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Lange Rezensionen 1 - 10 von 48 im Land »Färöer« (insgesamt 73)

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200: Viva La Republica
(2005, Tutl HJF 121 ) - Rock

Ups! Hier flötet nicht der Basstölpel sein Hochzeitslied. Hier brandet nicht das Meer an die felsigen Küste. Hier ist keine scheue Einheimische dabei, ein altes Volkslied zum Besten zu hauchen. Statt dessen bratzt die Gitarre, röhrt der Bass und werden die Trommelfelle recht arg beansprucht. Der klassische Dreier also, getragen von Uni Arting (dr), Niels Arge Galán (g) und Mikael Blak (b), den man als Musiker von diversen fähringischen Produktionen her kennt, wie etwa bei Eivör Pálsdottir.

Und wo heftiger Rock am Wirken ist, artikuliert sich sogleich offene Wut. »Es lebe die Republik« ist in diesem Sinne ein flammender Aufruf zur Unabhängigkeit des Inselstaates vom Hausherren Dänemark, ein Plädoyer gegen religiösen Fundamentalismus und Homophobie, gebannt in 16 Songs, die ohne viel Federlesens zur Sache gehen: Schnell sein, wild sein, keine Kompromisse eingehen – das ist Motor wie Lebensgefühl für die drei Jungs. Zuweilen fühlt man sich zurück versetzt in die Anfangsjahre des Punk, dann wieder wird fast klassischer Rock'n Roll geboten, und zwischendurch macht man gar echten Krach. Eine Platte also, die man besser nicht dem Harmonie-orientierten Feingeist schenken sollte. (frk)



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Siehe auch:
Eivør Pálsdóttir

 200: Viva La Republica

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Benjamin: Benjamin
(2008, Tutl HJF172 ) - Jazz

Mit dem Namen Benjamin macht man's sich nicht leichter, und ein gewisser Exoten-Bonus (Faröer-Inseln) trägt auch nicht über die große raue Nordsee: Die Band von Namensgeber Benjamin Petersen (Gitarre, Gesang, Synthesizer) klingt wie hierzulande (und auch in Nordeuropa) eine ambitionierte Abiturienten-Band. Gelernt haben sie ihre Instrumente schon: Brandur Jacobsen (Schlagzeug, Percussion), Bassist Mikael Blak, Gunnar Gottesen (Elektronisches Piano) und Davur J. Magnusen (Tuba) spielen sauber und ohne Fehl, Tadel und Risiko; dazu kommt Eivar Pålsdottir, die ihre Stimme weitestgehend ohne Text einbringt.

Nur klingen die Stücke recht brav und schippern fröhlich durch seichte Pop-Funk-Jazz-Gewässer, die vor ihnen schon die Mezzoforte-Isländer erkundet hatten. Mit Songtiteln wie »Father«, »Cantus For Life« und »Ode To Unborn Child« können sie immerhin inselauf, inselab die Gottesdienste begleiten. Jetzt aber mal Halt, nur nicht boshaft werden! Schlecht sind sie ja nun nicht, und noch jung dazu. Also warten wir mal ab, vielleicht passiert ja ein Wunder, und sie gewinnen gegen Österreich. (tjk)



Siehe auch:
Eivør Pálsdóttir

 Benjamin: Benjamin

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Kristian Blak & Yggdrasil: Travelling
(2011, Tutl HJF 222 ) - Jazz

Eivør ist lange vom Yggdrasil herab-, dafür Kristian Blak wieder auf den Namen hinaufgeklettert. Ohne eigene Sänger/-in spielen Yggdrasil eine Weltreise in neun Episoden. Von Nordgrönland vorbei am Weltenbaum, der für den Bandnamen herhält. Neben Meister Blak sind wieder Bruder Mikael am Bass, Anders Hagberg (fl) und andere dabei. Richard Nunns spielt traditionelle Maori-Instrumente – Yggdrasil sind kosmopolitisch.

»Umiaq« und »Horse« machen zu Anfang neugierig, danach geht es schwächer weiter. »Swan« enthält Aufnahmen von australischen schwarzen Schwänen aus dem Jahr 1957. Das rettet das Stück nicht aus der Kitschecke, ebenso kann »Wind« fortgeblasen werden. Die Reise führt zum Apachenhäuptling Winnetou Geronimo, dem Blak im Medizinsong »Goyaalé« die Stimme leiht. Original 1906 aufgenommen wurde der Gesang von Ajukutooq im Inuit-Song »Qajaq«. Diese Reminiszenzen sind lobenswert, insgesamt ist »TRAVELLING« jedoch enttäuschend langweilig und allenfalls tauglich als esoterisches Hintergrundgedudel in der Massagepraxis. (tjk)



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Kristian Blak
Yggdrasil

Eivör Pálsdóttir


Kristian Blak: Travelling

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Brandur: Funerals & Celebrations
(2014, Tutl HJF411 ) - Pop

Dass Brandur sich bereits an einem nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest beteiligt hat, passt unbedingt ins Bild: Denn der färingische Musiker zelebriert den gehobenen Schmusepop, der für die große Bühne gedacht ist: Überbordende Gefühle, majestätische Synthies, hymnenhaftes Flehen. Und das alles in Pastelltönen! Mit der EP »FUNERALS & CELEBRATIONS« bewegt sich der Brandur geschmeidig zwischen den Polen Euphorie und Melancholie. Seine feine Falsett-Stimme schmeichelt dem (weiblichen) Herz. Mit ihm können wir auf mächtigen Schwingen im Kino der Emotionen schwelgen. Widerhaken werden wir in diesen Gefilden keine finden. Dort haben nur Schönmenschen Zutritt!

Brandur orientiert sich hörbar an den Großmeistern des 80ies-Synthiepop, den norwegischen Cousins von A-ha. Songs wie das mächtig ausholende »Transmission From Oblivion« müssen sich vor den großen Vorbildern keineswegs verstecken. Nur schade, dass wir ähnliche Töne bereits vor 3o Jahren gehört haben! Und sie kommen wunderbar arrangiert daher, diese sieben Tracks. Aber leider allzu glatt. Besser gefallen tut der Barde von den Inseln in zurückgenommenen Balladen wie »Raindance«, wo eine zurückhaltende Trompete auf anmutige Weise nachdenken darf. Oder dass reduzierte Chanson »Midnight in The Metro«, wo sich Baldurs Stimme ohne übertriebene Mätzchen in wunderbarer Flüchtigkeit entfalten darf. Weniger ist manchmal mehr! (emv)

 Brandur: Funerals & Celebrations

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Byrta: Byrta
(2013, BESTE! UNTERHALTUNG /Broken Silence BU042 ) - Beats

Sie können auch anders! Die klampfenspielende färöische Singer-Songwriterin Guðrið Hansdóttir und der Synthie-Zauberer Janus Rasmussen vom isländischen Elektropop-Act Bloodgroup. Auf diese Paarung wäre man so schnell nicht gekommen, aber im gemeinsamen Projekt Byrta fallen die beiden Musiker passgenau zusammen wie lange vermisste Puzzlestücke. Das Cover des selbstbetitelten Debütalbums ist in einem blaustichigen Altrosa gehalten, und dieser Farbton trifft die Stimmung sehr gut: Stylish und unterkühlt, doch unterm Eis zündelt ein Feuer. Byrta zitieren die frühen 80er und die Glanzzeiten der Synthie-Eleganz, mit Reverenzen an die melodramatische Opulenz von Yazoo oder die kühle Eleganz der Eurythmics. Mit einem entscheidenden Unterschied: Frau Hansdóttir singt konsequent färöisch!

Mit dem Abfeiern von Retro-Klischees haben Byrta nichts im Sinn. Dazu ist die Stimme von Hánsdottir viel zu nuanciert und wandlungsfähig. Und von den üppigen Synthie-Hymnen sollte man sich nicht zu sehr blenden lassen, denn in Tracks wie »Loyndarmál« kombinieren Byrta karibische Percussion mit isländischem Elfengesang. Und lassen die Disco-Kugel lässig dazu rotieren. Kultivieren in Tracks wie dem trotz aller elektronischen Klangspielereien keineswegs überladenen »Eydnan« inmitten der ganzen Glitzerwelt eine latent sehnsüchtige Traurigkeit. Und sie tun das souverän und unangestrengt. In »Andvekur«, dem vielleicht schönsten Track des Erstlings, bringen die beiden Musiker das Beste aus ihren beiden Welten zusammen: Die majestätischen Synthie-Fanfaren und dien ziselierte Empfindsamkeit der Liedermacherin. Wie selbstverständlich jedes einzelne Versatzstück hier plötzlich zusammenpasst!
(emv)



Siehe auch:
Guðrið Hansdóttir
Bloodgroup


 Byrta: Byrta

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Dánjal: Time
(2014, Tutl /Cargo ) - Pop

Moritaten! Mini-Melodramen! Schrulliger-Experimentalop! Vaudeville-Wütereien! Nordland-Rap! Angetüterte Countrysongs! Für Dánjal tut es nichts zur Sache, dass diese musikalischen Genres alles andere als artverwandt sind. Denn der Musiker von den Färöer Inseln macht es auch auf seinem Longplayer »TIME« zu seinem ureigenen Markenzeichen, all diese Stile überzeugend für seine eigene, im positiven Sinne anarchische musikalische Weltsicht einzuspannen. Und dabei keineswegs widersprüchlich zu klingen, sondern viel eher wild und ungezähmt! Auf seinem neuesten Werk beschäftigt sich Dánjal mit komplexen Themen wie der Elastizität von Zeit und dem universellen Phänomen der Angst vorm Ertrinken. Holla!

Aber keine Bange, Furcht vor intellektuellem Spitzfindigkeiten muss man hier nicht haben, da Dánjal und sein Ensemble talentierter skandinavischer Mitmusiker viel zu lebendig und wirbelig sind, um sich in dunklen Büchergruften zu vergraben. Die Songs hat der Färinger übrigens in enger Zusammenarbeit mit dem finnischen Mandolinenspieler Kim Nyberg geschrieben - und gemeinsam lassen die beiden Musiker die buntesten Leuchtraketen gen Himmel steigen. Und bloß jetzt nicht denken, hier werde einem ein Übermaß heftiger Gefühle präsentiert! Denn in feinen Tracks wie »Raindrops« kann Dánjal zwischendurch sanfte, fast schon nachdenkliche Töne anschlagen. (emv)



Mehr CDs von Dánjal



Siehe auch:
Rhododendron String Band
Big Bombastic Collective

Sekten


 Dánjal: Time

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Pierre Dørge & Irene Becker & Morten Carlsen: The Skagen Concert
(2008, Tutl HJF 186 ) - Folk

Kaum sind fünf Minuten vorbei, denkt man: Ui, eigentlich könnte ja mal was passieren, das Intro ist aber ganz schön lang! Man hört etwas genauer und merkt: Bass und Schlagzeug auch weiterhin Fehlanzeige. Gitarre, Sopransaxophon und Piano umspielen sich völlig ohne Druck, ganz und gar stressfrei.

Der Weg ist das Ziel bei Pierre Dørge, lange schon einer der führenden Gitarristen und Köpfe der dänischen Szene. Aus seinem New Jungle Orchestra hat er Irene Becker mitgebracht, Meisterin diverser Tasteninstrumente; das Saxophon gehört Morten Carlsen. Knackige Grooves und Mitsing-Melodien findet man nicht, eher beiläufig wird hier musiziert. Das hat sicherlich Qualität, einmal wird sehr schön »Take Five« in 6/8 zitiert, zwischendrin gewinnt das Trio sogar an Fahrt, aber auf Dauer ist das doch ganz gemütlich. Der Weg ist das Ziel. (tjk)



Siehe auch:
Dørge / Westergaard / Sorey
New Jungle Orchestra

Polar Jungle Orchestra


Pierre Dørge: The Skagen Concert

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Eivør (Pálsdóttir): Bridges
(2015, Tutl SHD 155 ) - Pop

Ziemlich elfenhaft schwebt Eivør zu uns: ihre glockenreine Stimme steht über ruhigen Sounds, manchmal wabert es geheimnisvoll. Durchaus düster sind auch Eivørs Themen, sie schreibt über Trennung in »Remember Me« und »Faithful Friend« gleich zu Beginn, über Einsamkeit in »Purple Flowers«. »I’m On My Way To Somewhere, I Don’t Know Where« singt sie, musikalisch jedoch weiß sie genau wohin.

Eivør kreiert einen ganz eigenen Klangkosmos aus ihrer akustischen Gitarre und viel Elektronik, dabei hat ihr Høgni Lisberg (auch dr) geholfen. Dazu bewährte Kräfte wie Mikael Blak (b), Tróndur Bogason und Magnus Johannessen an diversen Tasten, gelegentlich kommen Violine und Cello dazu – alles wohl dosiert, versteht sich. Gitarre und Elektronik: Wärme trifft Kühle, daraus entsteht Stimmung und Spannung. Verziert mit klanglichen Delikatessen, kleinen Gimmicks aus der Dose und Kieksern aus den Stimmbändern. Vor allem findet sie ganz zauberhafte Melodien. (tjk)



Mehr CDs von Eivør (Pálsdóttir)

 Eivør (Pálsdóttir): Bridges

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Enekk: Fýra Nætur Fyri Jól
(1997, Tutl SHD 27 ) - Folk

An Enekk ist sehr viel ungewöhnlich: Die Band kommt von den Färöern. Sie spielt traditionelle färingische Musik. Mit akustischen und elektrischen Instrumenten. Mit viel Jazz. Dazu haben sie zwei Gäste aus Bulgarien.

Kári Sverrisson (voc, g) und Óli Olsen (p, voc) sind die treibenden Kräfte von Enekk, dazu kommen Agnar Lamhauge (b), Eyðun Lamhauge (harm), Justin Philbrow (g) und Valeri Dimchev (tamboura) und Dragomir Dimov (perc, voc). »FÝRA NÆTUR FYRI JÓL« ist schon ihre dritte Veröffentlichung. Ihr Ansatz ist sehr spannend, wie sie alte Melodien mit jazzigen Improvisationen und einem sehr bunten Instrumentarium zu neuem Leben erwecken, darin bulgarische Vokalisen und Harmonien verweben, hat nicht nur auf den Färöern einen Sonderstatus. Besonders faszinierend »Maður Stóð Við Stovuvegg« mit einem sehr schönen Fretless Bass-Solo. Allerdings ergehen sich Enekk auch öfters in verschwurbelten Jams, die den Spannungsbogen doch ziemlich durchhängen lassen. Trotzdem: sehr interessant! (tjk)



Siehe auch:
Yggdrasil
Kristian Blak & Yggdrasil


 Enekk: Fýra Nætur Fyri Jól

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Færd & Jullie Hjetland, Irene Becker, Piere Dørge: Kryss
(2008, Tutl SHD86 ) - Folk

»KRYSS« stammt von dem auf den Faröern teilzeit-beheimateten Trio »FÆRD«, bestehend aus den Dänen Peter Uhrbrand (Violine, Viola) und Eskil Romme (Sopransax, Akkordeon) sowie dem schwedischen Bouzouki-Meister Jens Ulvsand – ein Trio, dass heimatliche Folklore gern mit Elementen aus aller Herren Länder verwebt.

Sehr gern jedoch verstärkt sich das Trio zum Sextett: Der dänische World-Jazz-Pionier Pierre Dørge bringt flinke Gitarrensoli ein und aus seinem New Jungle Orchestra die Keyboarderin Irene Becker, die sich aber auffallend zurücknimmt. Die Musiker verknüpfen Nordeuropa mit dem vorderen Orient (Kurdistan), gestatten sich auch hier und da weitere improvisatorische Reisen – dass sie dennoch nicht davon fliegen, haben sie einer jungen Sängerin zu verdanken, die zwar auch ihre variable und ausdrucksvolle Stimme instrumental einsetzt, aber mit konkreten Melodien und Texten die Kollegen immer wieder zurück holt. Jullie Hjetland bekam dann auch für ihr Mitwirken an diesem Album einen Danish Music Award. Den hat sie auch verdient, und nicht nur sie, die ganze Band. (tjk)



Siehe auch:
Færd

 Færd: Kryss

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Lange Rezensionen 1 - 10 von 48 im Land »Färöer« (insgesamt 73)

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