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Alle Rezensionen zu Hanne Boel
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

The Shining Of Things
(2011, Edel 0206611CTT)

Schon die ersten Takte des wunderbaren »Yesterday’s Rain« fesseln, diese Qualität hält »THE SHINING OF THINGS« auch bis zum Schluss. Mit ihrer warmen, dunklen Stimme macht Hanne Boel elf Songs aus verschiedenen Genres zu ihren eigenen, z.B. Leonard Cohens »A Thousand Kisses Deep«, das Titelstück von David Sylvian oder Bobby Gentrys »Ode To Billy Joe«.

Mit dem schwedischen Ausnahmepianisten Jacob Karlzon verbindet sie eine längere Zusammenarbeit, vor allem im Duo. Hier sind seine regulären Trio-Mitglieder Hans Andersson (b) und Jonas Holgersson (dr) kongeniale Partner, die mit Können und Geschmack den Songs ein elegant-jazziges Gewand geben. Jobims »How Insensitive« erklingt bei Boel nicht als Bossa, sondern als nackte Ballade. Ebenso phantastisch ist »Angel Of The Morning« als ergreifendes Duo mit Karlzon. Der absolute Höhepunkt ist Willie Nelsons »Funny How Time Slips Away« mit dem italienischen Crooner Mario Biondi – die beiden Stimmen passen traumhaft zusammen. (tjk)



Siehe auch:
Jacob Karlzon
Paul Banks

Hanne Boel: The Shining Of Things

Offizielle Website

Offizielle Website      www.hanneboel.dk

   

Unplugged 2017
(2018, Stunt/New Arts International SU-9093-2)

Ihre letzte CD, das geschätzte Cover-Album »THE SHINING OF THINGS«, erschein vor sieben Jahren; zwischenzeitlich war die unlängst sechzig Jahre alte gewordene Sängerin Professorin und Prorektorin an der Musikhochschule in Dänemarks Hauptstadt. Halb aus diesem Anlass, halb vermutlich anlässlich ihres runden Geburtstags entdeckte Hanne Boel ihre Liebe zum Singen neu, wie sie sagt, und präsentierte mit »ihren« akustischen Gitarristen Jacob Funck und Jens Runge, ergänzt um Keyboarder Anders Bach und Perkussionist Jacob Andersen, ein reines »Unplugged«- Programm von Hits und Covers.

Die streckenweise von einem Streichquartett unterstützten Auftritte in Ålborg und Kopenhagen bilden die Grundlage für diese charmante Auswahl von neun Songs. Dabei vermittelt sich die Konzertatmosphäre mit Boels leidenschaftlicher Darbietung und ihren sparsam arrangierten Liedern eindringlich und heartfelt auch auf CD. Die Streicher sind zwar meist nur subtil zu vernehmen, doch gerade so vermeidet das gesamte Programm jeden Schmalz und Schlagerverdacht. Man muss beileibe kein Fan oder Kenner ihrer zwanzig Alben sein, um dieser sehr gelungenen Performance berührt zu folgen. (ijb)

   

I Think It's Going To Rain
(2010, Stunt STUCD 10102)

Randy Newmans »I Think It’s Going To Rain Today« zählt sicher zu den am häufigsten gecoverten Songs; erst vor kurzem machte etwa wieder Peter Gabriel mit einer sehr ansprechenden Version auf sich aufmerksam. Die Einsamkeit und Tragik der erzählenden Figur musikalisch auszukleiden ist ein reizvolles, aber kein allzu leichtes Unterfangen. Das spürt man auch bei Hanne Boel. Die seit mehr als 20 Jahren aktive Jazz- und Soulsängerin hat sich für ihr Cover-Album mit dem dänischen Weltklasse-Pianisten Carsten Diehl und drei Streichern ins Osloer Rainbow Studio zurückgezogen und 11 stille, nachdenkliche Fassungen eingesungen.

So treffen wir etwa auf »On Saturday Afternoons in 1963« von Rickie Lee Jones, Lyle Lovetts herrlich sentimentales »Moon On My Shoulder« oder Steely Dans swingendes »Showbizz People«. Hanne Boels Neudeutungen wirken routiniert und gut ausgeführt, übertreffen die Original aber in keinem Fall. Besonders deutlich wird dies bei einem Song wie »Into My Arms«, der im Original durch Nick Caves einzigartige Stimme hell strahlend erblüht, hier jedoch etwas müde dahin kümmert. (peb)

   

Misty Paradise
(1994, EMI 830474.2)

Diese ausdrucksstarke, voluminöse, Stimme, ein entschiedener Alt, könnte aus einem verrauchten Jazzclub in Chicago oder einer hippen Soul-Lounge in New York kommen. Tut sie aber nicht. Die Songs von »MISTY PARADISE«, Hanne Boels fünftem Album, sind in Kopenhagen entstanden. Dem US-Mainstream-Soul erweist die Dänin voller Respekt ihre Referenz. Anklänge an Tina Turners ruhigere Stücke sind nicht zu überhören. Das klingt gefällig und ist professionell gemacht: Das Saxofon darf röhren, die Gitarre auch mal ein Hardrock-Solo spielen, die Background-Girls sich stimmlich in den Hüften wiegen und der unvermeidliche Gospelchor seinen Kurzauftritt haben.

Hanne Boel hat sich den Vorbildern so sehr angenähert, dass sie ohne Probleme auch in Chicago bestehen könnte. Sanft und sehnsuchtsvoll, aber auch mit Druck, Energie und Tiefe. Nur Bob Dylan hätte sie bleiben lassen sollen: »A Hard Rain's A Gonna Fall« haben wir in der Interpretation von Joan Baez (und anderen) schon überzeugender gehört. (emv)

   

Dark Passion
(1990, Metronome 847039-2)

»Tina Tina Tina Tina Tinaaa« gröhlte, flehte einst Eric Burdon als Sänger von War, und aus jedem Song dieser Hanne Boel-Scheibe klingt Tina Turner! Die Dänin hat auch eine große Stimme, aber hier schmiegt sie sich an die große weite Welt des Mainstream so an, dass sie selber darin zur Unkenntlichkeit zerschmurgelt.

Perfekt produziert klingt es freilich, kein Wunder bei Sidemen wie Jim Keltner, Bob Glaub, Paulinho da Costa und Palle Mikkelborg. Aber insgesamt kommen bei allem Bemühen doch nur zweitklassige Coverversionen heraus. Nix mit dunkler Leidenschaft. (tjk)



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