Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu The Legends
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Over And Over
(2009, Labrador/Broken Silence LAB118)

Das vierte Legends-Album »OVER AND OVER« wird bei den Hörern vor allem zu einer Reaktion führen: Hektisches Gedrehe an den Reglern. Ist mein MP3-Player etwa kaputt? Woher kommen all diese Störgeräusche? Nur zur Beruhigung: Diese Rückkopplungen und Verzerrungen haben Methode. Legends-Kopf und Labrador-Mastermind Johan Angergård hat offenkundig genug vom zuckerwattigen Tweepop, dem Markenzeichen seines Labels. Hat sich dem Lockruf zur dunklen Seite der Macht ergeben und wandelt in dunklen Kellergewölben auf den Spuren von The Jesus And Mary Chain. Weißer Lärm nennen seine Promoter diese Art von Musik vornehm.

Trotz aller betonten Düsternis hat Angergård keinen Identitätswechsel hinter sich. Im Herzen ist er das Pop-Spielkind geblieben. Herzschmerz, aber eben nur ein bisschen heftiger. Als habe er das quietschbunte Entchen in seiner Badewanne durch einen graufarbenen Gummihai mit messerscharfen Flossen ersetzt. Der macht vielleicht ein bisschen mehr Wellen. Aber oft gleitet dieses Raubtier der Meere hier ganz, ganz sanft durchs Wasser. Songs wie »Heartbeats« sind in ihrer traumverlorenen Traurigkeit so schwerelos, so archetypisch poppig, dass die Störgeräusche ringsherum irgendwann leise tschüss sagen und gehen. (emv)



Siehe auch:
Verschiedene: Nordische Kombination
Verschiedene: Labrador 100

The Legends: Over And Over

Offizielle Website

Offizielle Website      www.labrador.se/artists/legends.php3

   

It´s Love
(2015, Labrador)

Mit dem Alter wird man ruhiger. Und weiß genau, was zu einem passt und was nicht. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass die Legends sich in mehr als zehn Jahren Bandgeschichte weit von den übermütigen, fröhlichen und powerpoppigen Anfängen entfernt haben. Die Legends sind von der quirligen Großgruppe zu einem weiteren erweiterten Solo-Projekt von Johan Angergård geworden, dem umtriebigen Label-Chef von Labrador Records. Mittlerweile kann man durchaus den Eindruck gewinnenn, dass sich die Veröffentlichungen des Labels immer stärker ähneln. Deshalb klingt das fünfte Legends-Album »IT´S LOVE« fast so wie eine Veröffentlichung von Club 8: Anorak-Pop im urbanen Dandy-Stil. Mit kleinen Ausflügen ins vergnügungssüchtige Disco-Zeitalter. Ach ja, und Club-8-Sängerin Karolina Komstedt ist hier natürlich auch zu hören.

Bloß nicht zu sehr echauffieren, scheint die Devise von Angergård zu lauten. Lieber der die gepflegte Vocoder-Romantik pflegen und in hochglanzpolierten Tracks wie »Smoke And Mirrors« die Kunst des gehobenen Müßiggangs pflegen. Die Legends klingen auf ihrer fünften Veröffentlichung mitunter so wie das perfekte Schulbuch-Beispiel für kühl-eleganten Skandi-Pop. Das ist sehr cool. Und sehr berechenbar. (emv)



Siehe auch:
Club 8

   

Facts And Figures
(2006, Labrador/Broken Silence LAB093)

Die Band ohne Langeweile. Wer binnen eines Jahres zwei Alben veröffentlicht und nebenbei den kompletten Labrador-Labelladen schmeißt, ist in der produktivsten Phase des Lebens angekommen. Wobei das Wort »Band« ein wenig irreführend ist, seit aus dem mehrstöckigen Gespann ein bungelowflaches Einmann-Projekt geworden ist.

Johan Angergård verabschiedet sich auf konsequentem Weg vom gitarrenlastigen Indiepop hin zu kühler Elektronik, die er mit androgynem Pop illustriert und mit latenter Melancholie abschmeckt. Metertief kniet er inzwischen in den 80ern. Die Kontraste und Konturen lösen sich zugunsten einer homogenisierten Ästhetik auf, die auf dem dritten Legenden-Album fast nostalgische Ausmaße annimmt. Leider getrübt durch den Fakt, dass die immerwährende Zusammenkunft von New Wave-Einlagen, leicht biederer Elektronik und der typisch verhallten Stimme jedwede Reibung ausblendet. Aber die Odyssee der Legends hat mit diesem Werk noch sicherlich nicht ihr Ende gefunden. (maw)

   

Public Radio
(2005, Labrador LABCD82)

Ihr erstes Album war eine reine Spaßpartyscheibe, ihr Nachfolger »PUBLIC RADIO« hat den Anspruch eines perfekten Albums: leider ein unerreichbares Ziel, das sich Bandkopf Johan (gleichzeitig Drahtzieher hinter dem Label Labrador) diesmal gesetzt hat.

Doch was bietet diese Platte mit knapp 30 Minuten Unterhaltung? Nicht viel Neues jedenfalls, da die Songstrukturen gleich derer des ersten Albums sind – mit dem einzigen Unterschied, dass sich The Legends jetzt großzügig an Synthesizern, vorprogrammierten Beats und vor allem am Sound New Orders bedienen. Eigen ist ihnen zumindest die Idee, ein Album zu schaffen, das komplett ohne Refrains auskommt, aber selbst das gibt es schon. Fazit: definitiv nur für Indie-Fans mit dem Hang zum Allbewährten. Schade. (lic)

   

Up Against The Legends
(2004, Labrador/Cargo CD-LAB044)

Sie trumpfen groß auf mit ihrem Namen, doch The Legends könnten die heiß geliebte Sommerband 2004 der Indie-Mafia werden. Dabei lassen sich ihre britisch klingenden Pop-Hymnen zwischen beatleskem Retropop und schwedischem Freak-Out-Schick einordnen. Ein fleißiger Schellenkranz begleitet das neunköpfige Bandgefüge durch melodisch sentimentale Balladen sowie durch stimmenverzerrt sonnige Uptempo-Stücke. Chor- und Mädchengesang garnieren die Legends Motown-Beats und Handclapping-Tollereien.

Was »UP AGAINST THE LEGENDS« so einzigartig macht, hat das schwedische Abendblatt mit »American Soul-Pop der 60er« zu beschreiben versucht. Doch beeindruckend ist auch, dass hier eine Band ihr Debüt eingespielt hat, die sich erst ein Jahr zuvor kennen gelernt hatte. Und weil das Album so schön kurz ist, kann man es immer und immer wieder hören. »Nothing To Be Done« ganz besonders oft. Sing Along! (lic)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel