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Alle Rezensionen zu Wojciech
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Sointula
(2007, m-dulor Mod-009)

Der Traum vom gerechten, glücklichen Leben. Sointula hieß die Siedlung, die finnische Visionäre 1901 auf einer abgelegenen Insel an der Westküste Kanadas gründeten. Die Utopie einer Gemeinschaft ohne Privateigentum dieser frühen Hippiekommune scheiterte nach wenigen Jahren. »SOINTULA«, der »Ort der Harmonie« heißt auch die vierte Veröffentlichung der Sternenfänger aus Turku, auf der Jari Oisalo, Sänger und Seele von Wojciech, den Traum tastend weiterträumt. Die Klangfarbe dieser Platte ist blau und die beste Zeit zum Hören ist eine sich lang hinziehende Dämmerung. Das Sextett kehrt auf die verwachsenen Pfade des märchenhaft-experimentellen Pop zurück, die wohl auch den Utopisten von Sointula gefallen hätten. Und den isländischen Brüdern im Geiste, Sigur Rós.

Die Sechs mit dem unaussprechlichen polnischen Bandnamen entwerfen eine Gegenwelt. Eine sanfte, verspielte, kindliche und naive Sicht der Dinge, geprägt von Klanggeräuschen, die durch unsere Wachträume geistern könnten. Hier eine Melodika, dort dieses entfernt einsetzende Klavier, das nichts anderes will, als unsere Herzen mit Schönheit und Sanftheit weiter zu machen. Jari Oisalo singt in poetischen Bruchstücken von Winterabenden und Stimmungsfetzen. Das ist nichts für hastige Hörer, sondern nur etwas für solche, die begriffen haben, dass Träumen nichts mit Weltfremdheit zu tun hat, sondern mit Mut, Eígensinn und Stärke. »SOINTULA« löst das Versprechen von Sointula endlich ein: Mit dieser Musik kann man glücklich werden. (emv)



Siehe auch:
Sigur Rós
Ultramariini

 Wojciech: Sointula

Offizielle Website

Die CD »Sointula« war »CD des Monats« im Monat 5 / 2007.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Schöne Sommerabend-Musik aus Finnland - klingt tatsächlich nach der isländischen Referenzgröße Sigur Rós, wenn auch längst nicht so abgehoben elfisch. Verstehen kann man genauso wenig, aber hier wie da macht's überhaupt nichts, wenn die Musik stimmt. Und das tut sie.
Sebastian Pantel

31. April, 23.17. Ich bereite die CD des Monats vor, die in einer dreiviertel Stunde online gehen wird. Der Vollmond strahlt von einem wolkenlosen und beinahe hyperrealen Nachthimmel, während »Sointula« traumverloren aus den Boxen wummert. Danke, Wojciech, für diese Musik.
Peter Bickel

Strafe muss sein: Weil Wojciech so wenig von sich preisgeben, begnüge ich mich auch mit drei Worten zu ihrer neuen CD: schön, schön, schön.
Tim Jonathan Kleinecke

Bei Stück Nummer 7 (»Verhot«) bekäme sie glänzende Augen, schrieb Eva-Maria. Verstehe ich: schöne Synthie-Sounds, Eunuchen-Chöre, Bratzel-Gitarren und Kantele-Zupfen – die perfekten Zutaten, um unter dem Kopfhörer den Wolken beim Vorbeifliegen zuzukucken.
Leif Haugjord

Offizielle Website      www.wojciech.info

   

Monstrolento
(2009, m-dulor MDD012)

Der Niedergang der Musikindustrie hat seine guten Seiten. Um Geld, Ruhm oder Berühmtheit ist es den sanften Sternenfängern aus Turku nie gegangen. Alle paar Jahre schwebt ein Wojciech-Album aus den Wolken weit oben herab und verzaubert uns auf Erden mit allerliebevollst gewirkten Popharmonien. Die so ganz für sich selber stehen und niemals bewusst scheinen wollen und es damit um so mehr tun. Die Band, die rund um Mastermind Jari Oisalo seit nun schon fast zehn Jahren in wechselnden Besetzungen auftritt, macht Musik um der reinen Freude willen. Und genau das hört man »MONSTROLENTO« auch an, der fünften Wojciech-Veröffentlichung

