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Alle Rezensionen zu Thomas Dybdahl
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Science
(2007, 1micadventure 1MICCD1001)

Sorry, Thomas. Sorry dafür, dass wir Deinen wunderbaren Northern Soul dazu »missbraucht« haben, die Geschichte von Berit, Jörge und Jon Henrik zu erzählen (siehe weiter unten), die ihr Leben in Deiner seidigen Musik wiederfinden. Aber auch »SCIENCE« ist wieder so herrlich unspektakulär und doch so punktgenau geraten, dass einem schier die Luft wegbleibt: Eine schmeichelnde Stimme leitet durch noch schmeichelndere Songs, die wie irisierende Nordlichter ständig ihr Erscheinungsbild verändern und sanft an- und abschwellen. Da passt es bestens, dass selbst Morten Qvenild (Susanna And The Magical Orchestra) mal als Gast vorbeischaut.

Assoziationen? Van Morrison – obwohl man den grantelnden Iren und den norwegischen Thomas D. optisch wie musikalisch nicht miteinander verwechseln kann. Aber auch Dybdahl beherrscht die Kunst, seine Musik mit seiner Stimme auszufüllen, ohne je laut werden zu müssen. Auch er hat mehr Soul als er es selbst jemals zugeben würde, und auch er liefert unverbrauchte und weitgehend zeitlose Musik. Dies alles garantiert ihm – obwohl sich jede seiner CDs dafür eignen würde – den Platz als CD des Monats. Und das wohlgemerkt einstimmig innerhalb unserer Redaktion ... was äußerst selten der Fall ist. (peb)



Siehe auch:
Maria Mena
Fenomenon
Morten Qvenild
The National Bank


Zur DVD-Rezension über Thomas Dybdahl

Thomas Dybdahl: Science

Offizielle Website

Die CD »Science« war »CD des Monats« im Monat 11 / 2007.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Er ist erst 28 Jahre alt und hat sich bereits in der Vergangenheit als erwachsen bewiesen. Kaum zu glauben, dass die Mehrheit diesen romantischen Songschreiber noch nicht entdeckt hat. So ergiebig wie sein Meisterwerk »STRAY DOGS« ist das aktuelle Werk zwar nicht, aber es versüßt mit seiner schwärmerischen Unaufgeregtheit jeden noch so grauen Herbsttag.
Markus Wiludda

Endlich mal wieder eine weitere dieser so raren CDs, die perfekt zu Nebel und Tee, fallenden Blättern und einer sorgsam gepflegten Melancholie passen. Im Regel stelle ich Dybdahl gleich heute noch behutsam zwischen Midnight Choir und Nick Cave, so gerade noch in Sichtweite von Jimi Tenor. Für Sanftegeschichtenerzählenlassen beim Ausdemfensterstarren. Hach ja.
Sebastian Pantel

Jeder Pophörer kennt das: Du nimmst eine CD aus dem Regal, denkst peinlich berührt: Zu dieser Musik habe ich mal nackt auf dem Küchentisch getanzt? Bei Thomas Dybdahl ist das anders. Auch wenn Thomas Dybdahl immer Thomas Dybdahl bleiben wird, seine Musik ist in ihrer Konsequenz so verlässlich wie zeitlos und somit haltbar. Songs für demnächst, für später, für immer und erst recht für die Tage, wenn einen der Pflegedienst mal wieder vergessen hat und einem nach tröstender Musik zumute ist.
Frank Keil

Es ist dieses Sowohl-als-auch, ein melancholisches Herbstlaub als Grundierung, aber darin ein paar helle Farbtupfer, die eine vom Wind erzeugte federnde Leichtigkeit - ach papperlapapp. Gute Texte, tolle Songs, feine Arrangements und eine markante Stimme: Dybdahl hat's. Herbstmusik, das sicher. Und nachmittags Tee, keinen Darjeeling, sondern Assam. Abends ein paar Kerzen, und es darf ein guter Chianti riserva sein. Zum Steinpilz-Risotto und danach. He Süße, komm kuscheln.
Tim Jonathan Kleinecke

Offizielle Website      www.thomasdybdahl.com

   

The Great Plains
(2017, V2 Records)

Rauchzart. Von stiller Schönheit und sanfter Melancholie. So klingen die Songs auf »THE GREAT PLAINS«, wo sich der norwegische Troubadour Thomas Dybdahl mit offenen Augen in die weiten Graslande der nordamerikanischen Prärie aufmacht. Mit Nabelschau-Klampfenattitüde hat Dybdahl auf seinem bereits siebten Album erfreulicherweise nichts im Sinn. Mit großer Wärme und angenehmen Feingefühl bewegt sich der Meister der Zwischentöne zwischen Americana, Folk, Indiepop und R&B. Und das tur er in filigranen Songs wie »3 Mile Harbour« bei aller Wehmut mit schwereloser Leichtigkeit. Und hat keinerlei Scheu davor, Synthies, Loop-Sequenzen und Drumbeats ins traditionelle Songwriting-Territorium einzulassen.

