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Lange Rezensionen 1 - 10 von 843 im Genre »Jazz« (insgesamt 1336)

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1982: Pintura
(2010, Hubro /Grappa HUBRO CD2510 ) - Norwegen

Schon die Besetzung klingt ebenso skurril wie zauberhaft: Hardanger-Fiedel, Harmonium, Schlagzeug. Kommen dann noch die Namen hinzu (Nils Økland, Sigbjørn Apeland, Øyvind Skarbø) hat man eine Ahnung, was einen erwarten könnte. Das Album jedoch übertrifft diese Erwartungen nochmals.

"Improvisierte Kammermusik" nennen die drei ihre Musik, die hier unter ihrem Trio-Namen 1982 auftreten. Man könnte auch "Spontan-Folk" oder "Ambient-Jazz" dazu sagen, wirklich treffen können all diese Namen nicht. Der Sound ist tatsächlich unvergleichlich: Der ebenso zarte wie manchmal rachitisch röchelnde Sound des Harmoniums. Die ebenso vollen wie manchmal erschrocken zitternden Melodielinien der Fiedel. Raschelnde Drums, die manchmal wie Alltags-(Stör)geräusche von nebenan oder draußen vor dem Fenster klingen. Alles drei verbindet sich zu träumerischen, tastenden Improvisationen, die ebenso schnell in sich zusammenfallen wie zu plötzlicher Schönheit erblühen können.

Die Sensibilität, die diese zerbrechliche Musik von den Instrumentalisten verlangt, ist enorm. Gleichzeitig klingen die acht Tracks so ungeheuer sicher und ausgefeilt, als habe ein Komponist die Musik bis ins allerletzte zarte Detail ausformuliert. Eine wundervolle CD im Sinn des Wortes - voller kleiner Wunder. (sep)



Mehr CDs von 1982



Siehe auch:
Nils Økland
Sigbjørn Apeland

Berit Opheim Versto

Nils Økland & Sigbjørn Apeland


 1982: Pintura

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Michael Aadal & Group: Abigail
(2013, Losen Records LOS 122-2 ) - Norwegen

Michael Aadal formierte seine Group 2008, »ABIGAIL« ist die zweite CD der Band. Der Gitarrist aus dem norwegischen Kristiansand hat klare Vorstellungen vom Klang seiner Musik: viel Luft weht durch die Kompositionen, die Inspiration durch die Natur wird immer deutlich. Stilistisch lässt sich Aadal nicht einschränken, die Musik steht Rock und Country bzw. Americana mindestens so nahe wie dem Jazz.

Vor allem die Kombination von Aadals Gitarre mit der Pedal Steel Guitar von Anders Hofstad Sørås ist ebenso ungewöhnlich im jazzigen Kontext wie reizvoll. Dazu kommt André Kassens Saxophon und die Rhythmusgruppe aus Ole-Bjørn Talstad (p), Audun Ramo (b) und Gunnar Sæter (dr). Das Titelstück setzt gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen, aber gerade die eher hymnischen Stücke wie »The Way Home« gefallen. Zum Schluss gibt es noch eine zweite Version von »Abigail« mit Gastsänger Stein Roger Sordal – diese ist fast noch besser als die erste. In jedem Fall besetzt Michael Aadal eine Nische, nennen wir es mal norwegischen Country Jazz. (tjk)



Mehr CDs von Michael Aadal & Group

Michael Aadal: Abigail

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Steinar Aadnekvam: Freedoms Tree
(2015, Losen Records /New Arts International LOS 137-2 ) - Grenzgänger

Das Leben ist schön, die Musik ist leicht – in Brasilien und Norwegen unerreicht! So könnte man Steinar Aadnekvams Ansatz überschreiben. Mit nylonbespannter Akustikgitarre ist er auf der Spur von Larry Coryell und vor allem Al DiMeola – sprich: den Helden des Jazz Rock der 70er Jahre.

Spielen kann er, fast so flink wie Al D., kompetente Begleiter aus aller Herren Länder hat er auch an Piano, Bass, Schlagzeug, Flöte, Vibraphon nebst Geige und Cello. Dazu singt Gustav Orphée Noah aus Frankreich, alle zusammen schaffen ein fröhliches World Music Acoustic Jazz Album mit flinken Läufen, sanften Rhythmen und wenig Tiefgang. Das nämlich ist der Haken an dieser sauber produzierten Aufnahme: Die Stücke plätschern nur so dahin, ohne zu fesseln. Das hilft ungemein beim Aufräumen von Wohnung oder Computer, regt aber kaum zum konzentrierten Zuhören an. Nicht mal bei schnelleren Tempi oder den angesprochenen flinken Soli will sich erhöhte Aufmerksamkeit einstellen. Schade – denn Aadnekvam ist ein verdammt guter Gitarrist. Nur sollte ihm mal jemand beibringen, wie man herausragende instrumentelle Fertigkeiten und gutes kompositorisches Geschick in spannende und packende Arrangements verpackt. (tjk)



Mehr CDs von Steinar Aadnekvam



Siehe auch:
Nils Berg Cinemascope

Steinar Aadnekvam: Freedoms Tree

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Frøy Aagre: Cycle Of Silence
(2009, ACT /Contraire 9491-2 ) - Norwegen

Lyrisch und verträumt schlängelt sich das Sopran der norwegischen Saxophonistin, auf ihr Tenor verzichtet sie hier ganz. Ihren Ton kann man durchaus eigen nennen, ganz sicher ist sie kein Epigone eines bekannten norwegischen Saxophon-Weltstars. Eine feine Band hat sie beisammen, die sehr organisch und eingespielt klingt. Freddy Wike (dr) und Audun Ellingsen (b) begleiten konzentriert und aufmerksam, »Words On An Envelope« ist hierfür ein Paradebeispiel. Besonders Ellingsen überzeugt auch solistisch.

Wichtigster Mann in der Band ist jedoch Andreas Ulvo, mittlerweile einer der führenden Pianisten Norwegens – er ist der Klangarchitekt, wenn Frøy Aagre schweigt. Wenn sie spielt, spielt sie unaufgeregt und präsent, manchmal verspielt, meistens kontrolliert, wirkt hier und da etwas entrückt und fängt sich dann wieder – große emotionale Eruptionen entladen sich nicht. Kompositorisch hat Frøy Aagre auch einen persönlichen Stil: mit Köpfchen, aber nicht verkopft, melancholisch, aber nicht sentimental. (tjk)

Frøy Aagre: Cycle Of Silence

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Juhani Aaltonen & Heikki Sarmanto: Conversations
( 2 CDs, 2011, Tum Records TUMCD 024-2 ) - Finnland

Zwei Großmeister des finnischen Jazz: Der Tenorsaxophonist Juhani Aaltonen und der Pianist Heikki Sarmanto kennen sich seit fünf Jahrzehnten, haben immer wieder zusammen gearbeitet und aufgenommen, waren in den Bands des jeweils anderen Stammspieler. Inzwischen, bzw. zum Zeitpunkt der Aufnahme, ist Aaltonen 74 und Sarmanto 70 Jahre alt. Beide haben kein bisschen von ihrer Kraft und Phantasie verloren und legen mit »CONVERSATIONS« ein Doppel-Duo-Album vor, dass ein großes Zeichen setzt hinsichtlich Interaktion und Improvisation.

Der Titel ist Programm: Sarmanto liefert die Kompositionen, die aber mehr als Ausgangspunkt für weite Improvisationen dienen, wie ein Parkplatz, von dem aus man eine Waldwanderung ohne Wege startet. Manchmal kommt man an einen Weg, eine Kreuzung, öfter an eine Lichtung, einen Bach. Mehrere Tracks sind sogar spontane Improvisationen der beiden Veteranen, aber vor wilden Free Jazz-Eruptionen braucht niemand Angst haben: Bei aller Freiheit gehen Aaltonen und Sarmanto ausgesprochen kultiviert und sogar lyrisch miteinander und mit dem Material um. Aaltonen spielt beseelt wie immer, mit seinen charakteristischen Schnörkeln, er hat die Kraft von Dexter Gordon, die Eloquenz von Joe Henderson und (natürlich nicht die ganze) Spiritualität von John Coltrane. Der Pianist zeigt hier, wie gut er hört und auf Aaltonens Linien eingehen kann. Hier sind zwei Seelenverwandte unterwegs!

Zwei Standards haben es auf die Doppel-CD geschafft, beide von Schwarz/Dietz: »You And The Night And The Music« und »Alone Together« sind Lehrstücke, wie man aus altbekanntem Songmaterial ganz eigene, neue Musik kreiert. Insofern passen beide Stücke hervorragend auf diese CDs. (tjk)



Siehe auch:
Juhani Aaltonen
Heikki Sarmanto


Juhani Aaltonen: Conversations

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Juhani Aaltonen: To Future Memories
(2013, Tum Records TUMCD 036 ) - Finnland

Oft wurde Juhani Aaltonen als der »finnische Coltrane« bezeichnet, und so gänzlich falsch ist das nicht. Zumindest ist Aaltonen einer der ganz großen Saxophonisten der finnischen Jazz-Geschichte, und eine gewisse Nähe zu Coltrane kann man ihm weder in Sachen Ton auf dem Tenorsax noch in der Stilistik absprechen. Wie der amerikanische Gigant ist der finnische Gigant ein sehr spiritueller Spieler und fühlt sich im offenen, improvisierten Feld sehr wohl.

»TO FUTURE MEMORIES« besteht ausschließlich aus Kompositionen von Antti Hytti. Dieser war Bassist bei den frühen Piirpauke, dem Tomasz Stanko-Edward Vesala Quartet und bei dessen Sound & Fury-Bands. Später verlegte er sich hauptsächlich auf Film- und Theatermusik (einige der Kompositionen stammen aus Filmen) und gründete das zwölfköpfige Orchester Suhkan Uhka, in dem die profiliertesten und prominentesten Improvisatoren Finnlands versammelt waren – natürlich auch Juhani Aaltonen: Hytti und Aaltonen spielten über die Jahrzehnte mehrfach miteinander.

Aaltonen erweiterte sein reguläres Quartett aus Iro Haarla (Piano und Harfe), Ulf Krokfors (Bass, hier im rechten Kanal zu hören) und Reino Laine (Drums) um zwei weitere Musiker, um ein dichteres Rhythmusgeflecht zu erzeugen: Ville Herrala (sein Bass klingt links) und Percussionist Tatu Rönkkö fügen sich nahtlos in das bestens eingespielte Quartett ein. Der Opener »Reminiscence« ist eine frühe Ballade, Aaltonens Sax dominiert, Haarla begleitet sehr sparsam. Die Stücke, in denen Aaltonen Flöte spielt, fallen ein wenig ab – anders gesagt: Der bei den Aufnahmen 75-jährige brilliert am Tenorsaxophon, er hat nach wie vor Kraft und spielt variantenreich. Die beiden Bassisten ergänzen sich hervorragend, spielen abwechselnd pizzicato und arco und haben mehrere spannende Duette. Die ganze CD ist sehr spannend, es wird viel und kollektiv improvisiert, ohne die Kompositionen aus dem Blick zu verlieren. »Haze«, das letzte Stück, ist grandios: Hier gehen alle Beteiligten aus sich heraus. Wie immer bei TUM ist das Booklet ganz ausgezeichnet, mit vielen Fotos und ausführlichen Texten zu Musik und Musikern. (tjk)



Siehe auch:
UMO Jazz Orchester
Edvard Vesala

Iro Haarla

Piirpauke


Juhani Aaltonen: To Future Memories

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Eivind Aarset & The Sonic Codex Orchestra: Live Extracs
(2010, Jazzland /Universal 273 196-8 ) - Norwegen

Wenn man das SCO schon mal live gehört hat, weiß man dieses Album erst recht zu schätzen. Denn von der Wucht und emotionalen Nähe des Bühnenauftritts geht auf der Silberscheibe kaum etwas verloren. Die meisten Aufnahmen stammen vom Moers Festival, wo Aarset und seine Kumpanen das blaue Zirkus-Festivalzelt zu Begeisterungsstürmen hinrissen. Ist auch kein Wunder. Denn die Musik des bis zu achtköpfigen Ensembles wirkt wie ein »Best Of« skandinavischer zeitgenössischer Jazz-Zutaten: Experiment à la Supersilent. Pathos à la Sigur Rós. Power à la Scorch Trio, um nur mal ein paar Bezugsgrößen zu nennen.

Aarsets Gitarre (und Aarset selbst natürlich) sind das Zentrum dieses Universums, um das alles kreist und das manchmal für wilde, heavy-metal-mäßige Soli alles um sich herum stillstehen lässt. Gleichzeitig liegen eine große Leichtigkeit und eine konzentrierte Präzision in den oft komplexen, manchmal aber auch einfach nur vorwärts düsenden Stücken. Eine weitere Bezugsgröße, ohne die man da nicht auskommt, sind Jaga Jazzist. Also an alle, die ungern Live-CDs hören: Diese wirkt nicht wie ein Kunden-das-Geld-aus-der-Tasche-locken-Beiprodukt, sondern eher wie ein Konzeptalbum, trotz der Zeit- und Raumdistanzen zwischen den einzelnen Auftritten. Unbedingt anhören, verlieben und das nächste Mal dann aufs Konzert gehen! (sep)



Siehe auch:
Eivind Aarset
Supersilent

Sigur Rós

Scorch Trio



Zum Artikel über Eivind Aarset

Eivind Aarset: Live Extracs

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Ab und Zu: Spark Of Life
(2002, Curling Legs clp cd 74 ) - Norwegen

Einfach zauberhaft: Ole Henrik Giørtz' Piano durchmisst wie ein Ballettänzer mit weiten Sprüngen den Raum; dazu schnurrt Ole Kamfjords lässig schlendernder Kontrabass. Und Anne Marie Giørtz (offensichtlich noch immer verliebt in den Pianisten) singt mit einer seidigen Stimme, als sei sie eben erst erwacht und nun bereit, die Welt umarmen. Meint da wer, das erinnert an Kari Bremnes? Stimmt, doch Kari hat schließlich nicht das Recht gepachtet auf zartbittere Songs zwischen geschmackvollem Pop und melancholischer Jazzfärbung.

»SPARK OF LIFE« als dritte CD der Band geriet schlichtweg vollkommen mit seinen schmeichelnden Songs. Denn das zärtlich agierende Quintett mit den sich fast übertrieben zurückhaltenden Eivind Aarset (Gitarre) und Audun Kleive (Schlagzeug) garantiert 50 Minuten höchsten Balladen-Genuss. Und der eigenartige Name Ab und zu? Klingt halt gut, so wie die drei eingestreuten Instrumentals »Ab«, »Und« und »Zu« ... (lha)



Siehe auch:
Eivind Aarset
Kari Bremnes


 Ab und Zu: Spark Of Life

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Acoustic Guitars: Arabesque
(2002, Stunt STUCD 02062 ) - Dänemark

Die virtuosen Kunststückchen des dänischen Gitarrentrios lassen in mancherlei Hinsicht an die leichtfüßigen Griffbrett-Rasereien des Allstar-Trios mit John McLaughlin Al Di Meola und Paco De Lucia denken. Wobei man bei letzteren zwar damals über die Artistik staunte, ihr Treiben jedoch recht schnell als sinnentleerte Muskelprotzerei mit zu vielen Noten entlarvte. Trotz ebenfalls imposanter Technik übertreiben's Mikkel Nordsø, Christian Ratzer und Steen Kyed nicht, und das lässt ihr viertes Album »ARABESQUE« zu einem beachtlichen Markstein im Grenzland von Jazz sowie spanischer, arabischer und indischer Folklore werden.

Die von den Perkussionisten Klavs Nordsø (Bongos, Congas, Darbouka, Tambourin und Cajun) sowie Ole Theill (Tablas) begleiteten Gitarristen wandern geschickt zwischen den Genres und erinnern in einem Moment glaubwürdig an indischen Shakti-Jazz, um dann wieder abrupt ein Flamenco-Feuer zu entzünden oder sich in seltsamen Bossa-Rhythmen treiben zu lassen. Und dazwischen gibt's auch mal ein Percussion-Solo, oder man sperrt die Trommler aus und ergeht sich in einer nebelverhangenen Ballade (»Through The Mist«). Macht Spaß, das. (peb)

 Acoustic Guitars: Arabesque

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Acuña • Hoff • Mathisen: Barxeta
(2012, Losen Records LOS 118-2 ) - Norwegen

Hier ist der Schlagwerker der bekannteste des Trios: Alex Acuña kennt man von Bands wie Weather Report, er nahm auch mit Herbie Hancock und Chick Corea auf und ist einer der renommiertesten Drummer und Percussionisten, wenn es um Latin-angehauchte Fusion geht. Auch die beiden Norweger Jan Gunnar Hoff (Piano, Keyboard) und Per Mathisen (Kontra- und E-Bass) sind keine unbeschriebenen Blätter. Ihr Projekt nennen sie Barxeta, dies ist sogar schon ihre zweite CD – kein Wunder, schließlich tourt die Band seit 2008 regelmäßig. Hier treffen sich drei Könner!

Was aber nun keineswegs heißt, dass die Musik von Barxeta sonderlich interessant oder gar spannend wäre. Die Stücke tröpfeln so dahin, mal mit mehr Latin-Rhythmen, mal mit weniger Tempo, sonderlich viel Wert auf die Qualität der Stücke oder die Arrangements haben Acuña, Hoff und Mathisen nicht gelegt. Klar, sie sind meisterliche Instrumentalisten, aber bereits nach der Hälfte möchte man ausschalten. (tjk)



Siehe auch:
Jan Gunnar Hoff
Per Mathisen


 Acuña • Hoff • Mathisen: Barxeta

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