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Alle Rezensionen zu Minor Majority
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Up For You And I
(2005, Strange Ways/Indigo 5651-2)

Angesichts der Flut an Neuveröffentlichungen passiert es sehr selten, dass ein Musikjournalist beim raschen Durchhören der Post stockt und eine CD länger im Player lässt. Doch Minor Majority war Liebe aufs erste Hören. Midnight Choir mögen so geklungen haben, wenn sie nicht bodenlos in Schwermut versunken sind; Leonard Cohen sang so während kreativer Höhenflüge. Dann wieder kam scheinbar Mark Knopfler für einen Gitarrenpart vorbei, mit aller Zeit der Welt im Gepäck.

Eine einsame Geige, eine schluchzende Mundharmonika, ein gemütlich pluckerndes Banjo – alles dabei, um die Füße im Himmel baumeln zu lassen und in den Tag zu träumen. Kein Wunder: Minor Majority nahmen ihr drittes Album während des Rekordsommers 2003 in einer Hütte nahe der schwedischen Grenze auf. Was soll man auch anderes tun in schwülen Nächten, als mit einer Flasche Bier auf der Veranda sitzen und diesem tiefen See darunter sein Herz zu öffnen? (peb)



Siehe auch:
Midnight Choir

 Minor Majority: Up For You And I

Offizielle Website

Die CD »Up For You And I« war »CD des Monats« im Monat 3 / 2005.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

MM gehört. Einmal, zweimal, dreimal, viermal. Feine Sache das. Wäre auch gern wieder jung. Hätte auch gern so eine Gitarre, eine traurige Stimme, nachdenkliche Freunde und ein unaufgeräumtes Ferienhaus. Werde aber nicht wieder jung. Macht nichts – es gibt ja MM – das musikalische Antidepressiva, der Jungbrunnen. MM – schmilzt in den Ohren, nicht in der Hand.
Frank Keil

Songwriterbefindlichkeiten, die Zehntausendste. Ein Mann sitzt in der Ecke und klampft traurige Lieder. Lagerfeuer-Romantik, die hier trotz berührenden Momenten und Fingerspitzengefühl nicht auf Albumlänge trägt. Und was Komplexität der Arrangements oder die stimmlichen Eigenart angeht – da gab es schon bedeutend Anregenderes.
Markus Wiludda

Klingt wie echter Seelenbalsam! Stimmt Frank: feine Sache, das! Als Pflaster bei Liebeskummer wäre das Album auch prima. Nur: Nach dem fünften Durchlauf wird es mir dann doch zu viel, und ich wünsche mir etwas Knackig-Schnelles zum zeitweiligen Rausklettern aus dem Gefühls-Wigwam. Aber viermal Hören ist ja auch schon nicht schlecht ...
Petra von Schenck

Schön! Vor allem in den blauen Stunden zwischen Wachsein und Schlafen ist das wirklich toll. Und sollten mal Chris Ekman, Carla Torgeson (beide Walkabouts) und Al Stewart bei mir reinschneien, leg' ich die CD auf und zünde ein Lagerfeuer an, im Wohnzimmer. Falls wir nicht vorher einschlafen.
Tim Jonathan Kleinecke

Offizielle Website      www.minormajority.no

   

Either Way I Think You Know
(2010, Strange Ways/Indigo Way 295)

Was sie nicht mehr wollen, wissen die Norweger nach leidvollen Erfahrungen mit schwierigen Damenbekanntschaften genau. Wie man mit von der Liebe geschlagenen Blessuren weiterlebt, das ist für Minor Majority auch in ihrer fünften Veröffentlichung »EITHER WAY I THINK YOU KNOW« ein Rätsel. Antworten sind am ehesten in den dunkelsten Stunden der Nacht zu finden, wenn alle Lichter langsam erlöschen. Die Musiker halten Kurs: pflegen ihren sanften, geradezu altmodischen Folkpop, leiden still, ohne schrille Töne. Ergeben und ehrlich. Die Streicher und die Farfisa-Orgel schluchzen verhalten dazu.

Mäkelnd lässt sich einwenden, dass Minor Majority seit Jahren nicht einen Zentimeter vom einmal eingeschlagenen Weg abgewichen sind. An ihrem Erfolgsrezept der gefühlvollen Nachtballade festhalten, geprägt von der rauhen Schmeichelstimme von Pål Angelskår und einem Windhauch rauchiger Präriemelancholie. Konsensmusik fürs Mitternachtsradio also? Ja, aber auf hohem Niveau. Und mit dem letzten Song »Dorian Leaving The Table In Rage« kriegen sie uns doch noch. Der desillusionierte Abgesang auf eine übel in die Brüche gegangene Beziehung. »And I swear to god, you are no good«. Das geht mitten ins Herz. (emv)

   

Candy Store
(2 CDs, 2007, Strange Ways/Indigo 90602-2)

Im Laufe von sechs Jahren haben es die Norweger mit vier Alben recht weit gebracht. Besonders in ihrer Heimat liebt man den Kuschel-Pop der sanften Burschen, aber auch im nasskalten deutschen Winter gibt ihre Musik einen guten Begleiter ab. Für alle, die noch nichts von den nordischen Melancholikern im Regal stehen haben, empfiehlt sich die erste CD dieses Doppelpacks: 16 Songs aus dem bisherigen Alben hat die Band selbst zusammen gestellt, wobei freilich auch die Hits »Electrolove«, »Supergirl« oder »(Think I'm) Up For You And I« nicht fehlen.

