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Alle Rezensionen zu Trio Töykeät
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

High Standards
(2004, Blue Note/EMI 7243.594302.2)

Auf ihrem ersten Album auf dem legendären Jazz-Label Blue Note bieten die Klaviertrio-Stars ausschließlich Fremdkompositionen – Standards eben. Dies ist sicher als Zugeständnis an die Plattenfirma und den internationalen Markt zu sehen, schließlich haben alle drei schon ihre kompositorischen Fähigkeiten bewiesen. Allerdings versteht sich von selbst, dass beim Trio Töykeät »Standards spielen« anders klingt als bei herkömmlichen Piano-Trios.

Das beginnt schon mit dem Opener »Starman« von David Bowie (!), bei dem Eerik Siikasaari Melodie und Solo auf dem Bass übernimmt. Iiro Rantalas Piano-Paradenummer »Donna Lee« klingt fast konventionell Up-Tempo, aber das »Girl from Ipanema« wird mit verschiedenen Rhythmen gegen den Strich gebürstet, und »Confirmation« erkennt man erst gegen Ende. Schließlich hat Jeder ein Solo-Stück, wobei Drummer Rami Eskelinen den Vogel abschießt mit einer unbegleiteten Version von Black Sabbaths »Paranoid«. »HIGH STANDARDS« also – mit eigenen Stücken könnte sich das Trio auf den Olymp spielen. (tjk)



Siehe auch:
Espoo Big Band
Perko - Pyysalo Poppoo
Iiro Rantala

 Trio Töykeät: High Standards

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.rockadillo.fi/triotoykeat/

   

Wake
(2005, Blue Note/EMI 335939-2)

Endlich wieder eigene Kompositionen des Trio Töykeät, nachdem »HIGH STANDARDS« lediglich eben solche bot. Noch etwas hat sich verändert: Der schräge Humor von Iiro Rantala (p), Eerik Siikasaari (b) und Rami Eskelinen (dr) beschränkt sich auf die Titel und die Liner Notes, die Musik hingegen ist wesentlich »ernster« als bisher, wesentlich jazziger. Das führt zwar zu ein paar Lachern weniger, schadet aber letztlich der Musik keineswegs. Und nachdem das Trio schon seit 1988 in gleicher Besetzung zusammen arbeitet, war es wohl auch Zeit für kleine Änderungen.

Kenny Barrons »Voyage«, ohnehin ein tolles Stück, kombinieren die drei mit einem treppenförmigen Riff und Tango-Feeling – wunderbar! In »Final Fantasy« kommt die frappierende Virtuosität Rantalas zum Zuge, und »Insane In Seine« ist ebenfalls großartig. Auch »Almost«, in dem samische Melodien im Intro herüberwinken, gefällt, wohingegen Ellingtons »In A Sentimental Mood« nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Trotzdem eine herausragende Piano-Trio-CD, vielleicht die beste vom Trio Töykeät bisher. (tjk)

   

Kudos
(2000, Emarcy/Universal 159.461-2)

Auf ihrer vierten CD widmete eines der weltbesten Piano-Trios jede der zwölf (Eigen-)kompositionen einer anderen Person – von Mozart bis Sting (»Ping«), von Aki Kaurismäki bis zum Autoren Kari Hotakainen. Und diese Widmungen kann man als Hörer durchaus nachvollziehen. Getreu ihrem eigenen Humor widmen sie das letzte Stück sich selbst.

Die »Étude« (für Mozart) steigert sich in Töykeät-typische Power, (Steve) »Gadd A Tee?« klingt kongenial nach Fusion, die Stücke für Michel Petrucciani und Egberto Gismonti besitzen Reiz und Stil. Spieltechnisch gibt es für das Trio keine Grenzen; stilistisch scheuen sie weder Rock noch Rag, haben keine Berührungsängste vor Klassik oder Kitsch. Der ultimative Wurf ist »KUDOS« dennoch nicht – dafür sind die Stücke zu beliebig zusammengewürfelt. (tjk)

   

Sisu
(1997, Polygram 536.580-2)

Und wieder so ein Opener! Diesmal heißt er »Karate« und beginnt mit Drums- und Piano-Gedonner; plötzlich trieft der Schmalz wie bei »Für Elise«, dann wird's ein Tango und schließlich Disco-Fox. Und das Ganze wieder zurück, versteht sich: Iiro Rantala, Eerik Siikasaari und Drummer Rami Eskelinen verbrauchen in sieben Minuten mehr Ideen als manch andere in sieben Stücken.

Eher zweifelhaft hingegen die Idee, sich für die Hälfte der Stücke mit den Geigen-Brüdern Jaakko und Pekka Kuusisto zu verstärken. Das klappt zwar prima im witzigen »Together We Are Stroganoff«; ansonsten kommen die beiden Klassik-Stars jedoch mit dem überbordenden Witz des Trios nicht ganz mit. (Wozu das Sibelius-Stück?) Kompositorisch lassen die Finnen jedoch nichts anbrennen, und wenn sie's – wohlgemerkt als Trio – richtig krachen lassen, ist man hin- und hergerissen zwischen Freude über ihren musikalischen Humor, Begeisterung über die Vielfalt der Stücke und Fassungslosigkeit über ihre unglaubliche Virtuosität. (tjk)

   

Päivää
(1990, Sonet Grammofon SOPOD 1038)

»PÄIVÄÄ!« (Tach!) brüllt das Cover, und ein hässlicher Hund schaut uns an. Auf der Rückseite dann möchte das Trio Töykeät den Köter noch übertreffen: So »töykeä« (derb, barsch, unfreundlich) kam selten ein Debut daher. Aber Tasten-Derwisch Iiro Rantala, Rami Eskelinen, der viel trommelt ohne zu nerven, und Eerik Siikasaari, Bass-Veteran bei diversen Jazz-Größen, können sich das leisten.

Schon der Opener »Töttöröö« brennt mit einem Feuerwerk an Latin-Rhythmen und fulminanten Soli die gesamte verstaubte Klaviertrio-Literatur nieder. Mit Witz, Verve und Virtuosität wird nicht nur der »Waltz« niedergewalzt, und »Joululaulu« I und II klingen nun wirklich nicht nach Weihnachtslied. Kein Respekt, vor nichts und niemandem, nicht mal vor sich selbst: (Music For Elevators) »ist die erste Jazz-Komposition von Eerik Siikasaari, und hoffentlich auch die letzte...«. Ach ja, Tenorsax-Star Rick Margitza darf auch mitspielen. Beeindruckend! (tjk)



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