Verspielter, synthielastiger geht es hier zu. Der sanfte, schwebende Ernst des Vorgängers »SOINTULA« ist einer verhaltenen Fröhlichkeit und einem zögerlichen Schritt in Richtung Zugänglichkeit gewichen. Wojciech scheinen auf Erden ankommen zu wollen. Und mit dem herzergreifenden Pianopop-Glanzstückchen »Pakkasöinä« lassen sie die Sterne auch hier unten ganz hell scheinen. (emv)

   

Ampiainen Ompeli
(2005, Plastic Passion PVC 048)

Es gibt so viele Wege. Und wir stehen an einer Kreuzung und wissen nicht recht, wohin die Reise gehen soll. Seltsam unentschieden wirkt es, das dritte Album der Pop-Träumer aus Turku. Ein bisschen in Richtung Mainstream-Pop vorgewagt, weg vom Experimentellen, dann drei Schritte zurück und die Sache mit der symphonischen Filmmusik ausgetestet. Die sanfte Stimme Janne Kiviniemis kann nicht verhindern, dass auf »AMPIAINEN OMPELI« (die genähte Wespe!) die Grenze zum Säusel-Kitsch gestreift wird.

Was hoffen lässt: kleine Meisterstückchen zwischendurch, die das Potenzial der Band bestätigen. Die ihre Identitätsfindungs-Phase hoffentlich bald hinter sich lässt und sich auf das besinnt, was sie wirklich kann: traumverlorene, eigenwillige Songs schreiben, die ihr keiner nachmacht. (emv)

   

Ystävät, Toverit
(2004, Plastic Passion PVC 032)

Songs, so sanft wie dicht fallender Schnee. Jede hektische Bewegung kommt zum Stillstand. Naiv, träumerisch, aber nicht kitschig. Ein Kind trällert, der Regen rauscht. Und dann setzen die ruhige Gitarre und die eigenwillige Melodica ein als perfekter Hintergrund für die helle, zurückhaltende Stimme von Jari Oisalo. Man fühlt sich in Kindertage zurückversetzt, als die Welt noch in Ordnung war und sechs Wochen Sommerferien eine Ewigkeit darstellten.

Wojciech sind ein Quartett aus Turku. Sie singen auf »YSTÄVAT, TOVERIT« (Freunde, Gefährten) nur finnisch. Zunächst gewöhnungsbedürftig, aber der nachhaltige Eindruck kommt spätestens nach dem vierten Hören. Worum geht es? »Zauberhafte Geschichten. Träume, Märchen, Geisterschiffe, Küsse, Eis, Wolken und Regenbogen«, sagt Vesa, der Übersetzer. Dem ist nichts hinzuzufügen. Einfach hinsetzen, aus dem Fenster schauen und träumen. (emv)

   

Tähtiöitä
(2004, Plastic Passion PVC 038)

Traumtänzer. Sternenfänger. Wojciech müssen irgendwie vom Himmel gefallen sein, denn ihre Musik ist nicht ganz von dieser Welt. Der Zweitling »TÄHTIÖITÄ« (Sternennächte) fällt noch experimenteller aus als »YSTÄVAT, TOVERIT«: Glockenspiele tönen, Schiffsglocken bimmeln. Fast schüchtern erkunden die von zurückhaltenden Keyboards und der introvertierten Stimme Jari Oisalos geprägten Songs Themen wie Herbstträume, Zeppeline oder die Tankstelle zwischen den Sternen.

Falls das jetzt so klingt, als lebten Wojciech hinterm Mond im Nimmerland, täuscht dieser Eindruck. Die junge Band experimentiert mit Soundeffekten und allen möglichen und unmöglichen Geräuschen. Und schafft damit etwas sehr, sehr Eigenes und eigenwillig Märchenhaftes. Sigur Rós sind nicht so weit entfernt als Verwandte im Geiste, bloss ist Turku derzeit nicht so angesagt wie Reykjavik. Schade eigentlich. (emv)



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