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Alle Rezensionen zu Kristofer Åström
(Genre »Folk«, Land »Schweden«)

 

From Eagle To Sparrow
(2012, Startracks/Indigo STAR 165133-2)

Die Stimme und seine Songs sind das eigentliche Kapital des Schweden. Kristofer Åström, der einst als gestandener Rocker bei der Band Fireside auf sich aufmerksam machte, gibt schon lange den vom Leben geschundenen Cowboy, den Loner, der mit akustischer Klampfe, Mundharmonika und gebrochenem Herzen durch die Lande zieht. Der von Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit und den Fallstricken der Liebe erzählt und sein ganzes Leben lang rast- und haltlos zu sein scheint. Ob dieser Schein trügt? Keine Ahnung. Jedenfalls überzeugt Kristofer Åström – schwarzweiß fotografiert mit speckiger Jeansjacke und fettigen Haaren so wirkend, als hätte er einige Monate unter der Brücke genächtigt – als Underdog-Poet so sehr wie schon lange nicht mehr. Bob Dylan hätte sicher sein letztes Hemd dafür gegeben, wenn er so eine Stimme gehabt hätte.

Zuletzt war es vielleicht 2004, als der schwedische Singer/Songwriter unsere Herzen mit dem resigniert-reduzierten Solo-Opus »LOUPITA« so bittersüß von innen her erwärmte und gleichzeitig so unerfüllt zurück gelassen hat. Nebenbei bemerkt: Auf genau jene CD, die anscheinend eine zentrale Rolle für den einsamen Wolf spielt, verweisen auch die zwei Instrumental-Tracks »Loupita #5« und »Loupita #6«. Wem der nasskalte Winter schon auf's Gemüt schlägt, dem wird »FROM EAGLE TO SPARROW« den perfekten Soundtrack dafür liefern. (peb)


Zum Artikel über Kristofer Åström

Kristofer Åström: From Eagle To Sparrow

Offizielle Website

Offizielle Website      www.kristoferastrom.com

   

Sinkadus
(2009, Startracks STAR154-1222)

Der Grundsatz der Popmusik ist nicht unbedingt schlechter geworden, allein der schiere Überfluss des Hörbaren hat eine gewisse Abgeklärtheit gebracht. In steter Beständigkeit ist aber da dieser Schwede, der mit seiner empathischen Stimme und guten Songs aufhorchen lässt. In der Standardausrüstung Akustikgitarre und Organ hat er oft seine stärksten Momente, die besonders berühren.

Sein neues Werk klingt wieder leicht inspirierter als zuletzt, wobei man ihm das Rockende (»The Party«) weniger abnimmt als das Verletzte. Dann, wenn es wieder ans Kardinalthema Liebe und deren Konsequenzen geht, läuft er zur Hochform auf. Bis auf das etwas zu sehr von sich selbst ergriffene Thin Lizzy-Cover »A Song for While I'm Away« und dem schrecklichen »Big Lie, Idiot Die« gibt zudem kaum Fehlgriffe, so dass unter dem Strich ein solides Åström-Album herausspringt, was immer noch besser ist als vieles vom ganzen Rest. (maw)

   

Rainaway Town
(2007, V2/Rough Trade STAR 144112)

Er wollte ein Country-lastiges Album, erzählt Kristofer Åström. Ein Album, das sich mehr aus Gesangslinien und nicht aus Riffs entwickelt. Am besten gelingt das dem ehemaligen Fireside-Rabauken, wenn er wie ein waidwunder Cowboy mit der akustischen Gitarre seinem Schmerz nachhängt. »All In« oder »Fallen« sind solche betörenden Einblicke in eine Seele, die nicht weiß, wohin mit sich und den eigenen, ihn schier erdrückenden Emotionen.

»She's A Bit Heavy On The Drinks« singt der Folkrocker mit dramatischer Geste, und man hängt ihm gebannt an den Lippen. Getoppt wird das noch vom sich langsam dahinschleppenden Finale: »Not Cool Again« ist Nordic Folk in Cinemascope-Format, und wäre dieser Song ein Heiratsantrag, so könnte man nicht anders, als ihn annehmen. Die Rock-Songs dazwischen? Auch gut. Doch geschenkt im Vergleich zu Åströms betörender Holzfäller-Romantik. (peb)

   

Loupita
(2004, V2/Zomba STAR 11684-2)

Winter in einer tief eingeschneiten Hütte irgendwo in der Abgeschiedenheit. Sanftmütiges Licht fällt aus dem lodernden Kamin, die Fenster sind überzogen mit kristallinen Kunstwerken des nächtlichen Taus. Mittendrin der Künstler, der sich mit dieser Platte das Warten auf das nächste Werk zusammen mit Hidden Truck verkürzt. In dylanesker Verehrung, voll auf den Song konzentriert, schleicht Kristofer durch die dreizehn unscheinbaren Kleinode. Vollends auf die Atmosphäre von Akustik-Gitarre und Gesang reduziert, hier und da skizzenhaft unterstützt von Duett-Partnerin Britta Persson, Logh-Chef Mattias Friberg oder einer schemenhaften Mundharmonika.

Eine Soloplatte des Intimus, die immer auf der Grenze zwischen Resignation und Hoffnung wankt. Tiefsinnig und sanft, schwelgerisch und gebrochen. Meist so packend emotional, wie man sich den introvertierten Klang immer wünschen würde. Ein Album voll letzter Songs, voll letzter Sätze. Und voller Anfänge. (maw)



Siehe auch:
Kristofer Åström
Logh
Britta Persson
Dan Berglund's Tonbruket



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