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Alle Rezensionen zu Terje Rypdal
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

 

Lux Aeterna
(2002, ECM/Universal 017.070-2)

Lang dauert es diesmal, beinahe 16 Minuten, bis Rypdal seine hymnischen Gitarrenschreie gen Himmel aufsteigen lässt. Er hält sich hörbar im Hintergrund, denn »LUX AETERNA« hat er im Rahmen des Molde Jazz Festivals speziell für die neue Kirchenorgel in Molde komponiert.

Beeinflusst von György Ligetis »Lux Aeterna« schuf Rypdal eine respektvolle Ode an die mächtige Molde-Orgel, eine virtuos mit Licht und Schatten spielende Auftragsarbeit in fünf Sätzen. Umringt vom Bergen Chamber Ensemble besetzt Rypdal seine Gitarre, Palle Mikkelborgs Trompete und natürlich Iver Kleives Orgelspiel als furiose Solisten in diesem Genre-sprengenden Triple-Konzert. (peb)



Siehe auch:
Palle Mikkelborg
Iver Kleive
Iver Kleive & Knut Reiersrud

Terje Rypdal: Lux Aeterna

 

Terje Rypdal: Double Concerto, 5th Symphony
(2000, ECM/Universal ECM1567)

Von Zeit zu Zeit überkommt es den norwegischen Gitarristen. Dann will er zeigen, dass er nicht nur ein stilbildender Jazz-Instrumentalist ist, sondern auch als klassischer Komponist – beeinflusst von Mahler, Grieg, Debussy, Ligeti und Stockhausen – in die Annalen eingehen wird. Doch ob das gelingen wird? Seine fünfte Sinfonie nämlich kommt arg steif und unbeholfen daher, obwohl er die Gitarre als Solo-Instrument einsetzt und seinen flächigen, mit flirrenden Ausbrüchen versetzten Kompositionsstil auf das Klassik-Genre zu übertragen versucht.

Etwas gelungener und visionärer dagegen das »Double Concerto«: Im Team mit Ronni Le Tekro, dem Schwerstrock-Gitarristen von TNT, lässt Rypdal gewittrige Klangwände anrollen, dann aber auch wieder schmachtende Orchester-Klänge im Hollywood-Stil. Das Aufeinandertreffen von Tekros Maschinengewehrtechnik und Rypdals vulkanischen Ausbrüchen macht neugierig, findet jedoch nicht immer zu einer musikalisch sinnvollen Synthese. Quo vadis, Terje? (lha)



Siehe auch:
Popofoni

Terje Rypdal: Terje Rypdal: Double Concerto, 5th Symphony

 

Terje Rypdal: Melodic Warrior
(2013, ECM/Universal ECM 2006)

Bei ECM bliebt so manches auf der »langen Bank« liegen, bis es - in Form einer CD - das Licht der allgemeinen Öffentlichkeit erreicht. Die Einspielung des 45-minütigen Titelstücks in neun Sätzen, Opus 79, das vom Hilliard Ensemble in Auftrag gegeben wurde, fand bereits 2003 im Brucknerhaus in Linz statt. Wie überhaupt die Würdigung des Komponisten Terje Rypdal gegenüber der Anerkennung als Jazzgitarrist noch immer signifikant zurücksteht, obgleich diese Karriere ebenfalls bis in die 1960er Jahre zurückreicht. Das zweite auf dieser CD vertretene Werk, »And The Sky Was Coloured With Waterfalls And Angels«, 2009 beim Jazztopad Festival in Wrocław (Breslau) mitgeschnitten, trägt gar die Opuszahl 97, und bedenkt man, dass im selben Jahr bereits seine rund 90-minütige 7. Sinfonie mit der Opuszahl 100 entstand, kann man vage erahnen, was für ein reicher Schatz fünfzig Jahren unermüdlichen Schaffens uns bislang verborgen bleibt.

Rypdal hat nie verhehlt, dass er als Komponist maßgebliche Impulse von Ligeti und Penderecki bekam, und dies lässt sich auch hier, besonders im halbstündigen »And The Sky...« nicht übersehen. Es hätte vielleicht nicht sonders erwähnt werden müssen, dass das Werk vom Feuerwerkfestival in Cannes inspiriert wurde; auf diese Hintergrundbanalität würde man zum Genuss dieses expressiven, farbenprächtigen Konzerts für E-Gitarre und Orchester liebend gerne verzichten.

Doch kaum weniger großspurig (im positiv souveränen Sinne!) greift Rypdal in seinem »Tone Poem« »Melodic Warrior« fürs Hilliard Ensemble ins archaisch Volle, mit sicherer Hand kontrastiert von Dennis Russell Davies' Dirigat des Bruckner Orchester Linz, wenn er die Sänger lyrische Texte amerikanischer Ureinwohner interpretieren lässt. In faszinierend ungehörter Weise entstehen klanglich vielschichtige Kommunikationswechsel zwischen Rypdals typischer schwelgerischer Sologitarre hier, dem gewohnt exzellenten und noch montagehaft eindringlicheren Gesang der Hilliards dort und den überaus wendigen Orchestertexturen an dritter Stelle. Ligeti und Penderecki dürfen stolz auf ihren ehrgeizigen Schüler sein. (ijb)



Siehe auch:
Jan Garbarek & Hilliard Ensemble
Terje Rypdals Jazz-CDs

Terje Rypdal: Terje Rypdal: Melodic Warrior



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