Doch auch Jäger und Sammler kann der mit süßem Naschwerk prall gefüllte »CANDY STORE« ködern. Und zwar mit den elf Songs der zweiten CD. Die Single-B-Seite »Henry's Fuck Up« sowie das nur auf limitiertem Vinyl erschienene »The Things You Say« könnten möglicherweise noch bekannt sein, aber die restlichen acht Nummern sind Outtakes, neu arrangierte Stücke sowie drei völlig neue Songs. Macht Spaß, dieser Doppeldecker. (peb)

   

Reasons To Hang Around
(2006, Strange Ways/Indigo 6928-2)

Gründe, um rumzuhängen und einfach mal nichts zu tun, brauchen die norwegischen Melancholiker nicht. Sie tun es einfach, und das so charmant, dass man es ihnen sofort gleichtun will und dieses Album in ihrer Heimat direkt von Null auf Platz zwei zog. Langsame Tempi, eine weiche Stimme, der man stundenlang zuhören mag, dazu das übliche akustische Arsenal wie Slide-Gitarre, Schellenkranz, Banjo und Mundharmonika – Romantiker, was wollt Ihr mehr?

Während anderswo der Versuchung zum Kitsch da meist nicht widerstanden wird, halten Minor Majority gottlob den Ball flach. Warum auch zuviel anstrengen? Man will ja schließlich rumhängen und über die klassischen Themen singen wie »Come Back To Me«, »What Do You Do To Me« oder »Don't Say You Love Me«. Wenn die Stimmung stimmt, dann ist das eine Platte für die halbe Ewigkeit. Wer zum Teufel war nochmal Leonard Cohen? (peb)

   

If I Told You, You Were Beautiful & Walking Home From Nicole's
(2 CDs, 2005, Strange Ways/Indigo 6389-2)

Im Internetzeitalter eine CD mongolischer Höömij-Musik zu bestellen, erfordert nur wenige Klicks. Denn per Importfracht landet meist schon nach wenigen Wochen das gewünschte Klangfabrikat im Player. Das ist zwar aufwändig und teuer, versprüht aber den Charakter des Exklusiven.

Bisher waren auch die beiden ersten Alben von Minor Majority nur über Umwege zu beziehen. Nun aber veröffentlicht das Label Strange Ways diese Platten erstmalig offiziell in Deutschland und bringt diese in eine wundersame Einheit: als Doppel CD mit originaler Trackliste. Die Entwicklung der Band ist dabei jederzeit nachvollziehbar. Von den verspielten, orientierungssuchenden Experimenten des Debüts bis zum ausgefeilten Songwriting auf dem Nachfolger – hier ist all die Intensität, Feinfühligkeit und Größe versammelt. (maw)

   

If I Told You, You Were Beautiful
(2002, Big Dipper Records BDR014)

Spartanisch und einzig auf akustischem Instrumentarium vorgetragen kommt 2002 der Zweitling daher. Es regieren Melancholie und Romantik, die sich wie nach dem Genuss einiger Gläser Rotwein langsam der eigenen Sinne bemächtigen. Es schmeckt nach Herbstlaub und Lebens-Geschichten, die nicht immer gut ausgehen. Aber auch nach zaghaftem Optimismus. Eben Musik zum einsam und allein Drin-Eintauchen und von jedem einzelnen Song verständnisvoll Aufgefangen-Werden.

Pål Angelskårs Zwiegesang mit Jo Fields auf »Dancing In The Backyard«, das Titelstück und »Sunburnt Noon« zählen dabei zu den ergreifendsten Momenten, einer gesetzten, aber keineswegs drögen Americana- und Singer-Songwriterplatte, die nicht zu Unrecht für den Spellemannsprisen nominiert wurde. (maw)

   

Walking Home From Nicole's
(2001, Big Dipper Records BDR012)

Ein Bett nächtlicher Stille ist Grundnahrung des Duos: Da können sich ihre kleinen Folk-Ditties erst recht entfalten. In Ernsthaftigkeit und Gelassenheit gleichermaßen verhaftet, tüncht die stoisch-dunkle Stimme die gezupften Gitarrenläufe in unaufdringliche Melancholie.

Nach und nach gesellen sich weitere Musiker dazu, die mit ihren Geigenbögen, programmierten Drum-Sounds und runden Pianoläufen ideenreiche Kontrastpunkte setzen. Beim »Singalongsong« werden sogar Verzerrer und Schlagwerk aufgedreht, bis letztlich die Ruhe wieder den Raum füllt. Ein souveränes und sehr abwechslungsreiches Debüt, welches wohlige Schauer verbreitet. (maw)



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