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Alle Rezensionen zu Husky Rescue
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Country Falls
(2004, Catskills/Groove Attack RIDCD012)

Was für ein putziger Name. Husky Rescue. Und was für ein trendgemäßes Booklet-Artwork, wo sich knuffige Retro-Hightech-Illustration mit verschneiten Berggipfeln neben das Foto einer Scooter-Loipe über einen vereisten See reihen. Auch die Musik gibt genügend Anlass, sie mit Nordland-Klischees wie »Melancholie« oder »Polarkreis-Schrulligkeit« zu bekleben. Denn nach frostiger Verzückung klingt das alles, obwohl der Husky-Obersanitäter Marko Nyberg die Remineszenzen seiner Musik so schnell und vielfältig wechselt wie Rentier-Nomaden ihren Lagerplatz.

Fernweh-schwelgenden Lapsteel-Country mit Patsche-Drums gibt's zu hören, aber auch Elektro-Pop mit Bacharach-Chören, Floyd-Psychedelica oder frechen Sixties-Beat, für den Tambourin und Bongos vom Speicher geholt wurden: Musik im stilistischen Tundra-Eck zwischen Air, Goldfrapp und Ai Phoenix, bei der meist eine Röckchen-schwingende Reeta-Leena Korhola ins Mikro haucht. Schade nur, dass der Sound sehr Lo-Fi-muffig tönt. Aber vielleicht gehört es ja zum Konzept, dass alles so verschwommen klingt wie durch die vereisten Scheiben einer gut isolierten Autiotupa (Fjällhütte). (peb)



Siehe auch:
Ai Phoenix

 Husky Rescue: Country Falls

Offizielle Website

Die CD »Country Falls« war »CD des Monats« im Monat 12 / 2004.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Dieses Album will entdeckt werden! Rasch sind meine vorschnellen Urteile über melodische Verschnupftheit und frostigen Muff wunderbaren Details wie den geilen Peitschenhieben in Song 2 gewichen. Keine Richtung ist eben manchmal doch eine Richtung.
Markus Wiludda

»Alles nur geklaut« möchte man den Hunderettern zurufen. Ich halte das Ganze für eine mittelprächtige Sammlung aus Versatzstücken und Plagiaten. Zum einmaligen Gebrauch reicht's. Nicht besonders gut - nicht besonders schlecht - schon vergessen.
Harald Kepler

Fiel da eben das Wörtchen »muffig«? Ist vielleicht hart ausgedrückt, aber die ganze Platte klingt ein wenig schlecht durchlüftet. Kein echter Bringer ist dabei, kein Song ist wirklich zwingend. Harmlos, lieb und angepasst ist ihre Musik. Und dafür schlüpft der Rocker nicht in seine Stiefel.
Frank Keil

Besser gut geklaut als schlecht komponiert, meine ich. Klar erfinden diese Finnen nicht das Rad neu, aber ihre Musik hat magische Momente, Esprit und Witz. Und sie überraschen immer wieder mit einem Richtungswechsel. Wer Rock hören will, muss eh woanders suchen.
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.husky-rescue.com

   

Ship Of Light
(2010, Catskills/Rough Trade RIDCD021)

Ein wehender Chiffonschal, lässig geschwungen um den zarten Hals einer klassisch-frechen Schönheit, im Fahrtwind flatternd, auf dem Weg über Hinterlandstraßen ins Nirgendwo: So leicht und latent geheimnisvoll klingen die Songs auf »SHIP OF LIGHT«, dem dritten Longplayer des Quintetts aus Helsinki. Das lange Warten hat sich gelohnt: Husky Rescue halten die Jonglierbälle mit einer Mischung aus Lo-fi-Countrypop, glitzernden Electronics und tanzbaren Clubsounds gekonnt in der Luft, aber lassen das Unheimliche sanft in die Songs kriechen. Wie Nebel, der aus dem Nichts steigt und plötzlich alles einhüllt. Elektronische Geisterbahnfahrt, unerhörte Geräusche, die wir fern aus Nachtgespinstern kennen, kurz bevor sie in Alpträume kippen. Die kühl-warme Stimme von Sängerin Reeta-Leena Korhola ist vielleicht die einzige Sicherheit, die hier bleibt.

Irgendwann ergeben wir uns und lassen uns auf schönste Abwege führen, auch wenn das Herz mitunter angstvoll pocht. Husky Rescue nehmen uns an die Hand und führen uns mit Songs wie »We Shall Burn Bright« auf die Tanzfläche und lassen uns vom schwankendem Boden aus abheben, ins Blaue, ins Graue, hinter dem Horizont. Gemeinsam mit ihnen pfeifen wir im Dunkeln. (emv)

   

Ghost Is Not Real
(2007, Catskills RIDCD-15)

Geister sind überall. Im Mittelalter sogar allgegenwärtig. Immer dann, wenn etwas für den Menschenverstand unerklärlich schien, fühlte man sich unter dem Einfluss von Geister und Dämonen. Je nach Erklärungsnotstand waren die übersinnlichen Mächte positiv oder eben negativ gestimmt. Das letzte Husky Rescue-Album war eine durchaus freudige Erscheinung; »GHOST IS NOT REAL« bestätigt hingegen die These, dass Gut und Böse manchmal näher zusammen liegen, als man so denkt.

Marko Nybergs Combo verschiebt den Fokus neuerdings auf eher ätherische Klänge, die ihm als Sound-Designer natürlich nicht fremd sind. Nur wohnen den außerordentlich behutsam produzierten Songs kaum Überraschungsmomente inne. Vielmehr gerät alles zu einer kontemplativen Tapete, die nur selten Aufhorchen lässt. (maw)



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