Mit einem wunden Herzen trotzdem zu lächeln versuchen: Dieses Kunststück bringt Dybdahl im heimlichen Albumhöhepunkt »Baby Blue« zu bittersüßen Slide-Gitarrenklängen fertig. Erwachsensein, Lebenserfahrung gewonnen und trotzdem das Träumen nicht verlernt haben: Der Norweger, der sich beim Sonwriting von »THE GREAT PLAINS« unter anderem von der fabelhaften Helene Håvik von Highasakite unterstützen ließ, hält als Enddreißiger im Song »When I Was Young« unsentimentale Rückschau. Und hat dem gepflegten Abtanzen noch lange nicht abgeschworen. Vor allem aber ist Dybdahl ein großartiger Geschichtenerzähler, wie er im tiefgründigen »Moving Pictures« beweist. Mit dem Mann setzen wir uns gerne ans flackernde Lagerfeuerchen! (emv)



Siehe auch:
Highasakite

   

What´s Left Is Forever
(2013, Universal UMGI 0602537457991)

Wer glaubt, dass es sich beim Melodrama generell um seichte Kost handelt, der irrt. Denn obwohl Thomas Dybdahl auf seinem siebten Album »WHAT´S LEFT IS FOREVER« imaginäres Rüschenhemd trägt, kommen diese souligen Herzschmerz-Songs doch erstaunlich leichtfüßig und unerwartet komplex daher. So soll es auch sein, denn seit wann sind Liebeswirren eine simple Angelegenheit? Der Norweger, der hier erneut mit dem US-Produzenten Larry Klein zusammenarbeitet, hüllt seine Songs mitunter in nostalgische Cinemascope-Farben wie Douglas Sirk in seinen Meistwerken aus den 50ern. Und kokettiert hörbar mit gefühlsselig-anspruchsvollen Musical-Tradition.

Wenn Herzen schon so in Schönheit brechen wie im pianoumschmeichelten Gefühlsdramolett »But We Did«, dann liegt der Vergleich zu Meistern wie Nick Drake natürlich nahe. Aber Dybdahl ist keineswegs ein notorischer Rückwärtsgucker, sondern bedient sich mit katzengleicher Geschmeidigkeit den chartaffinen aktuellen Pop-Versatzstückchen, ohne sich dabei zu sehr anzubiedern. Violinenumflort in Falsett-Tönen schwelgen wie in »I Never Knew That What I Didn´t Know Could Kill Me«: Dybdahl erhebt das Schmachten zur Kunstform. (emv)

   

Songs
(2011, Strange Ears/Cargo)

Nein dies ist KEIN neues Album von Thomas Dybdahl. Soweit die schlechte Nachricht. Der Hintergrund zur Veröffentlichung der »SONGS« verdient aber dennoch Beachtung, denn Larry Klein, der legendäre Produzent und Bassist, der für eine Vielzahl von Joni Mitchell-Alben verantwortlich ist, wurde auf den in Insiderkreisen hochgelobten Singer/Songwriter aus Norwegen aufmerksam. Klein gründete ein neues Label namens Strange Cargo, und Thomas Dybdahl ist nun der erste Künstler, der auf diesem Label veröffentlicht wird. Warum Larry Klein keine neuen Aufnahmen mit seinem Schützling machte, sondern lediglich eine Song-Zusammenstellung aus den ersten vier Alben veröffentlicht, verwundert - umso mehr, als der Sänger ja schon 2009 mit »EN SAMLING« eine nahezu deckungsgleiche Compilation auf den Markt warf, sogar mit 17 statt wie hier nur 14 Liedern.

Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sich Thomas Dybdahl nach wie vor - seit seiner Debüt-CD »THAT GREAT OCTOBER SOUND« 2002 - als einer der fähigsten Pop-Sänger und Songschreiber seines Landes etabliert hat, der durchaus die musikalische Intensität und das Soul-Verständnis eines Van Morrison erreicht. Kurz: Der Mann ist großartig. Ärgern werden sich über diese CD allenfalls die Fans, die endlich mal neues Material von Dybdahl erhoffen. (peb)

   

Stray Dogs
(2005, Glitterhouse/Indigo GRCD 628)

Ehrlich gesagt ist Jörge bisher noch nicht über den ersten himmelschreienden Song von »STRAY DOGS« hinausgekommen; reicht ihm doch dessen Liedzeile »Lay your head down upon my shoulder, let it all rain down on me« ganz und gar. Jörge fährt den Schulbus, seit der Hering ausblieb und auch Touristen nicht nachrückten. Mittags parkt er oberhalb von Berits Grillbude, und so hat sie ihren Platz hinter dem Kühltresen seit Jahren nicht verlassen – was soll sie ihm denn schon sagen?

