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Alle Rezensionen zu RinneRadio
(Genre »Beats«, Land »Finnland«)

 

Plus
(2006, Zen Master/Indigo ZENCD2104)

Mit ihrer 18. Veröffentlichung erfinden sich RinneRadio mal wieder ein bisschen neu und erweitern ihren musikalischen Kosmos. Der bisherige Gastviolinist Pekka Kuusisto bringt gleich sein Streichquintett mit, das aber schon im Opener »+/-« gegen harte Industrial-Klänge kämpfen muss. Solche elektronischen Störfeuer kommen immer mal wieder und beleben spürbar, wenn auch der Grundtenor weiterhin von der Plattenfirma schön definiert ist: »Sexy Trance Jazz« und »Surreal Dance Music«.

Verneri Lumi (electronics) und Juuso Hannukainen (perc.) sind die Partner von Mastermind Tapani Rinne, der sein Sopransaxophon über und Bassklarinette unter den Grooves schlängeln lässt. Dazu kommt als vokaler Gast Tommy Lindgren (Don Johnson Big Band) auf »Bird Tower«. Wie fast immer bei Rinne changiert auch diese CD zwischen »gelegentlich tanzbar« und »manchmal zu zappelig zum Chillen« – was heißen soll: ziemlich spannend das Ganze, und wenn er den Regler von Ambient noch ein bisschen mehr in Richtung NuJAZZ drehen würde, wäre es sicher noch spannender. Und so träumt der Rezensent weiterhin von einer Supergroup aus Tapani Rinne, Raoul Björkenheim, Goran Kajfes und dem Tied & Tickled Trio und Notwist und Reb ... Schluss jetzt: »PLUS« ist gut. (tjk)



Siehe auch:
Tapani Rinne
Raoul Björkenheim
Goran Kajfes

 RinneRadio: Plus

Die CD »Plus« war »CD des Monats« im Monat 5 / 2006.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Falsch Tim! NuJazz braucht kein Mensch! Sämtliche unangenehm gestylten Lounges sind schon voll genug damit. Aber zum Glück sind RinneRadio viel zu sperrig, düster und atmosphärisch, um mit ihren Instrumentals und Klangmalereien ernsthaft als Konversationstapete zu enden. Leider fehlt an manchen Stellen noch die ein oder andere überraschende Idee; so kommt dieses »Advanced Listening«-Album ein bisschen blutarm daher. Alles leidet hier unter finnischer Tristesse, so dass »Plus« ein perfektes Novemberalbum abgegeben hätte.
Markus Wiludda

Sehr spröde, sehr sperrig, sehr wenig zugänglich klingen RinneRadio beim ersten Hören. Verlangen Konzentration und Offenheit. Sind aber die ersten Seufzer wie »huch, das ist aber keine leichte Kost!« verstummt, kommt man geradezu auf den Geschmack und entdeckt, dass Sphärisches, Spielerisches und Experimentelles überrraschend kompatibel sind. Dass Ernsthafttigkeit nicht langweilig sein muss. Meditativ, lakonisch, experimentierfreudig und überraschend elektronisch – die Finnen mischen hier scheinbar Unvereinbares gekonnt zusammen.
Eva-Maria Vochazer

100 Punkte für zurück zu den Anfängen, wo Rinneradio ähnlich sperrig und wagemutig waren. 100 Punkte für die mutige Fusion von Jazz, Rock und Anleihen aus der Neuen Musik, die ein wenig Köpfchen verlangt. Und somit locker 100 Punkte für musikalische Dauerhaftigkeit jenseits der üblichen Popweisen, die schon morgen recht schal klingen. Ganz zu schweigen für die 101 Punkte für die mehr als gelungene Konfrontation zwischen weich sensiblen und ruppig harten Tönen. Fazit: So klingt Klassik heute.
Frank Keil

Mir bleibt anscheinend der Job, zu erwähnen, dass die limitierte Erstpressing als DualDisc erscheint: Der 30minütige Mitschnitt vom Leigo Lake Opern Air gibt die Stimmung der abstrakten, doch groovenden Musik perfekt wieder. Das Trio musiziert auf einer Insel im See; Rauchschwaden und surreale Plastiken schaffen das rechte Ambiente. Und wer sich als Remixer versuchen will, findet auch alles Nötige. Rinneradio bestätigen ihren Ruf als eine der innovativsten Bands zwischen Avantgarde und Beats.
Peter Bickel

   

Pole Stars
(2009, Zen Master ZENCD 2127)

Und wieder beschwört Tapani Rinne mit seiner Klarinette sämtliche Schlangen, die der Elektronik-Derwisch Verneri Lumi aus seinen Körben, Verzeihung: Kästchen lässt. Mit Percussionist Juuso Hannukainen schaffen sie ein selten stimmiges Klanguniversum.

