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Alle Rezensionen zu Susanna And The Magical Orchestra
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

List Of Thoughts And Buoys
(2004, Rune Grammofon/Universal RCD 2034)

Würde sie eine smarte Pop-Band um sich scharen, könnte sie die Charts abräumen. Doch Susanna Wallumrød ist die Schwester von Christian, der auf zwei Solo-Alben und mit Sidsel Endresen ebenfalls jede Menge Experimentiergeist bewies. Es liegt also wohl vermutlich in der Familie, dass auch Susanna lieber den schwierigen Weg geht und uns diese introvertierte Pop-Kunst schenkt.

Ihr Magical Orchestra besteht »nur« aus Morten Qvenild, der eigens für dieses Duo bei Jaga Jazzist ausstieg und mit seinen Keyboards eine eigentümlich verzauberte Atmosphäre aufsteigen lässt. Andreas Mjøs, sonst Vibraphonist bei der gleichen Band, ergänzte scheue Gitarren und produzierte ansonsten mit Helge Sten dieses herrlich sperrige Debüt. In seiner nackten Verletzlichkeit und extremen Reduktion erinnern die asketischen Songs an Sidsel Endresens Duo-Projekte und vor allem an die zerbrechliche Fragilität von Stina Nordenstam. Zum Beispiel »Jolene«: Noch nie wurde dieser Dolly-Parton-Song so eindringlich und »wahrhaftig« dargeboten. (peb)



Siehe auch:
Christian Wallumrød
Jaga Jazzist
Stina Nordenstamm
Susanna


Zum Artikel über Susanna And The Magical Orchestra

 Susanna And The Magical Orchestra: List Of Thoughts And Buoys

Offizielle Website

Die CD »List Of Thoughts And Buoys« war »CD des Monats« im Monat 10 / 2004.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

D'accord, Peter! Dieses Fabelalbum betört mit herzzerreißenden »torch songs«, einer wunderbar sinnlichen Frauenstimme und extrem kargen, betont leisen Elektronik-Effekten. Das ist die Macht der Stille, wie man sie in der Färbung eben nur in Skandinavien antreffen kann.
Harald Kepler

Eine grazile Stimme trifft auf ein flauschiges, dennoch unterkühltes Ambiente. Das ist elegante Perfektion in Perfektion. Dem Spannungsbogen hingegen hätte ein Mehr an verquerer Knispel-Elektronik nicht geschadet - so ist diese Platte eher zweckgebunden: statt Schafe zählen...
Markus Wiludda

Musik wie feinstes Porzellan – diesem hauchzarten und behutsamen Gesang kann man kaum wiederstehen. Die sparsamen Arrangements mit manchmal sperrigen und doch nie effektheischenden Untertönen untermalen diesen um so interessanter. Ein wahrer Glücksgriff, Peter!
Petra von Schenck

Diese Platte ist ziemlich grandios, finde ich. Dennoch: Wann bekommen wir von Qvenild, der übrigens auch bei Nils Petter Molvær und Bertine Zetlitz »diente«, eine ganze CD nur mit diesem Knispeln? Und warum ist ihre live oft dargebotene Gänsehaut-Version von »Hallelujah« nicht enthalten?
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.susannamagical.com

   

3
(2009, Rune Grammofon/Cargo RCD2090)

Ganz so allein wie am Beginn ihrer Zusammenarbeit sind Susanna Wallumrød und Morten Qvenild nicht mehr – sie haben für einzelne Songs allerlei Gäste dazugeholt. Die umspielen vorsichtig Qvenilds verschroben ausgefeilte Arrangements mit Bassklarinette, Vibraphon oder Gitarre. Das Ergebnis ist wieder anrührend schön – und gleichzeitig behutsam ein Stück weiter in Richtung Pop verschoben. Der Eröffnungstrack »Recall« könnte, wäre er fantasieloser arrangiert, fast von Enya stammen. Ein Song wie »Deer Eyed Lady« hat dann aber wieder das Gänsehaut-Niveau der innig versunkenen, dunkel glühenden ersten beiden Alben.

Auch diesmal verbinden Wallumrød und Qvenild eigene Songs mit zwei Cover-Versionen, die sie mit ihrer üblichen Technik entkernen und damit Schichten in altbekannten Songs freilegen, die man nicht vermutet hätte: Hier sind das Roy Harpers »Another Day« und »Subdivisions« von Rush. Beide Titel haben zwar nicht die Größe von Susanna-Covern wie Leonard Cohens »Hallelujah« oder »Love Will Tear Us Apart« von Joy Division. Trotzdem: Das norwegische Duo ist immer noch und immer wieder eine tolle, stille Ausnahmeerscheinung in der lauten Pop-Flut. (sep)



Siehe auch:
Morten Qvenild

   

Melody Mountain
(2006, Rune Grammofon/Cargo RCD2057)

Während Susanna Wallumrød und Morten Qvenhild auf dem Debüt nur zwei Fremdkompositionen darboten, geriet der Nachfolger zum reinen Cover-Album, und ein Lied ist schöner als das andere in seiner kaum fassbaren Reduktion und Langsamkeit. Es beginnt mit einer fragilen, Gänsehaut erzeugenden Fassung von »Hallelujah«, die selbst Jeff Buckleys Version in den Schatten stellt. Faszinierend auch der beinahe flehende AC/DC-Song »It's A Long Way To The Top«, und bei Joy Divisions »Love Will Tear Us Apart« hört man – im Gegensatz zu all den anderen Versionen dieses Songs – endlich erstmals pure Verzweiflung.

Eigentlich verdient jeder Song Erwähnung, aber auf mindestens drei soll doch hingewiesen werden: Scott Walkers Depri-Ballade »It's Raining Today« bricht alle Geschwindigkeitsrekorde in negativer Hinsicht, Sandy Dennys »Fotheringay« erstrahlt in sakraler Entrückung, und Depeche Modes »Enjoy The Silence« verdient diesen Namen hier zurecht als Ode an Stille und Innerlichkeit. Doch Achtung: Stellenweise Selbstmordgefahr! (peb)



Siehe auch:
Solveig Slettahjell



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