Vielleicht aber tritt sie eines Tages plötzlich nach draußen und hält ihr Gesicht in den Wind. Vielleicht geht dann Jörge nach Oslo oder wenigstens nach Bergen, und wenn er Glück hat, lernt er ein Mädchen kennen, dass sich nicht Berit, sondern Solveig oder Linn nennt, die noch nie etwas von diesem wunderbar ergreifenden Thomas Dybdahl gehört hat, bei dessen melancholischen Klängen man nur ergeben den Kopf aufs Lenkrad legen kann, auch wenn man nicht Jörge heißt. (frk)



Siehe auch:
Bertine Zetlitz

   

One Day You'll Dance For Me New York City
(2004, CCAP CCAP033)

Es muss schön sein, dieses Amerika, denkt Berit, als sie einen neuen Kanister Waschbenzin holt. Alle singen davon: John Denver in seinem »Country Roads«, und nun sogar auch Thomas Dybdahl. Ob er wohl tatsächlich da war, in New York? Wie gern würde sie mal diese Stadt sehen, in der so viele Menschen leben. So viele. Da müsste doch eigentlich einer dabei sein, der einfach nur da wäre, bei dem sie sich so wohl fühlen könnten wie bei dieser Musik von Thomas Dybdahl.

Komisch sieht der ja schon aus mit dieser Brille und dem dichten Bart. Aber er muss ein guter Mensch sein, dieser Thomas, denn sonst könnte er keine solche Musik singen, in die man sich einfach nur einkuscheln und nie mehr herauskommen mag. Oh ja – sie könnte einen Mann wie diesen lieben; einfach nur deswegen, weil er solche Musik macht und ihr vielleicht ab und zu ein Lied vorsingen würde. Nur ihr allein. (lha)

   

That Great October Sound
(2002, Checkpoint/EMI CCAP 018)

Um »THAT GREAT OCTOBER SOUND« so richtig zu genießen, fährt man nach Balestrand am Sognefjord. 800 Einwohner, Fischindustrie, kaum Touristen. In der Grillbude bei der Tankstelle arbeitet Berit, alle halbe Stunde raucht sie eine Zigarette. Aus dem Rekorder rieseln verschrammelte John-Denver-Songs, später legt sie Dybdahl ein – Lieder voller Liebesschmerz und getränkt mit Melancholie.

Mit Waschbenzin entfernt sie das Haltbarkeitsdatum auf den Packungen der Hähnchenschnitzel, die sie in die Mikrowelle schieben wird. Dazu geigen Streicher gegen den Strich, immer wieder rettet Dybdahls hell-schüchterne Stimme die Welt. Früher lebte Berit mit Jörge zusammen. Jörge fährt jetzt den Schulbus, dabei wollte er nie Kinder, und Berit wollte Balestrand schon lange verlassen, aber irgendwie kommt es nicht dazu. Man lauscht Dybdahl am besten morgens gegen vier, wenn der hellgräuliche Himmel nach Regen ruft und man wachliegt, weil man dann doch von Berits Hähnchenschnitzeln gegessen hat. (frk)

Video-Link

   

John Wayne EP
(2001, CCAP CCAP011)

Wenn Jon Henrik auf dem Weg zu seinem Fischkutter durch Balestrand fährt, bekommt er Herzklopfen. Mit seinem schrottreifen Transporter hält er am Imbiss bei der Tankstelle und isst dort eine Portion Pommes mit Majo. Was er mit der verlebten Berit hinter der Theke reden soll, weiß er nicht, aber ein Blick in ihre endlos tiefen Augen reicht ihm, um den Rest des Tages zu überstehen.

Außerdem hat er diese Musik von diesem Thomas Dybdahl dort das erste Mal gehört: Lieder, die von Freiheit und der Suche nach dem Glück handeln, vom Auf-und-davon-gehen, wenn das Leben nicht gut zu einem ist. Zum Beispiel nach Amerika. Schon die mit fünf Tracks gefüllte EP »JOHN WAYNE« lief in seinem Autoradio pausenlos, bis sie den Geist aufgab. Jetzt hat er die CD-Fassung dieser EP, die zusätzlich neun Instrumentals namens »Reisen Til Amerika« enthält. Er träumt davon, sie Berit vorzuspielen und sie zu fragen, ob sie mitkäme nach Amerika. Übermorgen vielleicht. Oder nächstes Jahr. (lha)



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