Das liegt auch an den Gästen, die feine Sahnehäubchen auf die gefrickelte Torte drappieren: Eva Alkula (kantele) und Johanna Jusola (acc), der Throat-Sänger Imre Peemot, die Joiker Ulla Pirttijärvi und Wimme Saari sowie Matti Wallenius (g) kommen gut. Toll der Live-Mitschnitt »Telisman«, auf dem Rinne mit Klarinetten-Loops ein wahres Inferno erzeugt. Wunderschön hingegen »ps. Val The Troubadour«, mit Gitarre, Bass und der Violine von Pekka Kuusisto – ein ruhiges Kleinod ganz zum Schluss. Bleiben nur noch zwei Fragen: Gibt's plötzlich mehrere Polarsterne, und was haben die Rehe auf dem Cover damit zu tun? (tjk)

   

On
(2007, Westpark/Indigo 87151)

Mit »ON« veröffentlichen Mastermind Tapani Rinne, Juuso Hannukainen (ac. u. El. Perc) und Chefelektroniker Verneri Lumi (aka Tuomas Norvio) endlich wieder ein würdiges Werk in ihrem eigenen Universum aus TechnoAmbientJazzIndustrialDub. Tapani Rinne verzichtet fast völlig auf sein Sopransax, spielt statt dessen Klarinetten. Zudem erweitern verschiedene Sängerinnen (Siiri Nordin, Sanni Orasmaa und Kiria Kira) den ohnehin schon enormen Klangkosmos von RinneRadio.

Stilistisch wechseln Dancefloor-geeignete Stücke wie »Better« mit verträumt-spärischen Klangwolken (»Lunta«); zudem gibt es als Bonus älteres Material, auf dem Rinne mit Gästen wie seinem musikalischen Ziehvater Edward Vesala, dem Violinisten Pekka Kuusisto oder der Joikerin Ulla Pirttijärvi eher dem Erforschen elektro-akustischer Klangwelten frönt. (tjk)



Siehe auch:
Edvard Vesala
Ulla Pirttijärvi

   

Pan
(2004, Zen Master/Rockadillo Zencd 2088)

Tapani Rinne bevorzugt – vom Jazz kommend – schon seit längerem die Fusion von Elektro-orientiertem Beat und Pop. Und das geht gut, wenn ihn gute Ideen antreiben, er sich sich nicht auf den ersten Einfall verlässt und über kundige Mitstreiter verfügt. Im vorliegenden Fall fällt das Ergebnis allerdings weniger überzeugend aus als gewohnt: Auf »PAN« bieten allzu viele Songs selten mehr als gediegenes Mittelmaß.

Zum einen liegt das an einer fehlenden Entschlossenheit, die in den Songs angelegten Variations- und Steigerungsmöglichkeiten burschikos auszubauen; zum anderen ist der untergelegte Rhythmusteppich oft zu simpel gestrickt und musterfrei. Und so klingt vieles eher nach Pflichtübung als nach Kür. Obwohl – der Song »Helmi« ist dann wieder ein typisches Rinneradio-Stück alter Schule: sofort eingängig, leicht sentimental geerdet und mit ordentlichen Dramatik gesegnet. Geht doch! (frk)

   

Lumix
(2003, Zen Master/Rockadillo ZENCD2083)

Einst begannen RinneRadio als eine formidable Progressiv-Jazzband mit dem Hang zum Experimentellen. Heute herrscht man über moderne Dance- und NuJazz-Töne, und das souverän und zugleich voller Leidenschaft. Dicht gewebt ist ihr Klanggebäude, äußerst tanzbar bis hypnotisch und dabei in seinen Ausbuchtungen von filigranen, nicht unkomplizierten Rhythmusschnipseln und stoischen Bassläufen sehr weit ausgelegt.

Sehr hübsch und sehr eingängig sind auch die diversen eingeflochtenen Saxophon-Intros von Bandleader Tapani Rinne, die zeigen, dass Jan Garbarek einerseits bis heute Maßstäbe setzt und dabei doch oft ein echter Schmalzkuchen geblieben ist, an dem man sich gerne abarbeiten darf. (frk)

   

Rok
(1996, Emarcy/Rockadillo 160-2)

»ROK« gehört zu den besten Werken von Rinne Radio: spannende Grooves, feine Sounds, und Tapani Rinne (Saxophone und Klarinetten) ist in Hochform. Mit den Langzeitpartnern Kimmo Kajasto und Jari Kokkonen kann aber auch nicht viel schief gehen. Als Gäste diesmal Wimme Saari, Anna-Mari Kähärä und Pauli Saastamoinen.

Insbesondere »Kuvala« und »Daughters Of Selofhad« ragen heraus; die letzten Stücke können leider das Niveau der ersten Hälfte nicht ganz halten. Trotzdem bleibt als Fazit: Ambient Jazz mit Tendenz zu Dance in Perfektion, oder anders gesagt: »ROK« rockt! (tjk)



Siehe auch:
Wimme

   

Joik
(1992, Aani AA-X-007)

Mit vielen Ambitionen scheint Tapani Rinne in diese CD gegangen zu sein, doch mit (vielleicht zu?) vielen Gästen bringt er hier leider nur Mittelmaß zustande. Exemplarisch »Radio Soi: Freehop«: Drei Gitarristen (u.a. Seppo Tyni) kämpfen gegen Billig-Rhythmen an, Rinne fällt am Tenorsax auch nicht viel ein, später dazu Wimme, der hier eher wie M.A. Numminen im Delirium klingt.

Auch die vordergründig schöne Ballade »Blue In Purple« entpuppt sich beim zweiten Hören als eher einfallslos. Es gibt allerdings auch schöne Momente; das spannende »Vedet« baut sich langsam auf, auch Wimme kommt gut, ebenso Seppo Kantonen (p). Insgesamt jedoch stampfen die Rhythmen manchmal wie in der Dorfdisco, und die vielen guten Musiker sind unterfordert sowie Wimmes Beiträge verschenkt. Das können alle Beteiligten viel besser! (tjk)



Siehe auch:
Wimme
M.A. Numminen



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