerade mal auf drei Songs plus Intro, auf die gleichnamige EP im Folgejahr schaffen es nur zwei samt Einleitung. Diese nennt sich »Midwinter« und ist ein rein instrumentaler, sehr melodischer Einminüter.

Das anschließende »Beyond Enlightenment« ist ein ganz anderes Kaliber: Fast schwarzmetallisch brettert das Quintett durch die Wildnis, wäre da nicht das fiese Grunzen Fridéns. Auf diesem Werk klingen Dark Tranquillity noch sehr roh, ungeschliffen, etwas ruppig und holperig, doch im weiteren Verlauf zeigt sich das Potential: Die ersten melodischen Death-Fingerzeige, für die DT gemeinsam mit In Flames und At The Gates später weltbekannt werden – als »die Heiligen Drei Könige« des melodischen Death Metal. Das Material aus den Anfangstagen der Truppe weckt nostalgische Gefühle: Es markiert die Geburtsstunde eines mittlerweile übersättigten Genres. (nat)



Siehe auch:
In Flames
At The Gates



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel