Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Kimono
(Genre »Rock«, Land »Island«)

 

Arctic Death Ship
(2006, Smekkleysa Records sm120)

Schleppende Drums, minimalistisch sägende Gitarren, düstere Texte. Das isländische »Todesschiff« vermeidet Pop-Strukturen und folgt den Spuren noisig-experimenteller Kunstmusik. Gitarrist und Sänger Alex McNeil zählt Steve Reich zu seinen Vorbildern; zusammen mit Zweitgitarrist Gylfi Blöndal hört er auch gern Avant-Gitarrenrock wie Polvo oder Television. Drummer Kjartan Bragi Bjarnason und Halldór Örn Ragnarsson schließlich zeigen sich beeinflusst von Krautrock à la Can und Neu, und das passt schon alles trefflich zusammen.

Journalisten-Kollegen verglichen das Quartett auch mit My Bloody Valentine oder Sigur Rós, doch Kimono haben so gar nichts von deren ätherischer Opulenz; stattdessen geht es kantig-karg, reduziert und sogar ziemlich nah am depressiven Abgrund zur Sache. Das ist dunkler Existenzialisten-Rock von Kunststudenten mit Berlin-Faible, die laut eigener Aussage mit Rockmusik »nicht die Jugend ausbeuten wollen, sondern ihr Seelenfutter geben«. Der Ansatz dazu scheint gelungen. (peb)



Siehe auch:
Sigur Rós

 Kimono: Arctic Death Ship

Offizielle Website

Die CD »Arctic Death Ship« war »CD des Monats« im Monat 2 / 2006.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Oh ja, dem Urteil kann ich nur zustimmen. Die Songs sind dunkel, aber niemals düster. Sie sind klug, aber bevormunden nie. Sie gehen einem bald nicht mehr aus dem Kopf, aber haben sich nicht zuckrig in den Gehörgängen eingenistet. Und so zeigen die Kimononen: Der wilde, raue Indierock lebt (nicht der Indiepop, der meist grausam kostümierte.)
Frank Keil

Die Isländer sind ein seltsames Völkchen. Wenn sie musizieren, dann muss es experimentell sein. Das ist so bei Sigur Ros, bei Mugison, und auch Kimono sind keine Ausnahme. Demnach setzen sie an zu Noise-Rock für Irre mit 'nem Faible für minimalistische Gitarrenmassaker und musikalisch blechernde Totenstille. Bizarr, aber interessant.
Liska Cersowsky

Angenommen man hat einen schlechten Tag: Geld weg, Freundin weg, graue Wolken überall. Kimono sind dieser Abgrund. Irgendwie gefühlskalt breiten sie ihren Post-Rock aus und lassen niemanden unter die Decke. Spannend bleibt es aufgrund der enormen Klangdichte – auch wenn das Fehlen von verstörenden Noise-Eruptionen ein Schwachpunkt ist.
Markus Wiludda

Lakonisch, melancholisch, ökononisch. Die Isländer reduzieren ihre Songstrukuren hier aufs Wesentliche. Bewegen sich in bester Tradition früher britischer Wave-Bands wie Gang Of Four. Und bringen das Kunsttück fertig, gleichzeitig sensibel, leidenschaftlich und wütend zu klingen. Für alle, denen Daueroptimusmus und Dauergrinsen schon immer ein Greuel waren.
Eva-Maria Vochazer

Offizielle Website      www.mineur-aggressif.com

   

Mineur-Aggressif
(2003, Smekkleysa Records SM 102)

Kimono ist einer dieser Bands, aus der man zuerst nicht ganz schlau wird. Vier junge Burschen bedienen Bass und Gitarren- wie Schlagwerk, und einer von ihnen singt dazu etwas manieriert verhalten ins Mikrophon. Kennt man – will man sagen. Gab's schon – was stimmt. Und doch findet sich das eine und andere, was sich festhakt und Aufmerksamkeit bindet. Dazu gesellt sich ein schön versponnenes Texteheft und Liedzeilen wie »All The Coolest Undead Went To My High School« und überhaupt recht skurrile Songs wie der über den japanischen Polizisten, der daheim gefürchtet wird, aber nun im Norden nichts mehr gilt und sich daher etwas einfallen lassen muss.

Und langsam verbreitet sich eine ganz eigene Stimmung. Plötzlich mag man sie, diese krachig-exzentrische und dann doch wieder umsichtig-sensible Produktion von vier isländischen Knaben, die alle besonders grüßen, deren Telefonnummer mit 1333 endet. (frk)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel